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Jugendbücher


Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem, lebst du dann noch oder bist du tot?

Neal  Shusterman
Vollendet
Aus dem amerikanischen Englisch von Anne Emmert und UteMihr
Sauerländer bei S. Fischer 2012, 429 Seiten
ISBN: 978-3-411-80992-9                                                Ab 14 Jahren


Dieses Buch spielt in der Zukunft. Es gab einen großen Krieg zwischen den Abtreibungsbefürwortern und den Abtreibungsgegnern. Das Ergebnis davon war, dass die Abtreibung zwar verboten wurde aber man darf ungewollte Kinder „storchen“, was bedeutet das man es vor eine Haustür legt und diese Familie vom Gesetz verpflichtet ist dieses Kind aufzuziehen. Außerdem kann man schwierige Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren umwandeln, dabei wird ein Mensch in all seine Einzelteile zerlegt, die als Organspenden verwendet werden. So ist man laut Gesetz nämlich nicht tot… 

                                                                                                                                                                            Es gibt drei Hauptpersonen und zwar Conner, Lev und Risa. Conner ein Junge, der aufgrund seines Verhaltens umgewandelt werden sollte, dies aber herausfindet und abhaut. Auf seiner Flucht wird er fast geschnappt und rennt deshalb über eine befahrene Autobahn, wo er Lev begegnet der ein Zentopfer ist.
Ein Zentopfer wird Gott geopfert, was von der Familie bestimmt wird. In diesem Fall werden Kinder nicht aufgrund ihres Verhaltens umgewandelt, sondern wegen dem Glauben ihrer Eltern.
Conner holt Lev einfach aus seinem Auto heraus und nimmt ihn, was dadurch möglich ist, weil Lev von einer Betäubungspistole getroffen wird. Auf der Autobahn herrscht totales Chaos, weshalb ein Busfahrer gegen einen Baum fährt und sofort tot ist. In diesem Bus sitzt Risa, sie ist eine Weise und sollte auch umgewandelt werden, doch durch den Unfall schafft sie es aus dem Bus zu entkommen und flieht mit Conner und  Lev. Gemeinsam schaffen es die drei, viel in der Welt zu verändern, wenn auch nicht mit voller Absicht.


Das Cover dieses Buches ist silbern, mit dunkelgrauen Kratzspuren überseht und in der Mitte steht groß in roten Buchstaben, als wäre es mit But geschrieben worden, das Wort „Vollendet.“ Es ist ein sehr einprägsam, unverkennbares Cover, das Spannung verspricht. Und deshalb passt es meiner Meinung nach sehr gut zu dem Buch, denn es hält das, was der Einband einem im Voraus verspricht.


Ein ausgezeichnetes Buch, das einen durch die verschiedenen Sichten und der extremen Grundlage total in seinen Bann zieht. Außerdem werden verschiedenste Personen beschrieben und man hat das Gefühl, dass diese realistisch sind und nicht immer darüber nachdenken, was passieren könnte, wenn sie tun, was sie tun, so wie einem das auch im echten Leben auch passieren kann.
Mir hat diese Dystopie sehr gut gefallen, denn sie ist spannend, fesselnd und abwechslungsreich!!!     

Petra Kaser

 


Du hast geglaubt, es ist vorbei? Und dann kam Cam!

Neal Shusterman
Vollendet, Der Aufstand
Aus dem Englischen von Anne Emmert und Ute Mihr
Sauerländer bei S.Fischer 2013, 540 Seiten
ISBN: 978-3-7373-6718-9                                                                                                                                                                                  A
b 14 Jahre                                                                                                                                                                                                                               

Das ist der zweite Teil der Vollendet Dystopie und für Conner und Risa fängt es am Friedhof an, den jetzt Conner leitet, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem macht ihn Rolands Hand zu schaffen, da er ihr nicht traut und Angst hat, dass er Risa mit ihr verletzten könnte. Deshalb distanziert er sich von ihr, was sie wiederum sehr verletzt.
Weil Risa einem Jungen das Leben rettet, der schwer verletzt ins Krankenhaus muss, wo eine Krankenschwerster weiß, dass er ein Wandler ist, will sie ihn ausliefern, um dafür die Belohnung zu bekommen, opfert sich Risa selbst und wird statt ihm mitgenommen. Da sie jedoch im Rollstuhl sitzt, darf man sie nicht umwandeln, aber sie wird mehrmals verhört und schafft es dabei immer wieder, JoBos an die Decke gehen zu lassen. Und dann lernt sie Cam, mehr unfreiwillig als freiwillig, kennen.
Zur selben Zeit plant Starkey, ein gestorchtes Kind und mittlerweile auch auf dem Flugzeugsfriedhof gelandet, Conner abzulösen, weil er der Meinung ist, dass er besser dafür geeignet ist und dadurch die Störche an die Spitze bringen kann.
Auch für Lev ändert sich viel, denn seien Familie will ihn nachdem, was er getan hat nicht mehr zurück und da er ein Klatscher ist, der nicht geklatscht hat, kann man ihn auch nicht mehr umwandeln, weil seine Organe zu sehr geschädigt sind. Sein Bruder Markus, der sich schon immer für ihn eingesetzt hat, und den Zehntopfergang noch nie gut hieß, schafft es, dass Lev bei ihnen wohnen darf. Da er sich nicht, wie geplant, in die Luft gesprengt hat, bekommt er Besuch von einem anderen Klatscher, bei dessen Anschlag sein Bruder stark verletzt wird und Pastor Dan, wie ihn nur noch Lev nennt, kommt dabei ums Leben. So ändert sich wieder viel für ihn und er kommt an einen Ort, wo er


Das Cover sieht dem des ersten Teil sehr ähnlich nur, dass es satt Silber die Farbe von Rost hat. Dadurch erkennt man sehr gut, dass die beiden Bücher zusammen gehören. Außerdem ist die Schrift nicht rot, die überhaupt nicht mit der Farbe  Rostbraun zusammen passen würde, sondern schwarz. Ich finde, dass das Cover sehr gut zu dem Buch passt, da es irgendwie unheimlich aussieht. Die vielen Kratzspuren suggerieren große Abnutzung, was auch auf die Hauptpersonen zutrifft, da ihr Leben als gesuchte Wandler nicht leicht ist.


Ich finde auch den zweiten Teil der Trilogie sehr gut und sogar spannender als den ersten Teil, da noch zusätzliche Bedrohungen aufgetauchen. Weiterhin spielen die verschieden Charakteren eine wichtige Rolle, was mir gut gefällt. Auch kann man die Menschen weiterhin verstehen, auch wenn man sich deshalb nicht unbedingt mögen muss. Außerdem führt einem dieses Buch vor Augen, dass man sich sein Schicksal nicht selbst aussucht, aber trotzdem bestimmen kann, was man daraus machen kann. Also würde ich denen, die den ersten Teil gut fanden, den zweiten Teil unbedingt empfehlen!!!                              

Petra Kaser

 


Ganz und gar idiotisch. Oder doch nicht?

Sabine Schoder

Liebe ist was für Idioten, Wie mich


Fischer Verlag, 2015, 347 Seiten


ISBN: 978-3-7335-0151-8


Ab 14 Jahren

 

 

In „Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ geht es um die siebzehnjährige Viki, deren Mutter gestorben ist, als sie sieben Jahre alt war. Seit dem lebt sie alleine mit ihrem Vater, der seine Freizeit mit Trinken verbringt, in einer kleinen Wohnung. Zu ihrem Geburtstag schenken ihre Freunde ihr ein Päckchen Gras, weil Viki das Gefühl mag total entspannt zu sein. Um auf keinen Fall so zu enden wie ihr Vater, hält sie sich konsequent von Alkohol fern.
 Sie ist nicht besonders gut in der Schule und trägt ausschließlich Schwarz, was zu ihrem Humor passt. 
An ihrem Geburtstag trifft sie zufällig auf den Sänger der beliebtesten Schulband, Jay, den sie eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann und das teilt sie ihm auch mit. Nur um nicht vor ihm schwach auszusehen nimmt sie einige Züge von seinem selbstgedrehten Joint und wird von dessen Wirkung umgehauen. 
In der Früh wacht sie dann bei ihm im Bett auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Und irgendwie bekommt sie diesen Jungen dann nicht mehr aus ihrem Kopf, obwohl sie ihn ja eigentlich überhaupt nicht leiden kann…

Auf dem Cover steht der Titel in Buchstaben, die so aussehen, als wäre jeder Einzelne aus einer anderen Zeitung ausgeschnitten und aneinander gereiht worden. Diese Buchstaben sind alle bunt und bringen so Farbe auf den schwarzen Grund. Mir gefällt diese Covergestaltung sehr gut. Sie ist ansprechend und außerdem passt sie auch gut zu der Geschichte, weil Jay Farbe in ihr Leben bringt. Und die Art, wie der Titel geschrieben ist, deutet an, dass sie nicht gleich zu ihren Gefühlen stehen will.



 

Ich finde dieses Buch einfach klasse!!! Es bringt einem zum Lachen und zum Weinen, man wird voll in seinen Bann gezogen und fiebert mit den Personen mit. Die witzigen Dialoge lockern die ernsten Themen auf und die Charaktere sind total authentisch und haben genau so Fehler wie echte Menschen - und man mag sie trotzdem. 
Ich habe eine Leseprobe von diesem Buch gelesen und wusste, dass ich es unbedingt haben wollte. Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern es geht auch um den Verlust der Mutter und dem grausamen Ernst des Lebens, und auch darum, wie es ist, vollkommen auf sich gestellt zu sein. 
Dieses Buch hat mich zum Heulen gebracht und trotzdem, oder gerade deshalb, würde ich es jedem, der schwarzen Humor mag weiterempfehlen!

Petra Kaser

 



Ein bemerkenswertes Mädchen

Holly Goldberg Sloan


Glück ist eine Gleichung mit 7

Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um anzukommen.


Originaltitel: Counting by 7s


Aus dem Englischen von Wieland Freund


Carl Hanser Verlag, 2015, 303 Seiten


ISBN: 978-3-446-24553-2

Ab 14 Jahren

 

In „Glück ist eine Gleichung mit 7“ geht es um die 12 jährige Willow, die etwas Besonderes ist. Sie wurde adoptiert von zwei Menschen, die sie lieben und beschützen. Dennoch läuft nicht alles ihrem Leben perfekt, denn durch ihre Hochbegabung findet sie nicht leicht Freunde und wird auch von Erwachsenen oft doof angeschaut, denn sie weiß meistens mehr als diese und das sie noch jung und ein bisschen naiv ist, sagt sie auch das was sie sich denkt. 
Willow liebt ihren Garten und erforscht alles was sie kann, sie hat sich selbst mehrere Sprachen beigebraucht und liebt die Zahl sieben und die Farbe Rot. Sie hat ihre eigene Routine und an der hält sie fest, bis ihr das schlimmst Mögliche passiert, wodurch alles aus den Fugen gerät und nichts mehr ist wie es war.


 

Das Cover ist sehr passend gestaltet. Man sieht viele blaugrüne Fische, die nach oben schwimmen und in der Mitte schwimmt ein roter in die entgegengesetzte Richtung. Außerdem haben alle anderen Fische eine leichte Musterung, außer diesem und auch das Auge des roten Fisches ist größer. Über dem roten Fisch steht „Glück ist eine Gleichung mit 7“ in schwarzen klaren Buchstaben und der Name der Autorin darüber. Ganz unten auf dem Cover dann der Untertitel „Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um anzukommen“, auch in den selben, klaren Buchstaben, aber kleiner und im gleichen Grünblau wie fast alle Fische. Diese Gestaltung passt sehr gut, weil Willow durch diesen roten Fisch sehr gut verbildlicht wird. Sie ist hochbegabt und anders als alle und ihr bringt die Farbe Rot Glück - und das bringt sie auch allen, mit denen sie viel Kontakt hat. Zum ersten Mal finde ich beide Titel wirklich passend, denn einerseits zählt Willow gerne in Siebener Schritten und für sie bedeutet Glück genau sieben Menschen. Und ich freue mich auch sehr, dass diese Geschichte einen passenden Titel hat, denn das hat sie verdient.

 

Wie man vielleicht schon erahnen kann hat mir dieses Buch echt gut gefallen. Ich finde die kleine Willow mit ihrer eigenen Art zu denken und zu handeln einfach super. Und obwohl dieses Buch auch einen totalen Tiefpunkt, auf den ich nicht näher eingehen möchte, aufweist, geht es dann wieder total bergauf, was echt schön zu lesen ist. Diese Geschichte zeigt, dass Veränderung und Verlust nicht nur negative, sondern, wie in diesem Fall, auch viele positive Seiten haben.

 

Petra Kaser

 

 


Lizzys Welt im Jenseits

Scott Westerfeld


Afterworlds - Die Welt zwischen uns


Originaltitel: Afterworlds


Aus dem amerikanischen Englisch von Angela Stein


Sauerländer 2015, 701 Seiten


ISBN: 978-3-7373-5222-2

Ab 14 Jahren

 

 

In diesem Buch wurden zwei Geschichten miteinander verwoben. Die von Darcy, einer jungen Erstlingsautorin und die von Lizzy, der Hauptperson des Romans, den Darcy geschrieben hat. Diese Geschichten wechseln sich kapitelweise ab.
Darcy hat gerade die Schule abgeschlossen und will jetzt nach New York, wo sie eine echte Schriftstellerin werden will, was viele Veränderungen mit sich bringt. Denn nun muss sie sich eine eigene Wohnung suchen, mit ihrem Budget auskommen und ihren Roman überarbeiten und so auch lernen mit Kritik umzugehen.
 Lizzy hingegen hat ganz andere Probleme. Sie ist auf dem Heimweg von dem Besuch bei ihrem Vater, der sie und ihre Mutter verlassen hat, und erlebt so einen Terroranschlag. Keiner außer ihr hat überlebt und das auch nur, weil sie sich nicht nur tot gestellt hat, sondern wirklich in die Totenwelt hinübergewechselt ist. Dies löst bei ihr sehr viele Fragen aus, besonders, weil sie seitdem Geister sehen und auch mit ihnen sprechen kann. Dazu kommt noch, dass sie einem Jungen in der Totenwelt begegnet ist, der ihr das Leben gerettet hat und an den sie immer wieder denken muss.

Dieses Cover ist nicht so leicht zu beschreiben, weil es vielschichtig gestaltet ist. In der Mitte steht in großen, fetten Buchstaben der Titel und in etwas dünneren Buchstaben darunter der Untertitel und darüber der Autor. Der Hintergrund ist schwarz und oben ist der Umriss eines Gesichts, das sie nach unten beugt, zu sehen. Auf dem blauen Farbverlauf, der an den Rändern weiß wird, ist eine Träne zu erkennen. Ich nehme an, dass es sich um Lizzy handelt, denn diese hat durch das Tränengas eine tränenförmige Narbe auf der Wange. Unterhalb der Titel sieht man wieder eine Silhouette, dieses Mal ganz in weiß. Außerdem sieht man hier nicht nur den Umriss des Gesichts, sondern auch den der Schulter und weil dadurch der Kopf gedreht wurde, bildet der Zwischenraum zwischen Schulter und Gesicht auch die Form einer Träne. Und diese zwei Tränen sind genau untereinander.

 

Ich finde dieses Cover sehr gelungen. Erstens bin ich froh, dass es nur Silhouetten sind und keine Fotos, weil man sich so selbst ein Bild von den Personen machen kann, und auch sämtliche Fehlerquellen wie bei Fotos häufig, wie z.B. eine andere Augenfarbe, vermeiden lassen. Zweitens finde ich das mit den zwei Tränen sehr cool, weil diese Tränennarbe für Lizzy die greifbarste Erinnerung an den Anschlag ist und somit immer wieder vorkommt. Dazu kommt noch, dass man dieses Bild auch auf Darcy beziehen kann, in dem man darin zwei Mädchen ausmachen kann, die sich näher kommen mit dem Ziel sich zu küssen. Darcy ist das erste Mal richtig verliebt und zwar in ein Mädchen und die zwei haben auch eine Beziehung, was ihr auch immer wieder Kummer bereitet - dann würde die Träne für Liebeskummer stehen.
 Und auch der Titel gefällt mir. Denn „Afterworld“ steht für das Jenseits und das ist der Ort, wo Lizzy landet und somit auch indirekt Darcy.

 

Es ist ein irre tolles Buch, in dem sehr viele Themen behandelt werden. Unter anderem geht es ums Schreiben und was in einem Buch eigentlich das wichtigste ist: die Personen, die Handlung, der Konflikt der Ort. Ich habe durch solche Anmerkungen begonnen mir auch andere Gedanken über Bücher zu machen. Besonders spannend fand ich auch die Diskussion über das Ende von Darcys Roman, denn ihr Verlag wollte ein Happy End, wogegen sie sich aber gesträubt hat, weil sie fand, dass ihr Buch eigentlich vom Tod handelt (Ich will jetzt nicht zu viel verraten aber mir hat das Ende gefallen). Und das hat mich, als Happy End Liebhaberin, zum Grübeln veranlasst, denn bis dahin hab ich es immer nur aus meiner Sicht gesehen, und die lautet: „Wenn es schon in der Realität kaum Happy-Ends gibt, dann doch bitte wenigstens in Büchern!“, was das für einen Autor oder eine Autorin bedeutet, hab ich mir nie überlegt. 
Diese Geschichte über das Schreiben alleine, hätte ich schon gut gefunden, aber in Verbindung mit der Fantasy Geschichte noch besser, weil man so auch Hintergrundgedanken geliefert bekommt, die man sonst immer nur erahnen kann. 
Und was mir persönlich auch noch sehr gut gefallen hat, ist, dass das Buch dick ist, und das nicht durch ewige Landschaftsbeschreibungen in die Länge gezogen.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Petra Kaser                 

 

 

 


Im Winter 1941 sind ein jüdisches Mädchen und Przewalski-Pferde auf der Flucht

Philip Kerr


Winterpferde


Originaltitel: The Winter Horses


Aus dem amerikanischen Englisch von Christiane Stehen


Rowohlt Taschenbuch Verlag 2015, 286 Seiten


ISBN:  978-3-499-1715-9


Ab 13 Jahren

 

In diesem Buch geht es um den Nationalsozialismus, allerdings nicht ausschließlich. Auch die Liebe und Verbundenheit mit Tieren wird sehr genau beschrieben. Die Geschichte spielt in der Ukraine.  Die Hauptperson ist Kalinka, ein jüdisches Mädchen, das ihre ganze Familie verloren hat und egal wo sie hingeht, die Menschen jagen sie davon. Erst im Naturreservat findet sie Freunde. Aber keine zwei sondern vierbeinige. Denn die Przewalski-Pferde nehmen sie auf und helfen ihr. Diese Pferde sind außerordentlich selten und sehr menschenscheu. Sie haben schon zu der Zeit der Höhlenmalerei gelebt und lassen sich unter keinen Umständen reiten. Doch zu Kalinka fassen sie Vertrauen und diese versucht dafür ihr Leben zu retten. Denn die Deutschen meinen diese Pferde wären eine minderwertige Rasse und deshalb müssen alle Pferde dieser Art getötet werden. Doch nicht nur Kalinka will diese Tiere retten, sondern auch Max, der Tierwärter des Naturreservats. Er verhilft ihr zur Flucht und gibt ihr seinen Hund als Beschützer mit. Werden sie es schaffen den Deutschen zu entkommen?

 

Am Cover sieht man einen verschneiten Wald, durch den ein Mädchen zwischen zwei Przewalski-Pferden in weiterer Begleitung eines Hundes, geht. Darüber steht der Name des Autors und darunter der Titel in braunen Buchstaben. Diese Bild passt sehr gut, da es das untypische Team zeigt. Ihre Flucht findet im Winter statt und der Schnee ist nicht immer auf ihrer Seite. Auch gegen den Titel habe ich nichts einzuwenden, da nicht nur Kalinka, sondern auch besonders diese Pferde im Mittelpunkt stehen und dieses Buch damit zeigt, dass die Nationalsozialisten nicht nur Verbrechen an Menschen, sondern auch an Tieren begangen haben.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen! Ich liebe Tiere und die Verbindung, die in diesem Buch beschrieben wird, gefällt mir. Außerdem wird immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht alle Deutschen Nationalsozialisten waren, sondern dass es auch Deutsche gab, die gegen diesen Krieg und dieses sinnlose Abschlachten von Tieren waren. Außerdem finde ich die Beschreibung der Menschen in diesem Buch allgemein sehr gut. Es wird auch auf einige deutsche Besatzer näher eingegangen und aufgezeigt, dass diese eben nicht ausschließlich Monster waren und dass es auch für die Rote Armee nicht leicht war.

 

Petra Kaser

 



Theater, Freundschaft, Liebe

Marie-Aude Murail


3000 Arten ich liebe dich zu sagen

Originaltitel: Trois mille facons de dire je t’aime


Aus dem Französischen von Tobias Scheffel


FJB S. Fischerverlag 2015, 300 Seiten


ISBN: 978-3-596-85653-4


Ab 14 Jahren

 

In dem Buch „3000 Arten ich liebe dich zu sagen“ geht es um drei sehr unterschiedliche Jugendliche, Chloe Bastien und Neville. Das einzige was sie verbindet ist ein gemeinsames Schuljahr in dem sie nicht mit einander geredet haben und ihre Begeisterung fürs Theater. 
Als sie sich bei der Einschreibung für die Theaterschule wiedertreffen fangen sie an zusammen zu wachsen und werden ein unzertrennliches Trio. 
Ein Buch über Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden.

 

Dieses Cover ist ein Kippbild. Entweder man sieht einen Jungen in schwarz auf schwarzem Boden, bei einem roten Vorhang lehnend, wie auf einer Theaterbühne oder die Umrisse vom Gesicht eines Mädchens. Auf der rechten Hälfte des Covers steht der Titel und darüber der Name der Autorin. 
Ich finde das passt ausgezeichnet zum Buch, da das Theater für die drei Hauptpersonen eine wesentliche Rolle spielt und sie sich im Laufe der Geschichte verändern. Und es hat auch einen lustigen Touch - ich habe auch oft mit den Dreien beim Lesen gelacht.

 

Mir hat das Buch total gut gefallen, denn ich konnte mich in die Geschichte fallen lassen und viel beim Lesen lachen, weil so normale Situationen eingebaut sind, die jeder schon erlebt hat und das fand ich super! 
Außerdem ist eine kleine Liebesgeschichte und eine starke Freundschaft beschrieben und das sehr realistisch und dennoch auf eine fesselnde Art, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Und es geht auch um das Erwachsen werden, was für mich momentan zum Thema wird. Dieses Buch ist endlich mal wieder etwas lockeres, nichts über Krieg, Zerstörung oder ein schreckliches Ereignis, das ein Leben durcheinander bringt - oder die hundertste Zukunftsvision. Sondern ein Buch, das eine positive Energie überträgt, und man sich auf das Leben freut!

Also, ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, denn es ist einfach locker und flockig zu lesen, egal ob als Sommerlektüre oder als Abwechslung zum Alltag.

 

Petra Kaser



"...diese Geschichte ist unvollständig!"

Carmen Rodrigues


Du bist das Gegenteil von allen


Originaltitel: 34 Pieces of you


Aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt


cbt 2015, 380 Seiten


ISBN: 978-3-570-16158-6

Ab 14 Jahren

 

In „Du bist das Gegenteil von allen“ gibt es keine eindeutige Hauptperson, denn es geht um mehrere Personen, ihre Beziehungen zu einander und ihre Beweggründe. 
Alles beginnt bei dem Umfall wobei Elli, die beste Freundin von Sarah stirbt. Ab da springt man in der Zeit zwischen davor und danach. Elli hatte eine sehr komplizierte Vergangenheit, von der die wenigsten wussten. 
In dem Buch wird beschrieben wie es zu der Freundschaft zwischen Sarah und Elli kommt, und wie Sarah Ellis Tod verarbeitet. Andere wichtige Personen sind dann noch Sarahs kleine Schwester Jess und Ellis großer Bruder Jake.

 

Das Cover sieht aus, als hätte man den Namen der Autorin mit rot und den Titel mit schwarz auf ein Blatt geschrieben, dieses dann zerknüllt und dann wieder auseinander gefaltet. Ich finde nicht, dass diese Gestaltung gut zu dem deutschen Titel passt. Zum Originaltitel hätte sie wesentlich besser gepasst, da dieser eine Anspielung auf die vielen kleinen Notizen ist, die man immer vor einem Kapitel findet. Generell gefällt mir der Originaltitel besser als der deutsche. Denn „Du bist das Gegenteil von allen“ sagt nicht viel aus und ich habe mir unter diesem Titel auch etwas anderes erwartet.

 

Ich bin mir noch nicht ganz sicher was ich von diesem Buch halten soll, denn irgendwie deutet es sehr viele Sachen an, geht aber auf nichts genau ein. Man erfährt nicht einmal den genauen Verlauf, wie Elli gestorben ist, sondern erhält immer wieder nur Bruchstücke der Ereignisse.  Und so ist fast das ganze Buch geschrieben. Wenn man mit diesem Buch fertig ist, weiß man nicht viel mehr als am Anfang. Es wirkt so, als wären wichtige Ereignisse einfach weggelassen worden, als wüsste nicht einmal die Autorin selbst, was genau passiert ist. Denn auch Ellis Vergangenheit wird immer wieder angerissen, aber nie wird konkret gesagt, was da geschehen ist.


Ich finde, dass diese Geschichte unvollständig ist, wie bei einem Puzzle, bei dem Teile fehlen und man dadurch manches nur erahnen kann. Was in einem kleinen Maß durchaus reizvoll sein kann, aber nur solange man das Ganze noch erkennen kann und das ist bei diesem Buch schwerer.

 

Petra Kaser

 



Chevie Savanos zwei Identitäten

Eoin Colfer
WARP – Der Klunkerfischer
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Originaltitel: WARP – Hangman’s Revolution
Loewe 2015, 387 Seiten
ISBN 978-3-7855-7948-0
Ab 14 Jahren
 
Nach ihrem letzten Abenteuer mit dem Wurmloch ist Chevie wieder zurück in die Zukunft gereist und dort auch sicher ANGEKOMMEN: Allerdings leider nicht in ihrer Zukunft. Denn in der Vergangenheit wurde sie von einem Handlanger Colonel Box‘ gesehen, der ebenfalls aus der Zukunft kam und die Weltherrschaft erreichen wollte, woraufhin dieser seine Pläne vorgezogen hat, womit sie Erfolg hatten. Jetzt ist Chevie eine Kadettin und muss mit zwei Persönlichkeiten leben, der FBI-Chevie und der Kadettin-Chevie. Doch sie schafft es durch einen Zufall zurück in die Vergangenheit, wo wieder FBI-Chevie übernimmt. Zusammen mit Riley muss sie jetzt versuchen Colonel Box Pläne zu stoppen, da sonst Millionen Menschen sterben. Doch sie ist nicht die einzige die aus der Zukunft gekommen ist…
 
Das Cover ist sehr ähnlich wie das des ersten Teils aufgebaut. Eine übergroße Figur steht im Mittelpunkt des Covers und Riley und Chevie befinden sich rechts und links dieser Personen. Wärend es im letzten Teil Albert Garrik, der Antagonist, war, der übergroß war, ist es diesmal ein Verbündeter, nämlich Otto Malarkey, ein Mafiaboss und der betitelte Klunkerfischer. Statt dem Haus des FBI in London ist das Gebäude, das man auf dem Cover sieht der Big Ben.
 
Mir hat „WARP“ wirklich sehr gut gefallen. Nachdem ich es fertig gelesen hatte war ich traurig, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte, so gut hat es mir gut gefallen. Die Sichtwechsel zwischen den Personen sind teilweise sehr fließend und oft auch in einer Szene, was zwar verwirrend sein kann, aber auch den Vorteil hat, dass man die Situation aus vielen Unterschiedlichen Sichten sieht und sich noch besser hineinversetzen kann, sowohl in die Personen, als auch in die Szenen selber. Der Schreibstil Colfers ist finde ich auch recht interessant und für mich als großen Artemis-Fowl-Fan wirklich toll. Sein Humor ist teilweise recht schwarz und wirklich sehr trocken, was mir extrem gut gefällt. Ein Muss für alle, denen  der erste Teil der WARP-Serie und Artemis Fowl gefallen hat.
 
Gregor Schindler



Henrik zwischen großer Trauer und großem Glück

Brynjulf Jung Tjonn

Mein Herz hämmert, dass es wehtut

Aus dem Norwegischen von Katrin Frey


Dressler 2015, 122 Seiten


ISBN: 978-3-7915-1999-9

Ab 13 Jahren

 

In dieser Geschichte geht es um einen Jungen namens Henrik, der seinen Vater nicht kennt. Für ihn ist sein Onkel Simon wie ein Vater, Bruder und Freund. Simon war für Henrik schon immer ein Vorbild, von ihm hat er sehr viel gelernt und er hatte auch immer sehr viel Spaß mit ihm gehabt. Doch jetzt ist sein Onkel schwer krank und er ist immer weniger er selbst. Zur selben Zeit verliebt sich Henrik zum ersten Mal und er fühlt sich zwischen totalem Glück und extremer Traurigkeit hin und her gerissen.

 

Das Cover ist am Rand in verschiedene Rottöne gefärbt und hat in der Mitte eine weiße Fläche, auf der in den selben Rottönen wie am Rand der Titel und der Name des Autors in schwarzen kleinen Buchstaben geschrieben steht. Außerdem ist über der weißen Fläche auch noch ein weißes Herz, das den Rand der Fläche genau berüht und unten dasselbe nur mit einer Träne. 
Ich finde dieses Cover passt sehr gut zu diesem Buch, da das Herz und die Träne die verschiedenen Gefühlslagen von Henrik darstellen. Auch den Titel finde ich gut gewählt, da sein Herz hämmert und gleichzeitig schmerzt, denn er weiß, dass es einem geliebten Menschen sehr schlecht geht, was ihn sehr belastet.

“Mein Herz hämmert, dass es wehtut” ist ein sehr gutes Buch, das eine schwierige Lebenssituation eines Jungens beschreibt. Man kann es sehr schnell lesen, da es kurz ist und auch nicht ausschweift. Die Schreibweise ist kurz und bündig und man erfährt trotzdem alles wichtige, auch die Umgebung wird kaum beschrieben, was mich nicht gestört hat. Direkte Reden werden nicht direkt durch Anführungszeichen gekennzeichnet, dafür jedoch viele Absätze gemacht, wodurch man im Kontext versteht, wer was sagt. Mir hat diese Art sehr gut gefallen, da man dadurch aufmerksam lesen musste, was ich gerne tue. 
Auch die Geschichte war interessant geschrieben, weil sie immer wieder in der Zeit gesprungen ist, dadurch hatte man einen direkten Vergleicht von Simon als er noch gesund war und wie er krank geworden ist. 
Außerdem hat sich nichts in die Länge gezogen und man könnte gut mit den Menschen mitfühlen.

 

Petra Kaser

 



Ein wildes Rennen, helfende Pandoras und kein Ende der Reihe in Sicht

Victoria Scott


Feuer & Flut


Originaltitel: Fire & Flood


Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Link


cbt 2015, 420 Seiten


ISBN: 978-3-570-16293-4

Ab 14 Jahren

 


„Feuer & Flut“ ist der erste Band der Reihe, in der es um das Brimstone Bleed geht. Dies ist ein extremes Rennen, in dem es um das Leben eines geliebten Menschen geht. 
Die Hauptperson Terra, die sich erhoft zu gewinnen, um ihren Bruder zu retten, nimmt an diesem Rennen teil. Dazu muss sie zuerst ein Pandora wählen, das sie unterstützen soll und dann geht es auch schon im Dschungel los. Zuerst versucht sie sich alleine durchzuschlagen, doch ihr fehlt ihre Familie, sie will nicht alleine sein. Das Überleben im Dschungel stellt sich schwerer dar als sie dachte. 
Doch sie gibt nicht auf und findet Leute. mit denen sie kämpfen kann, und die sie immer mehr ins Herz schließt, auch wenn das vielleicht nicht immer ein Vorteil für sie ist, da sie ja eigentlich Konkurrenten sind...

 

Das Cover ist fantasielos gestaltet. Es befindet sich darauf lediglich der Titel, wobei „Feuer &“ mit Feuerbuchstaben und „Flut“ mit Wasserbuchstaben auf einem schwarzen Hintergrund  geschrieben stehen. So ein Cover kann nicht komplett daneben sein, aber man hätte wesentlich mehr machen können: einen Dschungel und eine Wüste oder ein Bild von einem Pandora. Ausnahmsweise finde ich dafür, dass der Titel passt, nur die Reihenfolge der Wörter ist unlogisch. Es müsste Flut und Feuer heißen. Denn zuerst macht Terra die Flut von Regen und dann die Hitze in der Wüste, die wie Feuer ist, zu schaffen.

 

Mich hat das Buch gefesselt, aber es nervt mich, dass noch nicht feststeht wie viele Bände folgen werden und da stehen die Chancen gut, dass die nächsten Teile schlechter werden und, dass es mal wieder nur ums Geld geht und nicht um eine gute Geschichte. 
Ansonsten ist es bis jetzt eine spannende Geschichte und die Idee mit den Pandoras, (genveränderte) Tiere zur Unterstützung der Kandidaten, gefällt mir besonders gut, da ich Tiere generell liebe. Wobei man schon sagen kann, dass es Ähnlichkeiten mit „Die Tribute von Panem“ gibt. Es sind wieder alle gegen alle und viele sterben, nur dass nicht ausdrücklich alle sterben müssen. 
Alles in allem ist es ein durchaus lesenswertes Buch und das Ende ist abgeschlossen - der nächste Teil kommt erst 2016 raus.

 

Petra Kaser



Valancy Stirling nimmt ihr Leben in die Hand und beginnt zu wachsen

Lucy Maud Montomery

Das Schloss in den Wolken


Originaltitel: The Blue Castle


Aus dem Englischen von Nadine Püschel


Königskinder bei Carlsen 2015, 362 Seiten


ISBN: 978-3-551-56014-8

Ab 14 Jahren

In diesem Buch geht es um Valancy, die bis zu ihren 29. Geburtstag immer das getan und gesagt hat, was die anderen von ihr erwartet haben, nie das was sie eigentlich gedacht hat. Für sie war ihr Leben schrecklich, nur in ihrem Fantasieschloss fühlte sie sich gut. Für ihre Familie war sie immer nur die Person, über die alle gelacht und gespottet haben und das nur, weil sie nicht verheiratet ist. 
Als sie erfährt, dass sie unheilbar herzkrank ist, beschließt sie, dass sie vor ihrem Tod noch richtig leben und nicht nur existieren will.


Und damit beginnt ihr Glück. Ihre Familie erklärt sie für verrückt, doch auch das ist ihr egal. Sie findet einen Ort, an dem sie sich gebraucht fühlt und an dem die Menschen um sie herum sie auch schätzen.


Das Cover ist mit einem einzigen kleinen Bild gestaltet, dass so oft aufgedruckt wurde, dass es die ganze Seite ausfüllt. Auf dem Bild sieht man ein kleines Schloss und das Ganze ist in cremefarben gehalten und hat daurch etwas sehr Angenehmes, Ruhiges an sich. Und auch unter dem Schutzumschlag ist der Buchdeckel mit einem Blumenmuster verziert. Leider hat es kein Lesebändchen wie die erste Charge der Königskinderbücher, aber sonst finde ich die Gestaltung wieder hervorragend, denn sie passt zu der Geschichte, die ruhig und angenehm ist und nicht grell, wenn man sie sich in Farben vorstellen würde.


Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich das nicht gedacht habe, als ich angefangen habe zu lessen. Denn da mochte ich Valancy nicht besonders, weil sie in meinen Augen schwach war - doch sie hat sich weiterentwickelt. Sie wurde immer mehr zu ihrem eigentlichen Ich, das davor nur in ihr geschlummert hat.
 Es ist keine spannende Geschichte, was ich auch nicht kritisieren will, sie ist echt schön geschrieben und schön zu lesen. Und ich würde dieses Buch echt weiter empfehlen, weil es einfach schön zu lesen ist, was für eine positive Wendung ein Leben nehmen kann.


Petra Kaser



Die Intensität der ersten großen Liebe

Rainbow Rowell

Eleanor & Park

Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit

Hanser 2015, 360 Seiten

ISBN 978-3-446-24740-6

Ab Jahren

 

Als Eleanor das erste Mal in den Bus zu ihrer neuen Schule steigt, bietet ihr Park aus Mitleid den Platz neben sich an, da sonst keiner ihr einen Platz überlassen will. Park ärgert sich über sich selbst und übr die etwas pummelige Eleanor und versucht sie eigentlich nur zu ignorieren, was ihnen beiden recht ist. Sie sind beide Außenseiter. Park fühlt sich nicht wirklich als würde er dazu gehören und Eleanor wird von allen gemobbt. Aber mit der Zeit kommen die beiden ins Gespräch und es entwickelt sich etwas zwischen ihnen.

 

Auf dem Cover sieht man nur die Oberkörper von Park und Eleanor von hinten, die in etwas Abstand nebeneinander sitzen und beide Musik hören, zusammen wie es scheint. Der Rest des Covers ist komplett weiß. Das soll vielleicht zeigen, wie alles andere verschwimmt wenn die beiden zusammen sind.

 

Mir hat der Roman wirklich gut gefallen. Es war eine reine Liebesgeschichte, die nicht irgendwie in eine distopische oder fantastische Welt eingebaut war, was ich sehr nett fand. Sie ist auch wirklich wunderschön geschrieben und die Sprache passt perfekt zu der Geschichte und der Liebe, die sich zwischen Park und Eleanor langsam entwickelt. Ein Buch für alle, die Liebesgeschichten lieben.

 

Gregor Schindler

 


Von Vertrauen, Geborgenheit und Respekt

Sarah N. Harvey

Drei kleine Wörter

Originaltitel: Three little Words

Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther


dtv 2015, 252 Seiten


ISBN: 978-3-423-65014-4

Ab 12 Jahren

In diesem Buch geht es um den 16 jährigen Sid, der, seit er denken kann bei seinen Pflegeeltern lebt und diese auch als seine richtigen Eltern sieht. Denn seine leibliche Mutter hat sich nie gemeldet und ihn im Alter von zwei Jahren alleine zurückgelassen und von seinem Vater kennt er nicht ein mal den Namen. 
Seine Eltern nehmen auch immer wieder andere Pflegekinder auf, um ihnen zu helfen. Seit kurzem ist da auch ein kleines Mädchen, das anscheinend viel Schlimmes erlebt hat und nicht mehr als „Bitte und Danke“ sagt. Sid beginnt sich mit ihr anzufreunden.
Und dann kommt die große Überraschung. Ein Mann taucht auf und erzählt ihm, dass seine leibliche Mutter und kurz darauf auch sein Halbbruder, von dem er bis dahin nicht wusste, verschwunden sind und er solle doch bitte mitkommen und seiner leiblichen Großmutter bei der Suche helfen. 




Das Cover ist in satten, warmen Brauntönen gehalten. Auf einer Tischplatte liegt ein Blatt mit einer Bleistiftzeichnung von einem Haus und einem Bot und drum herum verstreut noch weitere Zeichenutensilien. Darüber stehen der Titel und der Name der Autorin. Ich finde, das passt gut zur Handlung des Buches, in dem Zeichnen eine wesentliche Rolle spielt und durch den Titel noch viel besser passt. Denn dieser ist eine Anspielung auf die ersten drei Worte, die das kleine Mädchen sagt, auch wenn sie nicht die eigentliche Hauptperson des Buches ist.

 

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es beschreibt was Familie ist und ausmacht und, dass Familie nicht unbedingt durch Blutsverwandtschaft definiert werden muss. Außerdem handelt die Geschichte vom Vertrauen, das man schenken kann oder einfach so verdient, ohne sich richtig anstrengen zu müssen und wie viel das ausmachen kann, denn Vertraute stärken einem manchmal nur durch ihre Anwesenheit. 
Auch die Wortwahl und die Art der Erzählung gefallen mir gut, denn es wird niemand je abgewertet, sondern die guten Seiten der Personen aufgezeigt.

 

Petra Kaser


 


Auf der Welle des Lebens

Alexa Hennig von Lange


Die Welt ist kein Ozean

cbt 2015, 348 Seiten


ISBN: 978-3-570-16296-5

Ab 14 Jahren

 

In „Die Welt ist kein Ozean“ geht es um ein Mädchen, namens Franziska, das aus seinem normalen Leben ausbrechen möchte und deshalb ein Praktikum in einer psychiatrischen Klinik macht. Franziska hat eine sehr fürsorgliche Mutter, die sie nicht loslassen will. 
Ihr Lebenstraum ist für ein Jahr nach Australien zu gehen, um ihren Traum, Musikerin zu werden zu verwirklichen. 
Doch als sie in der Klinik den jungen Patienten, namens Trucker kennen lernt, ändert sich ihr Blick auf alles. Er spricht nicht, weil er ein sehr schlimmes Trauma erlebt hat, und doch fühlt Franziska irgendwie eine Vertrautheit zwischen ihnen. 
Und dann ist da noch ihre beste Freundin, die das Vertrauen an die Liebe zwischen Menschen verloren hat. Sie will sich nicht verlieben, weil das ihren Erfahrungen nach nur Schmerzen verursacht, denn ihr Vater hat ihre Mutter verlassen und sich seit dem auch nicht mehr bei ihr gemeldet.

Auf dem Cover ist ein schönes Bild von einem Mädchen mit roten Haaren zu sehen, das unter einer riesigen Welle steht und darüber steht auf einem Band der Titel des Buches. Ich finde dieses Cover einfach faszinierend und ansprechend, sodass man das Buch lesen will, auch wenn man noch gar nicht weiß, worum es gehen wird. Es passt auch sehr gut zu der Geschichte, weil das Meer mit seinen Wellen eine wesentliche Rolle spielt. 



 

Dieses Buch macht sich sehr gut als Sommer Lektüre mit seinem einfachen Stil und der netten Liebesgeschichte zwischen einem stummen Jungen und einem Mädchen, das die Welt entdecken will. Aber auch alle anderen Aspekte, die in die Geschichte eingearbeitet sind, finde ich sehr schön, denn sie handeln ebenso von Freundschaft, Vertrauen, Erwachsen werden, Loslassen, wie dem Versuch sein Leben so zu leben, dass alles auf einer Skala von 1 bis 10 eine zehn ist. 
Ganz Besonders hat mir das Ende gefallen, denn Franziska muss sich eigentlich nicht entscheiden, weil sie beides haben kann und gerade, wenn sie versucht hätte, eines von beiden aufzugeben, hätte sie das wahrscheinlich ihr Leben lang bereut.

 

Petra Kaser

 

 


Hoher Angstfaktor · cooles Cover · irre fesselnd

Ursula Poznanski


Layers

Loewe 2015, 444 Seiten


ISBN: 978-3-7855-8230-5

Ab 14 Jahren

 

In diesem Roman geht es um Dorian. Er ist von daheim weggelaufen, weil er nicht mehr mit seinem Vater unter einem Dach leben konnte und seine Mutter vor ein paar Jahren gestorben ist. Eigentlich lebt er nicht gerne auf der Straße, er würde lieber in die Schule gehen. 
Außerdem hat er seine ganz persönlichen Grundsätze, wie nicht zu stehlen. 
Doch ein anderer Obdachloser will ihm sein Taschenmesser abnehmen und das lässt Dorian sich nicht gefallen. Am nächsten Tag wacht er vor der Leiche dieses Obdachlosen auf und sein Messer liegt in der Blutlacke, doch Dorian kann sich nicht daran erinnern diesen Mord begangen zu haben. Und dann taucht scheinbar sein Retter auf. Ein junger Mann, der meint er wird ihn zu einem Ort für obdachlose Jugendliche bringen wo es ihm an nichts wichtigen fehlen wird und wo er sicher sei. 
In dieser Villa muss Dorian auch anscheinend wirklich kaum etwas für Verpflegung, Kleidung und Bildung tun, nur immer wieder Flugblätter austeilen. 
Er fühlt sich in seinem neuen zu Hause wohl, doch dann verschwindet sein Freund und er muss „Werbegeschenke“ unter komischen Bedingungen verteilen. Alles scheint gut zu laufen, bis er eines Tages seinen Auftrag nicht erfüllen kann, und nicht abgeholt wird…

 

Das Cover ist sehr cool gestaltet. Man kann es ausklappen und  in der Mitte befindet sich ein Viereck, das immer kleiner wird. Um dieses Viereck herum steht der Titel und das auf eine interessante Art und Weise. Die Worte überschneiden sich und machen neugierig. Außerdem ist der Klappentext nicht viel mehr als zwei Sätze, und wenn man das Cover aufklappt, erhält man den eigentlichen Klappentext und auf der innersten Seite steht: „ Die Wahrheit ist vielschichtig“. 
Ich finde dieses Cover echt super und es passt auch wirklich gut zu diesem Buch mit all seinen Geheimnissen und den Layers, die nicht jeder sehen kann. Auch der Titel passt, weil die Layers die Botschaften sind, die kaum wer sieht, aber die Dorians Leben ziemlich durcheinander wirbeln. 
Mir hat dieses Cover richtig Guster gemacht und auch die Geschichte hat mich nicht enttäuscht.

 

Mich hat dieses Buch irre gefesselt und ich fand es voll gut zu lesen. Auch das überraschende Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich habe noch kein Buch gelesen, das eine ähnliche Geschichte gehabt hätte und es hat mich echt überzeugt. 
Ich kann es nur weiterempfehlen an jeden, der Spannung und Überraschungen mag.

 

Petra Kaser

 


Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise

Kate Hattemer


Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise


Originaltitel: The Vigilante Poets of Selwyn Academy


Aus dem Englischen von Ingo Herzke


Carlsen 2015, 334 Seiten


ISBN: 978-3-551-58330-7

 

 

Dieser Roman spielt an einer Kunstschule und handelt von den Freunden Luke, Elizabeth, Jackson und Ethan, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie sind alle schon lange befreundet und gehen an die selbe Schule, die bis zu diesem Schuljahr eigentlich ganz normal war; mit vielen durchschnittlichen Lehrern, nur halt mit einem besonderen Schwerpunkt. Auf den Fluren haben sich die Schüler über Kunst unterhalten, doch jetzt soll an ihrer Schule eine Reality Show von kTV gedreht werden und seitdem reden alle nur noch davon. Nur die besten Schüler sollen daran teilnehmen und jede Woche gibt es eine Challenge und immer wird ein Teilnehmer hinausgeworfen. Luke ist absolut gegen kTV und will seine Meinung auch äußern, doch seine Artikel werden aufgrund seiner Kritik immer abgelehnt. Deshalb beginnt er mit seinen Freunden Nachzuforschungen anzustellen und auch wirklich etwas zu unternehmen. Doch die Zukunft hält einige Überraschungen für sie bereit und nicht alle davon gefallen Ethan. Und dabei spielt auch Mayonnaise, die kleine tapfere Rennmaus eine wichtige Rolle.

 

Das Cover ist sehr knallig gestaltet. Der Hintergrund ist Grün und wird fast vollständig vom Titel eingenommen, der in großen gelben Buchstaben mit schwarzem Rand geschrieben ist. Dazwischen ist ein Fernseher mit einem Jungenkopf, ein Mädchengesicht, zwei weitere  Jungen, einer, der in ein Megaphon hinein schreit und einer, der neugierig nach oben schaut und eine Rennmaus abgebildet. Außerdem ist auch das eigentliche Buch, d.h. das Buch ohne Schutzumschlag, bedruckt. Und zwar mit einigen Fernsehern und einer Wüstenrennmaus.
Ich finde das passt ganz gut zur Geschicht. Durch den Fernseher wird die Realitiy Show dargestellt und der schreiende Junge symbolisiert den Aufstand, und, da es auch um ein Mädchen geht, passt auch dieses sehr gut hinein. 
Auch beide Titel passen sehr gut, weil sie einerseits mit einem Gedicht kämpfen und dass eben für Freiheit und Kunst.

 

Mir hat dieses Buch gut gefallen, denn es ist eigentlich sehr realitätsnah, besonders durch die Fragen und Probleme, mit denen Ethan sich auseinandersetzen muss. Ein paar davon sind: was man alles tun darf um seine Ziele zu erreichen oder was Freundschaft und Liebe eigentlich wirklich ausmachen und, dass es oft gar nicht so einfach ist, mit Menschen umzugehen. Und ich glaube vor diesen Problemen steht jeder mal in seinem Leben. Außerdem hat mir diese Idee mit der Reality-Show gut gefallen.

 

Petra Kaser

 



Survivalcamp für Mädchen

Kristen Fuchs

Mädchenmeute

Rowohlt, 2015, 462 Seiten


ISBN: 978-3-87134-7641

Ab 14 Jahren

 

Die Ich-Erzählerin dieses Buches ist Charlotte. Sie ist ein sehr schüchternes und scheues Mädchen, äußert sich ungerne vor Menschenmengen und zieht sich gerne in ihre eigenen vier Wände zurück. Deshalb schlägt ihr ihre Mutter dieses Camp vor, das nur für Mädchen ist und wo sie lernen sollen in der Natur zu Recht zu kommen. Außerdem herrscht dort absolutes Handyverbot. Auch wenn sie eigentlich keine Lust auf dieses Camp hat, landet sie dann mit einigen anderen Mädchen dort bei einer sehr komischen Betreuerin.
 Gleich zu Beginn passieren einige seltsame Sachen: die Mädchen werden in ihre Unterkünfte eingesperrt, ihre Taschen verschwinden, eine unerklärliche Blutlacke ist im Speiseraum zu sehen und die Betreuerin ist verschwunden. 
So beginnen die seltsamsten Ferien, die Charlotte total verändern.

 

Das Cover von „Mädchenmeute“ ist knallig rot und hat sonst kaum Gestaltung. Nur unten rechts ist ein, mit Bleistift gezeichneter Hund zu sehen und der Titel steht oben mittig zweigeteilt in weißen Buchstaben und darüber steht die Autorin in schwarzen Buchstaben. Ende, mehr ist da nicht. Der Hund passt sehr gut zur Geschichte, weil die Mädchen auf ihrem Abendteuer Hunde aufgabeln und Charlotte hätte ich mir in etwa so vorgestellt. Aber ansonsten finde ich dieses Cover nicht sonderlich kreativ - mir würde einiges einfallen, was besser passen und auch mehr aussagen würde, als ein rotes Cover mit einem Hund darauf. Zum Beispiel hätte man ihre Höhle oder den Wald abbilden können. 
Den Titel finde ich besser als das Cover, weil er einerseits auch so im Buch vorkommt und andererseits es eben um eine Mädchengruppe geht.

 

Die Geschichte hat mich nicht besonders überzeugt, denn sie hatte etwas sehr naives an sich und hat für mich lange überhaupt keinen Sinn ergeben. Am Ende gibt es zwar eine Erklärung für alles, doch auch die war etwas aus der Luft gegriffen. 
Allerdings fand ich auch nicht alles nur schlecht doch ich glaube, dass dieses Buch für Jüngere durchaus nett zu lesen sein könnte. Denn dann hat man den Glauben an Geister noch nicht verloren und ist auch gerade in dem Alter, wo Jungs gerade interessant werden. Aber zu jung sollte man auch nicht sein, denn man braucht ein bisschen Hintergrundwissen, um die Geschichte von dem Großvater verstehen zu können. Also würde ich es 13 bis 14 jährigen empfehlen.

 

Petra Kaser



Xandras Leben im Zirkus

J. J. Howard


Mitternachtsclowns


Originaltitel: That Time I Joined the Circus


Aus dem amerikanischen Englisch von Sandra Knuffinke und Jessica Komina


Loewe, 2015, 286 Seiten


ISBN: 978-3-7855-7887-2

Ab 12 Jahren

 


In “Mitternachtsclowns” geht es um die siebzehnjährige Xandra, deren Mutter sie vor langer Zeit verlassen hat und deren Vater durch einen Unfall gestorben ist. Ihre besten Freunde reden auch nicht mehr mit ihr und sie hat auch sonst keine Familienangehörigen mehr. Der Anwalt ihres Vaters teilt ihr mit, dass auch kein Geld sondern nur Schulden übrig sind und deshalb soll sie nach ihrer Mutter, die das letzte Mal bei einem Circus gesehen wurde, suchen, weil sie ja auch noch nicht Volljährig ist. 
Da ihr nichts  anderes übrig bleibt stürzt Xandra sich in das Abendteuer, das ihr ganzes Leben beeinflussen wird. 


 

Auf dem Cover sieht man ein Zirkuszelt und darüber einen klaren Sternenhimmel auf dem der Titel und der Name der Autorin steht. Dieses Bild passt gut zu der Geschichte, da es dabei um Xandras Leben im Zirkus geht, auch wenn ich es noch um ein paar Noten oder etwas anderes, das auf Musik anspielt, ergänzen würde. Denn für Xandra spielt Musik eine wichtige Rolle und es werden auch viele Lieder namentlich genannt.
Wie fast immer finde ich den Originaltitel passender als den deutschen, weil es um das Leben im Zirkus geht und die Mitternachtsclowns erst ganz am Ende vor kommen und daher dieses Wort einem etwas anderes erwarten lässt.

Ich fand dieses Buch ganz okay. Es ist nichts Herausragendes, denn es ist weder besonders spannend noch extrem lustig, aber es ist eine nette Geschichte, auch wenn mir das Ende nicht hundertprozentig gefallen hat. Damit will ich nicht sagen, dass es kein Happy End wäre, denn das ist es auf jeden Fall, doch es ist so ein “typisches Buch” und irgend etwas stört mich daran, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was. Am Schluss kommt Xandra mit ihrer ersten Liebe zusammen… Und geht dadurch zurück in ihr altes Leben, obwohl sie sich um einiges weiterentwickelt hat. Und außerdem meint sie, dass sie zwei Jungen gleichzeitig liebt, was meiner Meinung nach nicht richtig geht. Man kann schon mehrere Menschen gleichzeitig lieben, aber man kann nicht in zwei Jungs gleichzeitig verliebt sein und es kommt nicht gut, wenn man einfach den ersten wieder nimmt, weil der zweite einen doch nicht haben will. Das ist einfach nicht cool und ich hätte mir mehr von diesem Buch gewünscht, denn der Rest des Endes gefällt mir sehr gut. Nämlich, dass sie herausfindet was sie werden will, echte Freunde hat und eine Familie. 

 


Petra Kaser

 


Würdest du deine intimsten Geheimnisse dem Internet anvertrauen?

Corey Ann Haydu

Don’t tell me lies

O-Titel: Life by CommitteeAus dem amerikanischen Englisch von Clara Mihr

dtv 2015, 345 Seiten

ISBN 978-3-423-71626-0

Ab 14 Jahren

 

Tabitha ist verzweifelt. Ihre besten Freundinnen haben ihr letzten Sommer die Freundschaft gekündigt und sie ist hoffnungslos in Joe verliebt, der aber eine Freundin hat - die fantastische Sasha Cotton. Trotzdem küsst sie Joe, der anscheinend auch etwas für sie empfindet. Seitdem macht sie sich aber Vorwürfe, da sie nicht so ein Mädchen sein will, das einfach den Freund einer anderen küsst. Das würde ja auch die Meinung, die ihre ehemaligen Freundinnen von ihr haben, bestätigen. Sie will keinem davon erzählen. Dann findet sie die anonyme Internetseite „Life by Comittee“, auf der man Geheimnisse posten kann und dann eine Aufgabe bekommt, die einem im Leben helfen soll. Tabitha postet ihr Geheimnis und bekommt auch eine Aufgabe. Sie soll Joe noch einmal küssen...

 

Auf dem Cover des Buches sieht man ein paar Füße in Ballerinas auf Parkettboden stehen. Das ganze wurde mit einem orangen Filter behandelt. Das soll an „Life by Comitte“ erinnern, da viele Mitglieder genau solche Bilder posten, die ihre Gesichter nicht zeigen und so ihre Identität wahren. Ich finde das Cover eigentlich recht passend, da es auf einen wichtigen Teil des Buches verweist. Es zeigt irgendwie auch Tabithas Einsamkeit, da man allein ihre Füße sieht.

 

„Don’t tell me lies“ ist ein schönes Buch, das sehr gelungen Tabithas Geschichte erzählt. Es vermittelt Tabithas Gefühle über ihre Situation wirklich gut und lässt einen mit ihr mitfühlen. Man kann ihre vielen Dilemmas verstehen, sei es ihre Liebe zu Joe, die Ablehnung ihrer Freundinnen oder ihr kiffender Vater. Es könnte eigentlich auch eine Geschichte aus dem wirklichen Leben sein. Man merkt auch, wie ich finde, schnell, dass sie bei „Life by Committee” in eine etwas zwielichtige Gruppe gekommen ist, die schon fast an eine Sekte erinnert, mit dem absoluten Gehorsam und einem fast allmächtigen Anführer. Ein wichtiger Aspekt in „Don’t tell me lies“ ist auch das Hüten von Geheimnissen, das einen von innen auffressen kann, wie man an Tabitha sieht. Ein Kritikpunkt an der Geschichte ist, dass sie niemandem etwas von dem Kuss erzählt hat, nicht einmal ihren Eltern, mit denen sie über alles reden kann und die deswegen sicher nicht der Meinung gewesen wären, dass sie eine Schlampe sei, wie sie es befürchtet. Aber das ist eigentlich auch der einzige unlogische Punkt, der mir aufgefallen ist. Ein Buch für alle, die Liebesgeschichten mögen, die auch mal anders ausgehen als gewohnt.

 

Gregor Schindler

 



Fulminantes Ende der "Zwischen den Welten" Trilogie

Laini Taylor
Dreams of Gods and Monsters

Hodder & Stoughton
2014
ISBN 978-1-444-72276-5

Ab 14 Jahren

Jael und seine Armee sind in die Welt der Menschen eingedrungen. Von dort will er Massenvernichtungswaffen, mit denen er Krieg gegen die mächtigen Stelianer führen will. Das müssen Akiva und Karou verhindern. Aber dafür müssten sie Wiedergänger und Unsegliche vereinen und das scheint geradezu unmöglich. Doch mithilfe von Ziri, der den Körper des weißen Wolfes trägt, gelingt es ihnen einen brüchigen Waffenstillstand zu schaffen. Doch damit ist es nicht geschafft, denn sie stehen immer noch einer gewaltigen Übermacht entgegen. Außerdem wird Akiva gejagt und zwar von der Königin der Stelianer höchstpersönlich…

 

Auf dem Cover sieht man ein altmodisches Schlüsselloch auf blauem Hintergrund. Aus dem Schlüsselloch fliegen Krähen und in dem Schlüsselloch sieht man ein Stück Nachthimmel mit vielen Sternen. Ich glaube, dass das Ganze die Armee symbolisieren soll, die durch das Portal in unsere Welt kommen, und das Unheil, das sie bringen.

 

„Dreams of Gods and Monsters“ ist, meiner Meinung nach, fast das beste Buch der Serie. Es ist unheimlich spannend und genial geschrieben. Zwar ist es an vielen Stellen sehr rasant, doch durch lange innere Monologe weiß man sehr gut wie sich die Charaktere fühlen und was sie denken. Noch dazu wird endlich etwas mehr über die Vergangenheit der Seraphim offen gelegt, womit auch alle anderen Teile mehr Sinn ergeben, was ich wirklich toll finde. Außerdem gibt es wahnsinnig viele Schockmomente, die einem bis zur letzten Seite gefesseln. Außerdem kommt noch eine zweite Liebesgeschichte dazu, die mir persönlich viel besser gefällt als die Hauptliebesgeschichte. Ein Muss für alle Fans der vorigen Teile und allgemein für alle Fantasy-Fans.

 

Gregor Schindler

 


Karou bedeutet Hoffnung

Lainin Taylor

Days of Blood and Starlight, Band 2 – Zwischen den Welten

Aus dem amerikanischen Englisch von Ann Julia und Christine Strüh

FJB 2013, 607 Seiten

ISBN 978-3-8414-2137-1

 

Seit Karous Kampf mit einem Engel ist die ganze Welt in Aufruhr. Überall gibt es angebliche Engelsichtungen. Jede Zeitschrift will Informationen von Karou. Die ist aber nicht aufzufinden, nirgendwo gibt es auch nur eine Nachricht von ihr, nicht einmal ihre beste Freundin Zuzanna weiß wo sie ist. Allein Akiva weiß wo sie sich aufhalten könnte, nämlich in Eretz. Verzweifelt sucht er nach ihr, doch er findet nur ein Turibulum auf dem ihr Name steht. Gebrochen, da er denkt sie sei tot, kehrt er zu den Unseligen zurück. Die sind mit dem Rest der Armee gerade dabei die restlichen Gebiete zu besetzen und die Chimären zu versklaven. Doch bald schon kommt es zu Angriffen auf Seraphim und keiner kann sich erklären wie das passieren kann. Denn die Wiedergänger existieren nicht mehr. Was sie aber nicht wissen, ist, dass es einen neuen Wiedererwecker gibt. Dieser baut unter der Führung von Thiago, dem weißen Wolf, die Chimärenarmee wieder auf. Dieser neue Wiedererwecker ist Karou.

 

Das Cover ist fast bis zum Platzen gefüllt mit Details. Einen großen Teil nimmt ein Ausschnitt von Karous Gesicht ein. Man sieht die linke Hälfte davon und um ihr Auge ist ein Blumenähnliches Tatoo gezeichnet. Umterhalb sieht man die Skyline einer arabischen Stadt mit vielen Minaretten und links unten zieht sich ein Ziegenkopf, der an ein okkultes Symbol erinnert, bis über den Buchrücken.

 

„Days of Blood and Starlight“ hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es ist ein typisches Fantasybuch mit einer epischen Geschichte und viel Magie, hat aber auch moralische Aspekte, nämlich das Verzeihen von Gräueltaten, ohne das es keinen Frieden geben kann. Natürlich musste, wie in allen Büchern in letzter Zeit, eine große Liebesgeschichte dabei sein, aber da mir der Rest des Buches und die Geschichte so gut gefallen hat, kann ich darüber leicht hinweg sehen. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Handlungen sehr logisch und realistisch waren. Man konnte sich gut vorstellen, dass die Personen auch in echt so reagieren würden. Ein absolutes Muss für jeden Fantasyfan.

 

Gregor Schindler

 


Über das Finden des eigenen Weges, unabhängig vom anderen

Nina LaCour


Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem


Originaltitel: The Disenchantments


Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit


Carlsen, 2015, 268 Seiten


ISBN: 978-3-551-58334-5


Ab 14 Jahren

 

 

In diesem Buch geht es um den talentierten Zeichner Colby, der nach dem High-School Abschluss vor hat, nicht wie alle anderen auf ein College zu gehen, sondern zuerst ein Jahr lang mit seiner besten Freundin Bev durch Europa zu reisen. 
Doch bevor sie nach Europa fliegen, haben sie noch eine Tour mit Bevs Band geplant. Doch dann lässt Bev, in die Colby schon lange verliebt ist, die Bombe platzen. Sie hat sich für ein College beworben und wurde genommen und wird daher nicht mit nach Europa kommen. 
Diese Nachricht trifft Colby zutiefst, und er weiß nicht, was er tun soll. Er überlegt sogar kurz, nicht mit auf Tournee zu kommen, doch Meg und Alexa sind auch seine Freundinnen und nach diesem Sommer wird nichts wie früher sein. Denn Meg wird aufs College gehen so wie Bev, und Alexa hat noch ein ganzes Schuljahr vor sich. Alle haben Pläne - nur er nicht…

 

Das Cover ist eine Collage aus mehreren Bildern. Alle haben etwas Ferien mäßiges an sich. Eines zeigt ein blondes Mädchen, ein anderes das Schild eines Motels und auf wieder einem anderen ist ein Mikrofon zu sehen. Alles ist in hellen Farben wie Gelb, Hellblau und Türkis gehalten. 
Ich finde es nicht sehr leicht zu sagen, ob diese Gestaltung wirklich passt. Irgendwie schon, denn die Geschichte handelt von den letzten gemeinsamen Sommerferien und von einer Band. Doch sie hat auch Trauriges und Deprimierendes an sich, und das Cover vermittelt eigentlich nur Fröhlichkeit
. Der deutsche Titel passt, im Vergleich zum Originaltitel, nicht so gut. Erstens weil er irgendwie zu lang ist und zweitens, weil “The Disenchantments“ der Name der Band ist, auch wenn diese nicht im Mittelpunkt steht, so ist sie doch die ganze Zeit präsent. Außerdem lässt die Erwähnung eines Anfangs darauf schließen, das von diesem auch mehr erzählt wird, was aber nicht der Fall ist.

Diese Geschichte zeigt sehr schön, dass man seinen eigenen Weg finden muss, und dass der Traum eines anderen nicht unbedingt der eigene Traum sein muss oder soll. Erwachsenwerden ist kein einfacher Prozess, doch man muss seine eigenen Fehler machen, um daraus zu wachsen. Manche suchen das Abendteuer, andere wollen einfach nur ein ganz normales Leben und egal wofür man sich entscheidet, es wird immer Höhen und Tiefen geben. Man kann nie genau wissen, was als nächstes kommt oder was andere denken, aber so ist das Leben nun mal.


Das sind die Hauptaussagen dieses Geschichte und das finde ich toll, besonders, weil ich selber momentan vor viele Fragen gestellt werde, die mein Leben beeinflussen. 
Dieses Buch ist leicht nachdenklich geschrieben und nicht auf schöne heile Welt und kann einem dadurch vielleicht auch ein bisschen runter ziehen, aber auch sehr zum Nachdenken anregen, was mir eigentlich immer gut gefällt, weil ich selber gerne viel denke.

 

Petra Kaser

 



Das Mädchen mit den blauen Haaren

Laini Taylor                                                                                            Daughter of Smoke and Bones 1 - Zwischen den Welten                                                                                                    Aus dem amerikanischen Englisch von Anne Julia und Christine Strüh FJB 2012, 488 Seiten                                                                        ISBN 978-3-8418-2136-4                                                                     Ab 14 Jahren

Die 17-jährige Karou geht auf eine Kunstakademie in Prag. Nach außen hin wirkt sie wie eine vollkommen normale Schülerin, aber das ist sie nicht. Denn aufgezogen wurde sie von Chimären, Wesen, die aus verschiedenen Tieren und Menschen bestehen, in einem Geschäft in dem Wünsche verkauft werden. Die Chimären wirken auf andere vielleicht wie Monster doch für Karou sind Brimstone, Issa und die anderen ihre Familie. Ab und zu muss sie auch einen Auftrag für Brimstone erledigen. Eines Tages begegnet sie in Marrakesch, während sie einen Auftrag erledigt, einen Fremden mit brennenden Augen. Ab diesem Tag stellt sich ihre ungewöhnliche Welt auf den Kopf…

Auf dem Cover von „Daughter of Smoke and Bone“ Sieht man Karou mit ihren typischen blauen Haaren. Die dominierende Farbe ist blau. Unten am Rand sieht man die Skyline von Marrakesch. Am linken Rand befinden sich ein halber Flügel und ein Horn.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Am Anfang war ich nicht sehr begeistert, da ich gedacht habe, dass wieder eine Herzschmerz Geschichte über eine unheimlich starke Liebe erzählt wird, zu der halt etwas Fantasy gemischt wird. Allerdings habe ich mich da getäuscht. Die Liebesgeschichte wird zwar behandelt und spielt auch eine große Rolle, allerdings nimmt sie nicht allzu viel Platz ein, was ich sehr gut finde. Ein wirklich, wirklich heißer Tipp für Fantasy Liebhaber.

Gregor Schindler

 


Tod durch Bakterien

Virgina Bergin


Rain, das tödliche Element


Aus dem Englischem von Rainer Schmidt


KJB, S.Fischer 2015, 414 Seiten


ISBN: 978-3-7373-5155-3

Ab 14 Jahren

 

In dem Thriller „Rain“ geht es um die 15 jährige Ruby Morris, die bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem kleinen Halbbruder lebt. Sie kommt mit ihrem Stiefvater nicht besonders gut aus. Egal was er sagt, sie fängt sofort an, mit ihm zu streiten. Doch als Ruby gerade das Gefühl hat das Leben meine es doch auch einmal gut mit ihr, fängt es an zu regnen. Klingt eigentlich nicht besonders tragisch und ist für diese Gegend auch nicht untypisch, aber im Regen sind winzigste Bakterien, die für Menschen schon in kleinsten Dosen tödlich sind. Und es gibt keine Medikamente dagegen. Mit Glück schafft sie es noch nach Hause und auch ihre restliche Familie kann sich vorerst retten. 
Doch wie überlebt man in einer Welt, in der das Wasser tödlich verseucht ist???

Am Cover ist ein Mädchen auf einer langen einsamen Straße zu sehen und in der Ferne sieht man auch ein paar Hunde. Darüber sind Wolken, die gefährlich nach Regen aussehen. Außerdem steht groß in der oberen Hälfte „RAIN“ in roten Buchstaben auf denen auch Regentropfen sind. Ansonsten ist auch alles eher in düsteren Farben gehalten. Ich finde das passt alles sehr gut zum Buch, da Ruby den größten Teil der Zeit alleine überleben muss und es sieht manchmal echt nicht gut für sie aus. Auch Hunde spielen keine unbedeutende Rolle, denn sie begleiten sie einerseits, andererseits stellen sie durchaus auch eine Gefahr für dar, denn Tieren und Pflanzen macht das bakterieninfizierte Wasser nichts aus, können die Menschen aber unabsichtlich damit in Berührung bringen.


 

Ich finde dieses Buch echt klasse!!! Es ist trotz des ernsten Themas immer wieder lustig und total fesselnd, denn es hält sich nicht ewig mit schlimmen Dingen auf, weil die Hauptberson ja die ganze Zeit ums Überleben kämpfen muss. Und es macht einem auch immer wieder nachdenklich. Da man erst, wenn man etwas verliert, sieht, was man eigentlich alles hatte. Zum Beispiel wünscht sich Ruby diese ewigen Streitereien zurück. Nichts hätte sie lieber. Und sie erfährt auch am eigenen Leib wie es so ist, wenn einem ein Kind, das man versucht für sich zu gewinnen, immer nur wegstößt und man nicht mal eine richtige Chance bekommt. Und genau das hat sie eigentlich auch immer bei ihrem Stiefvater gemacht, was ihr aber erst jetzt, wenn sie in dieser Lage ist richtig bewusst wird. Und genau diese kleinen Dinge machen dieses Buch so richtig gut. Und auch die Spannung ist gut zum Aushalten. 
Ich würde es auf jeden Fall weiter empfehlen, denn wenn man einmal anfängt, will man gar nicht mehr aufhören zum Lesen.

 

Petra Kaser



Das Leben ist eine Achterbahn oder Vom Mut zum eigenen Selbst

Robin Schneider 


Mein wahrhaft wirkliches Leben davor und danach

Originaltitel: The Beginning of Everything


Aus dem amerikanischen Englisch von Bernadette Ott


dtv 2014, 396 Seiten


ISBN: 978-3-423-74008-1

Ab 14 Jahren

 

Dieses Buch erzählt die Geschichte von dem Jungen Ezra, der einen Unfall hat, der sein ganzes Leben beeinflusst. Davor war er beliebt, hatte eine Freundin und sehr gut Tennis gespielt. Doch von seinen angeblichen Freunden komm ihn niemand im Krankenhaus besuchen. Sie schrieben ihm lediglich eine Karte. Sein Pech ist es einfach, dass er bei dem Autoumfall so am Knie und am Handgelenk verletzt wird, dass er nie wieder Tennis spielen kann. Er humpelt und ohne seinen Stock kann er sich neuerdings nicht mehr fortbewegen. Seine Mutter ist besorgt und lässt ihn kaum aus den Augen. 
Er fühlt sich bei seinen alten Kameraden, die fast ausschließlich Sportler sind, nicht mehr wohl. 
Doch er hat Glück denn in seiner Kindheit hatte er einen besten Freund, der ihn jetzt auffängt. Und dann ist da noch dieses seltsame neue Mädchen an seiner Schule. 
Und so beginnt Ezra sich zu verändern und herauszufinden wer er sein will.

 

Das Cover ist nicht besonders einfallsreich gestaltet. Es hat einen gelben Hintergrund und die obere Hälfte nimmt der Titel, der in hellblauen Buchstaben geschrieben ist, in Anspruch. Die untere zeigt eine grob gezeichnete Achterbahn in Orange. Ich finde das etwas einfallslos, aber die Farben sind angenehm und die Geschichte beginnt ebenfalls mit einer schrecklichen Achterbahnfahrt, also ist es auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.
 Wie fast immer finde ich den Originaltitel besser als den deutschen, denn „The beginning of erverything“ spielt darauf an, dass damit erst alles anfängt und zeigt, dass Ezra vor dem Unfall nicht richtig gelebt hat. Der deutsche Titel spielt auf ein Davor und ein Danach an, was auch nicht ganz falsch ist, denn es wird im Buch immer wieder was von seinem Leben vor dem Unfall erzählt. Aber eigentlich geht es um die  Zeit danach und was die mit ihm gemacht hat.

Es ist ein gutes Buch, in dem beschrieben wird, was was wahre Freunde ausmachen und, dass man sich nicht verstellen sollte, sondern versuchen heraus zu finden, wer man eigentlich ist und sein will. Und in Ezras Fall hat ihn der Unfall dazu gebracht sich selbst zu suchen und nicht alle anderen sein Leben bestimmen zu lassen. Diesen Schritt müssen alle Menschen in diesem Alter machen und das erfordert natürlich Mut, denn es bringt Veränderung mit sich und davor hat man auch Angst.

 

Petra Kaser

 

 


Von "normal" zu "anders" nach 263 Tag im Koma ...

Andreas Steinhöfel
Anders
Mit Bildern von Peter Schössow
Königskinder 2014, 235 Seiten
ISBN: 978-3-551-56006-3
Ab 13 Jahren

Felix ist ein ganz normales Kind. Dann hat er genau zu seinem elften Geburtstag einen Unfall und fällt ins Koma. 263 Tage später wacht er mit Amnesie wieder auf. Genau die Anzahl an Tagen die seine Mutter mit ihm schwanger war. Doch Felix ist nicht mehr derselbe. Etwas Seltsames ist mit ihm passiert. Er sieht jetzt um jeden Menschen eine Farbe, wie eine Aura und kann Krankheiten riechen. Auch klettern kann er wie ein  Eichhörnchen und, er will jetzt Anders genannt werden. Aber es gibt etwas, das ihn belastet. ein Geheimnis, das er schon vor dem Unfall hatte…

Das Cover ist fast vollständig weiß. Nur auf der unteren Seite sieht man Anders’ Kopf bis zu den Augen, der in grau gehalten ist, hervorschauen.

Mir hat „Anders“ wirklich gut gefallen. Es verbreitet eine sehr ruhige Atmosphäre, in der doch etwas Spannung herrscht. Der Protagonist ist zwar Anders, allerdings wird nicht aus seiner Perspektive erzählt, sondern aus der seiner Mitmenschen, die jetzt mit seinen Veränderungen umgehen müssen. Die Lektüre hat einen oft zum Nachdenken gebracht. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die gerne etwas mehr nachdenken.

Gregor Schindler

Die Leere am weißen Umschlag passt auch gut zur Leere im Kopf von Felix / Anders. In der Mitte des sehr schlichten Covers steht de Name des Autoris und des Titels in Großbuchstaben. Der Titel und die Königskrone (für den Verlag) in Gold gehalten.

Auch die liebevolle und gediegene Gestaltung des Buches ist wunderschön. Über jeder Kapitelüberschift ist eine kleine Zeichnung von Peter Schössow angebracht. Und zwar in den Farben Goldgelb und Anthrazit. Der Titel ist wieder in Großbuchstaben und in Gold geschrieben. Ebenso die Seitennummerierung und die kurzen Icherzählungs-Einschübe von Anders. Sehr zu empfehlen!

Petra Kaser 



Von Felix zu Anders

Andreas Steinhöfel


Anders


mit Bildern von Peter Schössow


Königskinder 2014, 236 Seiten


ISBN: 978-3-551-56006-3

Ab 12 Jahren

 


„Anders“ ist ein Buch, das sehr nahe an der Realität bleibt und auch in der Jetzt-Zeit spielt. Es geht um einen ganz normalen Jungen, namens Felix. Er lebt in einer kleine Stadt und es passiert nichts Ungewöhnliches bis zu dem Unfall, nach dem er 263 Tage im Koma liegt. Seine Eltern hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, doch dann wacht ihr Sohn wie durch ein Wunder auf. Aber er ist nicht der, der er vor dem Unfall war, denn er hat keine Erinnerungen mehr an sein eigenes Leben. Er weiß zum Beispiel nicht, was eine Schule ist und kann sich an seine Lehrer und Mittschüler nicht erinnern. Auch benimmt er sich anders als früher. Seine Eltern, insbesondere seine Mutter haben keine Kontrolle mehr über ihn, er tut einfach was er will und eines Tages teilt er ihnen mit, dass er ab jetzt „Anders“ genannt werden will. Außerdem ist da diese extrem verschlüsselte Datei auf seinem Laptop. Soll in ihr der Grund liegen warum sich Anders an nichts mehr erinnern kann???

 

Das Cover ist fast ausschließlich in weiß gehalten, nur im unteren Teil ist ein Teil eines Kopfes abgebildet. Man sieht nur die Augen und alles, was über diesen liegt - was nicht viel ist, da die Person eine Haube auf hat. Ich vermute, dass es Anders darstellen soll, doch mit Sicherheit kann ich das nicht sagen. Außerdem ist alles nur in schwarz und grau Tönen dargestellt nur der Titel ist in Gold geschrieben. Ich finde, dass dieses Cover nicht besonderes passt, weil es so nichts sagend ist. Man hätte auf irgend etwas im Buch hindeuten können, in dem man es zum Beispiel mit den wildesten Farben gestaltet, denn Anders sieht um Menschen herum Farben, oder ein Bild vom Unfall... irgend so was hätte ich besser gefunden, da dieses Buch alles andere als nichts sagend ist.

 

Ich finde, es ist ein sehr gutes Buch, da es viel um zwischenmenschliche Beziehungen geht und wie man mit Menschen umgeht, die sich anders verhalten als der Rest. Der Schuldirektor droht sogar an, Felix, bzw. Anders von der Schule zu werfen, weil er immer wieder zu Kindern geht und ihnen sagt, welche Farbe sie haben oder, dass sie krank sind. Anders kann ihnen sogar sagen, wo der Ursprung ihrer Krankheit liegt und überscheitet dabei unbeabsichtigt persönliche Grenzen von manchen Menschen. Was keines wegs in Ordnung ist, aber eigentlich will er den Menschen nur helfen. Und ich finde nicht, dass es der richtige Weg ist, ihn deshalb einfach von allen abzugrenzen. Der Roman regt sehr zum Nachdenken an und das gefällt mir sehr.

 

Petra Kaser

 



Von Hummeln und dem ACB Buch

Kate de Goldi

Die Anarchie der Buchstaben

Originaltitel: „The ACB with Honora Lee“

Aus dem Englischen von Ingo Herzke

Mit Illustrationen von Gregory O’Brien

2014 Königskinder, 149 Seiten

ISBN 978-3-551-56003-2

Ab12 Jahren

 

Perrys Woche ist voll durchorganisiert, vollgepackt mit Förderunterricht, Sport, Klarinettenunterricht und Klavierunterricht. Doch dann fällt der Sport am Donnerstag aus und ihre Eltern erlauben ihr, aufgrund der Tatsache, dass sich nichts anderes findet, am Donnerstag ihre Demenzkranke Großmutter Honora zu besuchen. Obwohl es Geduld braucht, sich mit Honora zu unterhalten, fühlt sich Perry sehr wohl und freundet sich auch mit anderen Heimbewohnerinnen an. Um die Zeit zu vertreiben beginnt sie ein ABC Buch mit Honora zu machen. Die hält sich zwar nicht an die Reihenfolge, aber das stört Perry nicht weiter. Schon bald helfen alle im Altersheim mit das ACB, wie Perry es nennt, fertigzustellen.

 

Das Cover des Buches ist vollkommen in Weiß gehalten und ein paar tote Hummeln, die im Buch eine Rolle spielen, sind verstreut darauf zu sehen. Der Buchrücken und auch ein kleiner Streifen des Deckels sind ebenfalls mit toten Hummeln verziert und außerdem noch mit Buchstaben und kurzen Strichen, an deren Enden sich Punkte befinden.

 

Eigentlich hat mir das Buch recht gut gefallen. Es ist nett geschrieben und hat auch einen tieferen Sinn, nämlich das Umgehen mit dem Tod und dem Älter-Werden. Und damit auch zu meinen Kritikpunkten. Obwohl das Buch einen tieferen Sinn hat, ist dieser kaum herausgekommen und wurde auch nicht weiter thematisiert. Es ging in dem Buch eigentlich nur darum, dass Perry ein ABC-Buch mit ihrer Großmutter macht. Es gab kein wirkliches Ziel, auf das das Buch hinausgelaufen wäre. Es wurde überhaupt keine Spannung aufgebaut und die Fertigstellung des ABC-Buchs, was irgendwie das Ziel der ganzen Geschichte war, wurde fast nur am Rande erwähnt.

 

Gregor Schindler

 


Josie Moraine hat große Pläne

Ruta Sepetys


Ein Glück für immer


Aus dem Englischen von Henning Ahrens


Königskinder 2014, 380 Seiten


ISBN: 978-3-551-56002-5

Ab 14 Jahren

 

Ein Glück für immer“ ist ein Roman, der um 1950 in New Orleans spielt. Es geht darin um Josie Moraine, einem Mädchen, das gerade ihren Schulabschluss mit besten Noten abgeschlossen. Ihre Mutter iar eine Prostituierte uns ihren Vater kennt sie nicht. Es hat in seinem Leben schon viel Glück gehabt - und das hat es zu Charlie, einem Schriftsteller und Buchhändler geführt, in dessen Buchladen Josie mit ihrem besten Freund Patrick arbeitet und über dem Laden sie ein zwinziges Zimmer bewohnt. Zusätzlich putzt sie jeden Morgen in Willies Bordell, um das Geld zu verdienen, das sie braucht, weil sie die Stadt verlassen will, den hier wird sie den Ruf ihrer Mutter einfach nicht los.

Alles scheint recht gut zu laufen. Sie hat sich für das Smith College entschieden und durch Glück scheinen sich sogar ihre Geldprobleme aufzulösen. Doch so bleibt es nicht, denn ihre Mutter taucht wieder in der Stadt auf und steckt in großen Schwierigkeiten, die sie ohne schlechtes Gewissen ihrer Tochter aufhalst. 
Wird Josie es schaffen ihren Traum von einem besseren Leben verwirklichen zu können???

 

Das Cover ist sehr schön. Es ist fast ausschließlich schwarz gahlten, nur ein Gesicht, das zu Hälfte im Schatten liegt, ist zu sehen und die Überschrift ist in goldenen Buchstaben darauf geschrieben, was sehr edel aussieht. Darunter steht der Name der Autorin in weißen Buchstaben. Die Schriftart, in der der Titel als auch der Name der Autorin ate man ein Schreibfeder benützt. 
Ich finde das passt sehr gut und man möchte das Buch sofort in die Hand nehmen und lesen. Außerdem könnte dieses Frauengesicht, das halb im Schatten liegt auf Josies Leben anspielen, denn über diesem liegt auch teilweise ein Schatten, obwohl es auch Licht gibt. Dazu kommt noch, dass sie eine Person mit Stil ist - und das trifft auch auf dieses Cover zu.

 

Dieses Buch ist genial! Wenn man einmal zu lessen begonnen hat, will man es gar nicht mehr weglegen. Denn es ist leicht und flott zu lesen, die Autorin stoppt den Lesefluss auch nicht mit zu ausführlichen Beschreibungen, was mir sehr gut gefallen hat. In „Ein Glück für immer“ gibt es viele Unterhaltungen. Es geht mehr um die Personen als um die Umgebung. Außerdem ist der Roman witzig, spannend, aber auch traurig. Es handelt von Verbundenheit, Toleranz und Liebe. 
ich würde es auf jeden Fall empfehlen!!!

 

Petra Kaser

 


Althea findet zu sich

Christina Moracho


Zwillingssterne


Aus dem Englischen von Anette von der Weppen


Königskinder,  2014, 429 Seiten


ISBN: 978-3-551-56005-6

Ab 14 Jahren

 

“Zwillingssterne” ist ein Roman, in dem es um ein 17 jähriges Mädchen namens Althea und ihren besten Freund Oliver geht. Sie leben in einer kleinen Stadt, nur wenige Häuserblocks voneinander entfernt. Althea ist nicht besonderes kontaktfreudig und hat selbst, außer Oliver, keine richtigen Freunde. Als dieser das erste Mal krank wird, wird ihr klar, dass er inzwischen mehr für sie bedeutet. Doch er empfindet nicht das gleiche für sie und so beginnt es kompliziert zu werden. Denn durch Olivers Krankheit schläft er immer wieder mehrere Wochen am Stück. Und diese Schlafperioden fallen immer  so, dass sie nie richtig über ihre Gefühle sprechen können. Als Oliver dann nach New York geht, um an einer Studie teilzunehmen, in der diese Schlafkrankheit näher erforscht wird, ändert sich für das jahrelang bestehende Team, Althea und Oliver, alles.

 

Das Cover ist schwarz mit einer goldglänzenden Rosenranke darauf und daneben steht der Titel auch in Perlmutt. Es hat etwas edles und dennoch geheimnisvolles an sich und ich finde es wunderschön. Es ist eines dieser Cover, die mich daran erinnern, warum es so schön ist, ein Buch und kein technisches Gerät in der Hand zu halten. Und es passt auch gut zu der Geschichte, da eine Rose ein Zeichen der Liebe ist und dieses Verworrene durchaus zum restlichen Geschehen passt.

 

Es ist eine Geschichte mit einem realistischen Kern. Auch, wenn manches etwas übertrieben ist, was aber nicht stört, weil genau das dieses Buch interessant macht. Es treffen viele sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander. Die beiden Hauptpersonen machen gerade eine schwierige Lebensphase durch, denn sie haben beide wichtige Entscheidungen zu treffen, die starken Einfluss auf ihre Zukunft haben werden. Und zwar solche, die jeder Mensch in der einen oder anderen Form, irgendwann in seinem Leben treffen muss. 
Außerdem sieht man, wie sich ein Mensch verändern kann; besonders Althea gewinnt im Laufe des Buches immer mehr an Charakterstärke und das auf eine Art und Weise, die zeigt, dass nichts in Stein gemeißelt ist, und dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, auch wenn das nicht immer leicht ist.

 

Petra Kaser

 

 



Parallele zum Nationasozialismus mit anderem Kriegausgang

Sally Gardner


Zerbrochener Mond


Aus dem Englischen von Ingo Herzke


Carlsen, 2014, 277 Seiten


ISBN:  978-3-551-58307-9

Ab 14 Jahren

 

In der Geschichte geht es um einen Jungen, namens Standish. Er lebt in einem besetzten Land, das ganz nach dem Mutterland und seiner Präsidentin ausgerichtet ist. Seine Eltern sind, so wie viele andere Menschen verschwunden und man darf nicht fragen, was mit ihnen passiert ist, weil man sonst genau so verschwinden könnte. Stqndish lebt mit seinem Großvater alleine in einer Straße, wo sonst alle anderen Häuser zerbombt wurden. Er ist kein normaler Junge. Zum einen haben seine Augen zwei unterschiedliche Farben, zum anderen ist er Legastheniker und hat die Angewohnheit sich in seine eigene Fantersywelt zurückzuziehen, wenn ihm die Realität nicht gefällt, was auf andere den Eindruck erweckt, er wäre dumm. Als eine andere Familie in ihre Straße zieht, werden sie anfangs verdächtigt, sie seien Spione, aber das stellte sich als falsch heraus und Hektor wurde Standish’s bester Freund. 
Doch auch er verschwindet plötzlich. Werden sich die Freunde je wieder sehen???

 

Am unteren Rand des Covers ist ein Teil eines Kopfes abgebildet. Dieses stellt wahrscheinlich Standish dar, da er ein blaues und ein braunes Auge hat. In der Mitte sieht man einen von Würmern zerfressenen Mond, in dem „Zerbrochener Mond“ steht. Das Ganze hat einen sehr kindlichen touch, weil rund herum auch noch weiße und blaeinerseits sehr gut zur Geschichte, da Standish auch etwas kindliches an sich hat, andererseits könnte dieses Cover auch Kinder ansprechen und diese würden den Inhalt des Buches nicht verstehen, da ihnen das Hintergrundwissen fehlt und man viel zwischen den Zeilen lesen muss. Auch finde ich den Originaltitel "Madiger Mond" zutreffender.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es auf eine lockere Art ein ernstes Thema behandelt und auch auf Probleme aufmerksam macht, die noch immer aktuell sind. Man kann es sehr schnell lesen, weil die Kapitel oft nicht länger als zwei Seiten sind. Trotzdem ist es notwendig voll bei der Sache zu sein, um zwischen den Zeilen lesen zu können, was ich nicht schlecht finde. Außerdem ist Standish immer wieder voll lieb und es macht echt Spaß die Welt mit seinen Augen zu betrachten.

Was mir nicht gut gefallen hat, war die Innengestaötung des Buches. Denn die Bilder sind teilweise echt grauslich und man versucht sie beim Lesen auszublenden. Sie lenken ab und passen weder gut zum Inhaltnoch zum Stil des Buches. Beispielweise sieht man wie eine Ratte Gift zu sich mimmt, dann stirbt und wie dann eine Fliege Eier in ihren Mund legt, also sehr makaber, was mir nicht gefallen hat.


Petra Kaser

 


Was wäre, wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten?!

Sally Gardner                                                                                  Zerbrochener Mond                                                                              Aus dem Englischen von Ingo Herzke                                            Carlsen 2014, 278 Seiten                                                                        ISBN 978-3-551-58307-9                                                                       Ab 14 Jahren

Standish Treadwell ist 15 Jahre alt und lebt in Zone 7. Er kann weder lesen noch schreiben und hängt lieber seinen Tagträumen nach als zu lernen. Diese Tagträume sind auch der einzige Weg, um dem schrecklichen Alltag in der Zone zu entgehen. Die Leute hungern, überall sind die Ratten und ständig verschwinden Freunde, wie auch Standishs Freund Hector. In der Schule sind alle aufgeregt, denn bald wird eine Rakete zum Mond starten mit dem Ziel, die Macht des Mutterlandes zu demonstrieren, so dass sie für immer herrschen werden. Die Astronauten sind Helden, die gefeiert werden und keiner weiß, dass einer verschwunden ist, keiner außer Standish und seinem Großvater, denn der Astronaut befindet sich in ihrem Keller und kennt ein Geheimnis, das den Krieg mit den Blockierern drastisch ändern kann…

Auf dem Cover des Buches sieht man Standish mit seinen verschiedenfarbigen Augen hervorschauen. Über ihm schwebt der Mond, aus dem sich überall Maden winden. Der Hintergrund ist blau und im mit Sternen verziert. Meiner Meinung nach sagt es sehr viel aus, nämlich wie verfault diese ganze Lüge mit der Mondfahrt ist.


Mir hat „Zerbrochener Mond“ sehr gut gefallen. Es ist zwar sprachlich einfach geschrieben, allerdings wird sehr viel in der Zeit gesprungen, weshalb man sich manchmal sehr anstrengen muss, um dem Handlungsverlauf folgen zu können. Es wirft auch eine sehr interessante Idee auf, nämlich was wäre, wenn ein Reich wie das dritte Reich weiter existieren würde und wie würden wir uns dann verhalten. Da ich schon selbst einma darüber nachgedacht habe, hat mich dieses Thema  auch so sehr interessiert. Das Ende fand ich passend, da ein Happy End keinen wirklichen Sinn ergeben hätte, außerdem fand ich es sehr schön und einfühlend geschrieben. Ein Buch das zum Nachdenken anregt.


Gregor Schindler

 



Und weiter geht die Flucht

Andrew Fukuda


Die Jäger des Lichts

Aus dem Englischen von Kristina Lutze


Ravensburger Buchverlag, 2014, 471 Seiten


ISBN: 978-3-473-40106-2

Ab 14 Jahren

 

Der zweite Teil von „Jäger der Nacht“ und schließt nahtlos an diesen an. Es geht weiterhin um Gene, den Mensch der unter Vampiren gelebt hat und jetzt mit den Menschen, die unter der Glaskuppel von Vampiren gehalten wurden, auf der Flucht ist. Sie werden von den Vampiren verfolgt und finden immer wieder kleine Hinweise von dem Forscher, der auch Genes Vater ist. 
Nicht nur einmal schweben sie in Lebensgefahr und schaffen es nur mit einer großen Portion Glück und Mut wieder heraus. 
Werden sie es in das Land von Milch, Honig und Sonnenschein schaffen und ist dieses wirklich das Paradies???

 

Am Cover sind die Silhouetten dreier Personen zu sehen, die sich vor einem leicht bewölkten Himmel, auf dem die Sonne allerdings nicht verdeckt ist abzeichnen. Alles ist aus einer Perspektive vom Boden aus dargestellt, weshalb man auch Gras sieht. Über das Gras ist in weißen geschwungenen Buchstaben der Titel geschrieben. Der Name des Autors steht oberhalb der Menschen in schwarzen Blockbuchstaben. 
Ich finde das Cover in Ordnung, es ist aber nicht besonders ausdrucksstark.

 

Mir hat dieses Buch ganz gut gefallen. Es ist ein typischer zweiter Teil mit viel Action, offenem Ende und einem weiteren großen Problem, für das man noch keine Lösung gefunden hat. 
Dadurch, dass es einfach geschrieben ist, kann man es sehr schnell lesen. 
Manchmal ist die Geschichte ein bisschen voraussehbar, was mich nicht gestört hat, da ich auch nicht so viel von diesem Buch erwartet habe. Meiner Meinung nach ist der erste Teil auch kein literarisches Meisterwerk, sondern einfach eine nette Fantersystory für zwischen durch.

 

Petra Kaser

 


Ein Leben auf der Flucht und ständig wechselnder Identität

Ashley Elston


Spur los


Aus dem Englischen von Elisa Martins


mixvision 2014, 366 Seiten


ISBN: 978-3-944572-06-2

Ab 14 Jahren

 

In dem Roman „Spur los“ geht es um Anna, ein Mädchen, das mit seiner Familie im Zeugenschutzprogramm lebt. Sie und ihre Familie müssen ständig umziehen und wissen nie wo sie als nächstes hinkommen oder wann sie das nächste Mal an einen anderen Ort gebracht werden. Alle leiden darunter, ihre jüngere Schwester verschließt sich total und lacht kaum noch, ihre Mutter wird zur Alkoholikerin, ihr Vater leicht paranoid und sie wird jede Nacht von schrecklichen Albräumen geplagt. 
Die Geschichte beginnt als sie mitten in der Nacht aus ihren Betten geholt und in einen winzigen Unterschlupf gebracht werden. Doch dieses Mal ist etwas anders, denn dieses Mal müssen sie nicht nur ihre Namen und ihre Lebensgeschichte ändern, sondern sogar ihr gesamtes Aussehen. Annas lange blonde Haare werden abgeschnitten und gefärbt und sie muss sogar Kontaktlinsen tragen.
 Als sie in ihrem neuen „zuhause“ ankommen, beschließt sie alleine zu bleiben, denn sie kann nicht noch mal all ihre Freunde ohne Erklärung zurücklassen, und sie nimmt sich vor herauszufinden, koste es was es wolle, was passiert ist, dass sie ins Zeugenschutzprogramm mussten. 
Doch dann kommt alles anders als gedacht…

 

Am Cover sind die Beine einer fliehenden Person, ohne Schuhe und Socken, zu sehen. Außerdem liegen am Boden Gänseblümchen, welche am Ende der Geschichte eine besondere Rolle spielen und daher sehr schön eingebaut wurden. Die Gegend, in die Person läuft ist nur angedeutet und nicht scharf abgebildet, was ich sehr passend finde, da Anna und ihre Familie nicht weiß, wohin sie ihre Zukunft bringen wird. Quer über die Mitte ist der Titel in klaren weißen Buchstaben geschrieben und auch der Verlag und der Name der Autorin stehen am Cover.
 Mir gefällt das Cover gut – es ist passend zum Buch gestaltet, obwohl es etwas unscheinbar wirkt, da die Farben nicht stechend, sondern unaufdringlich und gut abgestimmt sind.

 

Ich fand „Spur los“ total fesselnd und echt gut geschrieben! Als ich angefangen habe zu lesen, wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ebenso haben mir die Personen sehr gut gefallen. Auch die Auflistung der Regeln zum Unentdeckt bleiben, durch die das Buch gegliedert ist, fand ich interessant. Deshalb finde ich den Originaltitel „The rules of disappearing“ besser als den Titel „Spurlos“. 
Die Geschichte an sich, fand ich ebenfalls sehr gut – und es ist ein Buch, das sich wohltuend von den Zukunftsvisionen und Vampir Geschichten abhebt, wovon es im Moment mehr als genug gibt. 
Es ist wirklich ein Buch, das zu lesen lohnt und, ich würde es eher erst ab 14 Jahren empfehlen, weil es sich um ein schwerwiegendes Thema handelt.

 


Petra Kaser

 

 


"Wir lassen dich gehen, damit du bei uns bleibst"

Nancy Grossman

Draußen wartet die Welt

Aus dem amerikanischen Englisch von Doris Hummel

cbj 2014, 444 Seiten

ISBN: 978-3-570-40215-3

Ab 12 Jahre

 

Eliza lebt in der Gemeinde der Amish und kennt das Leben so wie wir es führen nicht. Doch dann beginnt ihre Rumspringa, die Zeit in der sie getrennt von ihrer Familie ein modernes Leben führt und sich nicht an die Regeln ihrer Gemeinde halten muss. Sie arbeitet als Kindermädchen bei einer amerikanischen Familie und lernt gleich zu Beginn den Nachbarsjungen Joshua kennen, der ihr seine Welt zeigt und Spaß dabei hat ihr durch den Alltag zu helfen. Eliza ist begeistert! Alles ist neu und aufregend, sie und Joshua verstehen sich immer besser, aber am Ende des Jahres muss sie eine Entscheidung treffen: geht sie zurück oder wird sie die Amish und ihre Familie für immer verlassen…..

 

Das Cover finde ich sehr passend. Es ist in hellen, fröhlichen Farben gehalten und wirkt verspielt, was sehr mit Nancy Grossmans unbeschwertem Schreibstil harmoniert. Auf dem Cover sieht man Schmetterlinge in einem Glas die eben in diesem Moment freigelassen werden. Auch das passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin schreibt in einem lockeren, leichten Ton der das Lesen sehr angenehm und einfach macht. Die Thematik war interessant und der Blickwinkel der Geschichte ungewöhnlich. Besonders viel Spaß hat es gemacht unser Leben mit Elizas Augen zu sehen und ihre Faszination über Dinge zu erleben, die für uns ganz normal sind. Schön hätte ich es noch gefunden am Anfang noch ein bisschen mehr über das Leben der Amish zu erfahren. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch!

 

Sarah Rabong

 


Der Grusel setzt sich fort...

Jonathan Stroud

Lockwood & Co, Der wispernde Schädel


Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung


cbj
 2014, 512 Seiten

ISBN: 978-3-570-15710-7

 

Der wispernde Schädel schließt an den ersten Teil „Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe“ an. Es geht wieder um die drei jungen Agenten Lucy, Lockwood und George. Doch dieses Mal spielt auch der sprechende Schädel und das Agententeam von Klipps aus der Agentur Fitts eine nicht unbedeutende Rolle. Zwischen Klipps und Lockwood herrscht keine gute Stimmung, immer wenn sie aufeinander treffen streiten sie und dieses Mal führt das zu einer Wette, die das Ende für die Agentur Lockwood & Co bedeuten könnte. Beide Teams werden auf einen sehr bedeutenden Fall in dem es um eine extrem gefährliche Quelle geht, die es zu finden gilt. Bei der Suche gibt der sprechende Totenkopf Lucy immer wieder Tipps, welche jedoch mit Vorsicht zu genießen sind. 
Nicht nur einmal schaffen es die jungen Agenten, sich in ziemlich brenzliche Situationen zu manövrieren. Wird sich die Mühe lohnen?

 

Auf dem Cover ist ein Totenkopf ohne Unterkiefer abgebildet und durch ihn hindurch sind zwei Degen gestochen, welche sich kreuzen. Auf der Stirn des Totenkopfes steht „Lockwood & Co“ Der Hintergrund ist Rot und wird zum Rand hin gehend immer dunkler. Außerdem umgibt den Schädel eine Art Rauch. Ich finde das passt sehr gut obwohl auch andere Motive, wie der Knochenspiegel durchaus möglich gewesen wären.

 

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch, wie schon den ersten Teil, sehr gut. Es war spannend zu lesen, die Handlung schlüssig und die Personen gut beschrieben. Das Einzige, was ich nicht so gut fand, war, dass manches für meinen Geschmack zu sehr ausgeschmückt war. Für mich muss nicht ständig die Umgebung ganz genau beschrieben werden und auch nicht wie jemand da sitzt ist, in meinen Augen nicht so spannend. Besonders dann nicht, wenn es dadurch lange dauert bis zur eigentlichen Information, die mich Interessiert. Besonders anstrengend fand ich deshalb die Stelle, wo sie den Auftrag von Mr. Saunders erhalten haben, denn da gab es ständig Wiederholungen und das, was auf zehn Seiten oder so gestreckt war, hätte auch auf fünf Platz gehabt. 
Aber das hat sich dann gegen Ende des Buches gebessert, denn da wude es dann richtig spannend.

 

Petra Kaser


 

 


Der Weg ist das Ziel oder Yusufs Kampf gegen sidh selbst

Martin Blasco
Der Weg nach al-Andalus
Aus dem Spanischen von Katharina Diestelmeier
Carlsen 2014, 122 Seiten
ISBN 978-3-551-58281-2
Ab Jahren 13 - 99 Jahren

Yusuf verdient sich im Bagdad des 12. Jahrhunderts
als Dieb das Leben. Er ist noch sehr jung als er versklavt und dann auch später eingesperrt wird. Mit 18 Jahren erfährt er dann im Gefängnis von seinem Zellengenossen, einem alten Dieb, von den silbernen Stab, in dem sich der rote Schwefel, ein Stein der alles was er berührt in Gold verwandelt. Kaum hat er davon gehört ist er auch davon besessen. Nach dem Tod seines Zimmergenossen flieht er und begibt sich auf die Reise nach al-Andalus und zu Abdu Rahman dem Hüter des Stabes.

Das Cover ist in Ockertöne gehalten und wird von östlich wirkenden Ornamenten geziert.

„Der Weg nach al-Andalus“ ist ein sehr gutes und faszinierendes Buch, in dem der Weg das Ziel ist. Das interessanteste daran ist, dass es wirklich ein altes Dokument ist, das diese Sage erzähl. Der Autor hat es nur in transferiert, was ihm wirklich gut gelungen ist. Ein heißer Tipp für alle die gerne mal ein bisschen über ein Buch nachdenken wollen.

Gregor Schindler

 


Als der Schwarze Tod nach England kam

Sally Nicols
Keiner kann entkommen
Aus dem Englischen von Beate Schäfer
Hanser 2014, 278 Seiten
ISBN 089-3-446-24511-2
Ab 14 Jahren
 

Im Jahr 1349 sucht die Pest England heim. Sie kommt auch nach Ingleforn, das Dorf in dem die 14-jährige Isabel mit ihrer Familie wohnt. Die Pest kommt und niemand kann sich davor schützen. Nachbarn und Freunde fallen ihr zum Opfer. Immer mehr werden krank und von in Folge von der Seuche dahingerafft. Doch der schwarze Tod befällt auch ihren jüngeren Bruder und ist jetzt auch in ihrer Familie…

Der Einband schaut aus als wäre er eigentlich weiß, dann aber von Blut zum Teil rot gefärbt. Im Titel sind ein paar Buchstaben durch Symbole für die Pest ersetzt, wie zum Beispiel eine Sense oder ein Pestdoktor.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es ist gut geschrieben und zeigt meiner Meinung nach auch gut wie sich die Menschen damals gefühlt haben müssen, als das damalige Europa von einer seiner größten Katastrophen heimgesucht wurde. Ein gutes Buch für alle die gerne Bücher über Distopien lesen, nur dass diese sich wirklich ereignet hat.

Gregor Schindler

 


Im hochgesicherten Internat ersetzt der Bildschirm die Lehrer

Robinson Wells

Du kannst keinem trauen

Aus dem amerikanischen Englisch von Alice Jakubeit

FJB 2014,  480 Seiten

ISBN 978-3-8414-2140-1

Ab 14 Jahren


Benson hat es geschafft. Nachdem er sein Leben lang bei Pflegefamilien gelebt hat, hat er es endlich geschafft ein Stipendium auf einem Elite-Internat zu bekommen. Endlich muss er nicht mehr dauernd umziehen und hat die Chance etwas zu erreichen. Doch bald bemerkt er, dass an diesem Internat so einiges schiefläuft. Nur die Schüler leben dort, keine Lehrer und auch sonst keine Erwachsenen. Alles wird nur durch Kameras gesteuert. Es herrschen strenge Regeln, und manchmal, wenn Schüler dagegen verstoßen, verschwinden sie. Sie werden, von anderen Schülern in einen Raum  gebracht, und kommen von dort nicht mehr zurück. Benson ist von Anfang an klar, dass er von hier fliehen muss. Das ist aber nicht so leicht und außerdem verliebt er sich auch noch in Jane. Er ist sich nicht mehr so sicher, ob er fliehen will, doch dann findet er etwas heraus, was ihn überzeugt, dass er weg muss.

Auf dem Cover ist nur die Schrift in bedrohlichem Rot zu sehen. Diese füllt allerdings das ganze Cover aus. In dem Du sieht man ein Waldstück im Herbst und Benson, wie er in die Ferne starrt. Auch dieses Bild ist in Rot gehalten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Story ist vielleicht etwas klischeehaft, aber trotzdem, war es spannend und sehr fesselnd geschrieben. Mich hat allerdings das Geheimnis, das Benson herausfindet nicht so gut gefallen, doch kann man, wenn man weiterliest gut darüber hinwegsehen und das Ende ist wirklich sehr überraschend. Es ist ein perfektes Buch für alle, die gerne mal einen typischen Thriller lesen wollen, so wie man ihn klischeehalber im Kopf hat. 

Gregor Schindler



Leon und Laura ermitteln

Jaromir Konecny

Ttote Tulpen


dtv 2014, 237 Seiten


ISBN: 978-3-423-74004-3


Ab 14 Jahten

 

In dem Roman „Tote Tulpen“ geht es um Leon, einen Jungen, der gerade aus dem Jugendknast gekommen, dessen Mutter bei einem Autounfall gestorben ist und dessen Vater sich nach Indien verzogen und ihn zurück gelassen hat. Als er gerade auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wird, stolpert er direkt in einem Mord und da er auf keinen Fall wieder eingesperrt oder ins Waisenhaus kommen will, beginnt er mit Laura, der Tochter seines neuen Chefs, in dessen Blumenladen der Mord verübt wurde, zu ermitteln. 
Der leitende Ermittler, Kommissar Hauptmann, kann Leon nicht besonders gut leiden und droht ihm auch mehrfach ihn wieder hinter Gitter zu bringen, wenn er sich nicht ordentlich benimmt oder sich in den Fall einmischt. Doch Leon und Laura lassen sich nicht so leicht abschütteln. 
Werden sie es schaffen den Mörder aufzuhalten???

 

Das Cover ist in einem kräftigen hellblau gehalten und der Titel ist in roten Buchstaben geschrieben, die aussehen als hätte man sie mit einem Schwamm gedruckt. Der Name des Autors und der Verlag sind beide in Dunkelblau geschrieben. Es sind auch noch drei Tulpen, denen die Köpfe mit einem einzigen Schuss aus einer Pistole abgeschossen werden, zu sehen. Diese sind dunkel Grün und detaillos gezeichnet. Die Tulpen passen sehr gut auf das Titelbild, da sie eine zentrale Rolle im Buch spielen, aber die Pistole nicht, weil die Mordwaffe ein Unkrautstecher ist.
 Auch die Art, wie das Cover gestaltet ist, passt sehr gut zum Buch, denn auch dieses ist sehr einfach geschrieben und nicht aufwendig.

 

Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Es ist recht flott zu sesen und die Geschichte ist auch nett. Allerdings fand ich den Schreibstil am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, weil manchmal sehr übertrieben wird und alles aus Leons Sicht geschrieben ist. Es werden auch sehr viele Spitznamen verwendet, wodurch man nicht immer gleich weiß wer damit gemeint ist. Immer wieder ist es auch lustig, weil einfach Leons Art zu denken und sein Sprachgebrauch sehr jugendhaft sind. Aber ich kann mir schwer vorstellen, dass ein Junge wirklich so viel denkt. Denn es wurde gedanklich fast jedes gesprochene Wort kommentiert und so viel denke nicht mal ich - und ich glaube ich denke echt viel. 
Also abschließend kann ich über diese Buch sagen, es war ein netter Zeitvertreib, gehört aber nicht zu meinen Lieblingsbüchen.

 

Petra Kaser

 

 


Tod, Famile und das Leben - jetzt!

Christoph Wortberg


Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß


Beltz & Gelberg, 2014, TB 190 Seiten


ISBN: 978-3-407-81158-5

Ab 14 Jahren

                 

In diesem Roman geht es um einen sechzehnjährigen Jungen, der seinen älteren Bruder verloren hat. Es sieht so aus als wäre dieser beim Wandern abgestützt, doch irgendwie kann sich Lenny nicht vorstellen, dass sein Bruder, der ein erfahrener Bergsteiger ist einfach so abstürzt. Außerdem ist da dieses Mädchen, das er noch nie gesehen hat, das aber Blumen an das Grab seines Bruders gebracht hat. Er findet sie hübsch, doch sie verschwindet als sie ihn bemerkt. 
So fängt er an in dem Leben seines „perfekten“ Bruders herum zu forschen, um zu begreifen wie sein Bruder gestorben ist. 
Dazu kommt noch die angespannte Atmosphäre bei ihm zu Hause. Denn seine Eltern haben immer ihren Erstgeborenen bevorzugt und ihren jüngeren Sohn „übersehen“. Deshalb ist die Welt seiner Eltern zusammengebrochen und sie verschließen ihre Augen vor der Wahrheit. 
Und dann verliebt sich Lenny zum ersten Mal und sein Leben wird noch mehr durcheinander gebracht. Denn Liebe ändert alles.

Das Cover ist zum Großteil hellblau gehalten. Im unteren Viertel sind die Umrisse eines Gebirges in Blautönen dargestellt, was seht passend ist, da dieses eine sehr entscheidende Rolle in diese Geschichte spielt. In den Bergen endet ein Leben und ein anderes fängt an richtig zu beginnen. Der Titel nimmt sehr viel Platz ein und ist in orangen Buchstaben geschrieben, die durch ihre unregelmäßige Form etwas Kindliches an sich haben. Das finde ich nicht so gut gewählt, da es so den Anschein erweckt als wäre es eine sehr leichte Lektüre, was zwar auf den Schreibstil zu trifft, nicht aber auf das Thema.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist schnell zu lesen und es ist gut geschrieben. In diesem Roman werden die Themen Tod und Familie auf eine, für mich sehr ansprechende Art behandelt. Man kann sich seine eigenen Gedanken dazu machen, man kann dieses Buch aber auch einfach nur lesen, denn es bringt einem auch immer wieder zum schmunzeln. Es zeigt einem, dass man nicht alles verstehen kann und egal was passiert man sollte immer versuchen was aus seinem Leben zu machen, auch wenn man dafür manchmal drastischere Maßnahmen ergreifen muss. 


 

Petra Kaser

 

 


Die Mauer wofür? Die Mauer wogegen?

William Sutcliffe

Auf der richtigen Seite

Aus dem Englischen von Christiane Steen

Rowohlt 2014, 346 Seiten

ISBN 978-3-499-21231-4

Ab 12 Jahren


Der 13-jährige Joshua lebt mit seinem Stiefvater Liev und seiner Mutter in der Siedlung Amarias. Diese ist von einer hohen, bewachten Mauer umgeben, die sie vor ihren Feinden beschützen soll, die draußen überall lauern. Eines Tages entdeckt Joshua auf einer Baustelle einen Tunnel, der unter der Mauer hindurchführt. Auf der anderen Seite findet er eine ganz andere Stadt. Alles ist viel lebhafter. Schon bald entdeckt ihn eine Gruppe Jugendlicher und erkennt ihn als einen von der anderen Seite. Sie verfolgen ihn und nur durch die Hilfe eines Mädchens schafft er es, ihnen zu entkommen. Es führt ihn zum Tunnel zurück. Als es fragt wie er sich revanchieren könnte, bittet sie ihn um Essen, das er ihr leider nicht geben kann. Wieder auf der anderen Seite ist er nicht mehr derselbe. Die ganze Zeit muss er über das Mädchen und ihre Bitte nachdenken und beschließt schließlich, sich noch einmal hinüberzuwagen und ihr Essen zu bringen.

 

Das Cover des Buches ist fast ganz schwarz mit orangen Flächen. Durch eine offen Tür, in der Joshua steht, fällt Licht.

 

Ich fand das Buch sehr interessant. Darin wird sehr gut beschrieben wie Joshua sich durch dieses Ereignis verändert hat. Es behandelt auch ein sehr aktuelles Thema, da Joshua, und alle in Amarias, Juden sind und deswegen das Militär die Mauer hochgezogen hat. Dieses Buch ist ein heißer Tipp für alle, die lieber etwas Ernsthafteres lesen wollen.

 

Gregor Schindler

 


Zwiespältiger Junge mit Holmes Qualität

Simon Mason
Zu schön um tot zu sein
Aus dem Englischen von Karsten Singelmann
Sauerländer 2014
ISBN 978-3-7373-5096-9
Ab 14 Jahren

Garvie Smith ist 16, extrem intelligent und der Schüler mit den schlechtesten Noten an der Marsh Academy. Er findet einfach alles langweilig und versteht nicht recht warum er das alles machen soll. Er raucht lieber auf dem Spielplatz mit seinen Freunden. Doch eines Tages wird ein Mädchen von seiner Schule umgebracht. Die wunderschöne Chloe Dow wurde ermordet, als sie laufen ging. Die Polizei kommt nicht recht voran, weshalb Garvie, der ein paar Mal mit Chloe ausgegangen war, selbst anfängt zu ermitteln. Doch so leicht ist der gerissen Mörder nicht zu fangen.

Das Cover ist bis auf die Schrift vollständig schwarz. Auf der rechten Seite sieht man Garvie in einen roten Kapuzenpullover. Oben ist ein Fußabdruck der auch über den Titel geht.

Ich bin von „Zu schön um tot zu sein“ begeistert. Es ist ein fesselndes Buch, das dich immer wieder überrascht. Besonders gut hat mir gefallen, dass Garvie von seinen Schlussfolgerungen her ähnlich wie Sherlock Holmes ermittelt, von dem ich ein großer Fan bin. Das Ende hat mich zwar ein bisschen enttäuscht aber aufgrund des fantastischen Rests des Buches kann ich darüber hinwegsehen. Ein perfektes Buch für Krimifans.

Gregor Schindler



Der streng geregelte "Schutz" drinnen, vor dem "Bösen" draußen.

Amy Christine Parker

Gated – Die letzten zwölf Tage

Aus dem amerikanischen Englisch von Bettina Münch

dtv 2014, 328 Seiten

ISBN 978-3-423-76098-0

Ab 14 Jahren

 

Seit ihre Schwester vor Jahren verschwunden ist, lebt die 17-jährige Lyla mit ihren Eltern in einer geschlossenen Gemeinschaft, die sie vor allen Bösen bewahren soll. Unter der Führung von Pioneer bereiten sie sich dort auf den Weltuntergang vor, der schon in drei Monaten sein soll. Sie werden die einzigen sein, die überleben, alle bösen Menschen, also alle, die nicht in der Gemeinde sind, werden ausgelöscht werden. Eines Tages, als der Sheriff nach Mandrodage Meadows kommt, führt sie seinen Sohn Cody herum und muss feststellen, dass er gar nicht böse wirkt. Eigentlich mag sie ihn sehr und freut sich sogar darauf ihn zu sehen, wenn sie das nächste Mal mit ihren Eltern in die Stadt muss. Aber langsam fängt sie auch an daran zu zweifeln, dass alle Menschen, außer denen in der Gemeinschaft, böse sind. Und dann bricht plötzlich ihre Welt zusammen als sie die Wahrheit herausfindet und entdeckt, wer Pioneer wirklich ist und was er vorhat. Sie muss ihn aufhalten.

 

Auf dem Cover sieht man Lyla von hinten in einem herbstlichen Wald. Die Sonne scheint ihr entgegen, sodass man nur ihren Umriss sieht. Der Rand des Covers st verschwommen, was die ganze Aufmerksamkeit in die Mitte lenkt.

 

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und zeigt doch auf erschreckende Art wie Leute ihre eigene Meinung vollkommen verlieren können, vor allem wenn sie Angst haben. Das Buch wird aus Lylas Sicht erzählt, leider wirkt sie oft jünger als sie eigentlich ist. Ein interessantes Buch für alle, die mehr über Sekten erfahren wollen.

 

Gregor Schindler


Das aufwühlende Buch mit dem beeindruckenden Ende, finde ich deshalb so gut, weil es aufzeigt: trau dich trotzdem immer deine Meinung zu sagen. Nimm nie alles als gegeben, was eine,r sagt. Nur, weil es immer so ist, muss es nicht so bleiben. Jeder kann sich irren.

Das Cover suggeriert eher einen Sience Fiction oder Horror Roman, was irreführend ist und der Rückentext erklärt viel zu viel.


Petra Kaser




Der Mörder übernimmt die Vaterrolle

Anne-Laure Bondoux
Der Mörder weinte
Aus dem Französischen von Maja von Vogel
Carlsen 2014, 172 Seiten
ISBN 978-3-551-58309-3
Ab 14 Jahren

In einem Haus im äußersten Süden Chiles lebt Paolo mit seinen Eltern. Eines Tages kommt der gesuchte Mörder Angel Alegriá zu ihrem Haus und tötet Paolos Eltern, bringt es aber nicht übers Herz, den kleinen Bub auch umzubringen. Also lässt er ihn am Leben und kümmert sich von dem Tag an um ihn. Er tut sein Bestes Paolo ein guter Vater zu sein. Als dann aber Luis auftaucht und Paolo das Lesen beibringt, fühlt sich Angel der Liebe des Jungen beraubt. So leben die drei bis Angels Vergangenheit ihn einholt.

 

Das Cover zeigt eine karge Landschaft. Das Einzige was zu sehen ist, ist eine kleine Hütte. Es wirkt wie von einem alten Buch.

 


„Der Mörder weinte" ist ein wunderschönes Buch. Es ist sehr tiefsinnig geschrieben und beschreibt die Stimmung der Charaktere sehr genau. Besonders interessant war der Kampf zwischen Luis und Angel um die Liebe Paolos. Ein wahnsinnig gutes Buch für alle, die eher lieber tiefsinnigere Bücher lesen.

 


Gregor Schindler

 



Liebe und Überleben in einer zerstörten Welt

Veronica Rossi
Geborgen - in unendlicher Weite. 3. Band
Aus dem amerikanischen Englisch von Franca Fritz und Heinrich Koop
Oetinger 2014, 398 Seiten
Ab 14 Jahren

Reverie wurde ausgelöscht. Aria und Perry konnten gerade noch eine Handvoll Siedler aus der Kuppel retten. Diese Leben nun mit den Tiden in der Höhle. Dazu kommt, dass die Ätherstürme immer stärker werden. Bald werden sie nicht mehr aufhören und das ist dann das Todesurteil für die Tiden. Sie müssen sich auf den Weg in die Blaue Stille machen. Außerdem wurde Cinder entführt und Perry ist fest entschlossen ihn zurückzuholen. Zusammen mit Aria, Roar und Soren will er ihn befreien. Doch die Mission läuft schief und die Vier befinden sich in der Hand von Hess und Sable.

Das Cover des Abschlussbandes der Trilogie ist genauso gestaltet wie die der vorigen Teile. Es ist in Rottönen gehalten und man sieht Arias Kopf und exotisch wirkende Pflanzen. Das G im Schriftzug ist in Ätherflammen gehüllt.

Wenn ich das Buch nicht gerade lese, bin ich eigentlich nicht sonderlich begeistert davon. Ich will  eigentlich gar nicht wirklich zu lesen beginnen. Das war schon beim ersten Teil so. Auch dieser Anfang fällt mir ein bisschen schwer. Aber je mehr ich lese, umso mehr fesselt es mich und umso besser gefällt es mir. Da will ich es dann überhaupt nicht mehr weglegen. Es ist spannend geschrieben, wenn auch manchmal etwas vorhersehbar, und zieht einen in die Geschichte mit hinein. Ein perfektes Buch für alle, die eine Liebesgeschichte lesen wollen, aber trotzdem nicht auf Spannung verzichten wollen.

Gregor Schindler



"I am going to eat myself to death"

Erin Jade Lang
Butter
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutschzhahn
Rororo 2014, 331 Seiten
ISBN 978-3-499-2144-4
Ab 13 Jahren

Der 16jährige Butter ist ein Aussenseiter. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er über 400 Pfund wiegt. Er kann zwar  wahnsinnig gut Saxophon spielen, doch auf,doch aufgrund seiner Leibsesfülle will er nicht auf die Bühne. Eines Tages reicht es ihm und er kommt auf eine schier wahnsinnige Idee. Er erschafft sich eine Website, auf der er sich zu Silvester zu Tode essen will. Damit hofft er auf Bestürzung, aber alle sind begeistert. Butter wird immer beliebter, aber das Ganze hat ein Ablaufdatum, denn zu Silvester wird er sich zu Tode fressen. Aber will er das überhaupt noch?

Auf dem Cover sieht man, nur in gelb, die Form eines Butterbehälters. Sonst ist das gesamte Cover schwarz

"Butter" ist ein gutes Buch, das Essstörung, Selbstmord und Cybermobbing behandelt. Es ist sehr einfühlsm geschrieben und lässt einem gut verstehen  wie sich Menschen mit solcher Leibesfülle fühlen. Ein gutes Buch für alle, die sich nicht in dicke Menschen hineinversetzen können.

Gregor Schindler




Vier Kinder in Swasiland – auf sich selbst gestellt.

Kirsten Boie

Es gibt Dinge die kann man nicht erzählen

Bilder von Regina Kehn

Oetinger 2013, 111 Seiten

ISBN 978-3-7891-2019-0

Ab 14 Jahren


In Swasiland in Afrika lebt Thulani nur mit seiner Großmutter und seiner kleinen Schwester um die er sich kümmern muss. Seine Mutter ist tot. Auch Pholiles Mutter ist tot, allerdings hat sie keine Großmutter und muss sich alleine um ihre zwei kleinen Geschwister kümmern. Lungile muss sich auch um ihre kleine Schwester kümmern und tut Unaussprechliches, nur um ihr Schuhe zu kaufen. Und schließlich Sipho, der hat noch eine Großmutter, aber im Streit um ein Hühnerei, gerät er mit ihr in Streit und als Gugus Rock Feuer fängt und beinahe verbrennt, verzweifelt er fast an seinen Schuldgefühlen.

 

Auf dem Cover sieht man ein gezeichnetes Kind mit braunen “Flecken” im Gesicht. Dort, wo  der Mund sein sollte, steht stattdessen der Titel. Die Zeichnung auf dem Cover und die Zeichnungen im Buch – für jede Geschichte eine - bei denen die rostrote und schwarze Farbe vorherrschen, muten afrikanisch an, sind sehr ausdrucksstark und erinnern an verbrannte Erde.

 

„Es gibt Dinge die man nicht erzählen kann“ ist ein sehr gutes Buch. Es zeigt einem ungeschönt den Alltag, den Kinder (Aids Waisen) in Swasiland ertragen müssen und regt einem wirklich zum Nachdenken an. Außerdem ist es sehr poetisch geschrieben und beruht auf wahren Begebenheiten. Ein Buch für alle, die etwas zum Nachdenken haben wollen.

 

Gregor Schindler



Gefährliche Spiele im nächtlichen Wald

Lucy Christopher

Kiss me, kill me

Aus dem Englischen von Beate Schäfer

Chicken House 2014, 372 Seiten

ISBN 978-3-551-52033-3

Ab 14 Jahren

 

Eines Nachts kommt Emilys Vater, der immer wieder Blackouts hat, in denen er den Krieg wieder erlebt, mit dem toten Körper von Ashley, einem der beliebtesten Mädchen aus der Schule, aus dem Wald. Emily ist sich sicher, dass ihr Vater Ashley nicht umgebracht hat, aber alle Beweise sprechen gegen ihn und selbst Emily beginnt an die Unschuld ihres Vaters zu zweifeln. Dafür ist sich aber jemand anderer dabei nicht mehr ganz sicher: Ashleys Freund Damian, der sie als letzter gesehen hat und sich nur mehr verschwommen an die Nacht erinnert. Langsam beginnt er zu glauben er hätte sie umgebracht…

 

Man sieht den Darwood auf dem Cover. Er wirkt sehr bedrohlich und teilweise ist rot darunter gemischt. Allerdings kann man nicht wirklich identifizieren was es ist, was das ganze interessanter macht.

 

Mir hat „Kiss me, kill me“ wirklich sehr gut gefallen. Es ist ein wirklich ein fantastisch gelungener Psycho-Thriller, bei dem man deutlich sieht wie die Charaktere immer mehr auf den Abgrund zudriften. Ein absolutes Muss für jeden Thrillerfan.

 

Gregor Schindler

 



"Ein Waisenheim ist halt ein Waisenheim"

Sarah Michaela Orlovský
Tomaten mögen keinen Regen
Dom 2013, 275 Seiten
ISBN 978-3-85351-248-7
Ab 12 Jahren

Hovanes hat keine Eltern und wohnt zusammen mit Tiko, Eilis, Sirup und Gaya in einem Waisenhaus für Behinderte. Sie sind die einzigen dort. Um sie kümmern sich Schwester Rosa und Schester Miki. Hovannes kümmert sich fast alleine um den Garten und die Beete. Auch um seine Hasen. Sie sind wie eine kleine Familie ind genauso gibt es auch kleinere Streiterein und Hovannes fühlt sich von Schwester Rosa schlecht behandelt. So verläuft das Leben in geregelten Bahnen, bis Sirup einen Unfall hat…

Auf dem Cover des Buches sieht man eine gelbe Tomate und ihr Spiegelbild. Die oberfläche, auf der sie liegt, ist nass.

„Tomaten mögen keinen Regen“ ist ein wirklich gutes Buch. Es ist einfühlsam und sehr interessant geschrieben. Ein toller Kunstgriff der Autorin ist es, bis zum Ende zu verschweigen, dass ... Ein wirklich heißer Tipp für alle, die lieber mal etwas Tiefgründigeres lesen wollen.

Gregor Schindler




In den Fängen radikaler Salafisten

Anna Kuschnarowa

Djihad Paradise

Beltz&Gelberg 2013, 413 Seiten

ISBN 978-3-407-81155-4

Ab 14 Jahren

 

Obwohl Romea und Julian aus vollkommen verschiedenen Welten kommen, sind sie vollkommen ineinander verliebt. Romeas Eltern arbeiten viel und haben kaum Zeit für sie und Julians Vater ist arbeitslos und hat keinen Job. Um die Miete zu bezahlen, arbeit Julian für den Unterweltboss Ice. Beide träumen sie davon, einfach durchzubrennen. Eines Tages, nach einem missglückten Bruch, ist das früher der Fall als angenommen. Bald aber wird Julian festgenommen und kommt ins Gefängnis. Trotzdem bleibt der Kontakt aufrecht. Im Gefängnis lernt Julian Murat kennen, einen Moslem, der ihn mehr und mehr für seine Religion begeistern kann. Nach dem er aus dem Gefängnis rauskommt, beschäftigt er sich immer mehr damit und schafft es auch, Romea dafür zu begeistern. Allerdings gibt es schon bald Anzeichen dafür wie radikal diese Gruppierung des Islams ist…

 

Auf dem Cover des Buches ist ein Muster mit muslimischen Zeichen zu sehen, das rechts oben sehr verblasst ist.

 

„Djihad Paradise“ ist ein sehr gutes Buch. Es zeigt wie schnell man von Sekten gehirngewaschen werden und wie tief man sich darin verstricken kann. Es gibt einem aber auch tiefe Einblicke in den Islam, dessen Grundsätze ja nicht vielen bekannt sind, und lässt einem auch ein bisschen über unseren westlichen Lebensstil nachdenken. Manchmal sind mir die direkten Reden auf die Nerven gegangen, da meiner Meinung nach zu viele Anglizismen verwendet werden, aber sonst war es ein sehr gutes Buch. Ein Muss für alle, die mehr über den Islam und Terror erfahren wollen.

 

Gregor Schindler

Geister, Guhlen und viel Grusel

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. Bd. 1, Die seufzende Wendeltreppe
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
cbj 2013, 405 Seiten
ISBN 978-3-570-15617-9
Ab 12 Jahren und junge Erwachsene
 

Seit einem halbem Jahr arbeitet die 15-jährige Lucy nun in der Geisterjägeragentur „Lockwood & Co“. Da es in Großbritannien nur so von Geistern wimmelt schießen immer mehr solcher Agenturen aus dem Boden. Meistens arbeiten dort Kinder, da diese empfänglicher für Geister sind.  Unterstützt vwerden sie on erwachsenen Beratern. Nur „Lockwood & Co“ ist diesbezüglich eine Ausnahme, denn diese Agentur besteht nur aus drei Personen: nämlich Lucy, George und Lockwood. Alle drei sind minderjährig. Auch ihre Erfolgsbilanz ist nicht viel versprechend. Nach einem verpatzten Auftrag, bei dem sie ein Haus angezündet haben, stecken sie in großen Schwierigkeiten und müssen 60 000 Pfund Entschädigung zahlen - und das in einem Monat. Um das zu schaffen müssen sie ihre Agentur unbedingt bekannt machen. Sie beschließen die Auklärung des Geistermordes, der in dem Haus das sie angezündet haben herumgespukt hat, um ihren Bekanntheitswert zu erhöhen.

Kurz nachdem bekannt wird, dass sie wissen, wer der Geist war und sie auch schon einen Verdächtigen haben, bekommen sie ein Angebot. Der Industriemagnat Fairfax beauftragt sie, sein Anwesen von Geistern zu säubern.Docjh so einfach wie es klingt ist es nicht, denn das Haus ist eins, der am schlimmsten heimgesuchten Gebäude Englands. Die drei haben keine andere Wahl und nehmen an.

Auf dem Cover sieht man ein riesiges Schloss hinter dem zwei Degen, die Waffen von Geisterjägern, gekreuzt sind. Das Schloss soll wahrscheinlich für Lockwood stehen und wirkt sehr geheimnisvoll.

„Lockwood & Co“ ist ein wahnsinnig gutes Buch. Es ist witzig und entführt den Leser in eine zeitlose Welt, die der unseren sehr ähnlich ist. Im Gegensatz zu den „Bartimäus“- Büchern ist es weniger kompliziert und kann so von einer breiteren Leserschaft gelesen werden. Ein heißer Tipp für Jonathan Stroud Fans.

Gregor Schindler



Jagd auf die letzten Bücher

Robert M. Sonntag

Die Scanner

Kjb 2013, 189 Seiten

ISBN 978.-3-596-85537-7

Ab 14 Jahren

 

Rob lebt im Jahr 2035. Alles ist digitalisiert, Freundschaften werden im Netz, kaum noch im realen Leben geschlossen. Papier ist eine Seltenheit und Bücher lesen sowieso nur verschrobene Spinner. Denn jetzt gibt es alles wissen gratis auf Ultranetz. Die so genanten Scanner sammeln Bücher und scannen sie für Ultranetz. Anschließend werden sie vernichtet. Rob ist einer dieser Scanner. Eines Tages treffen sein Freund Jojo und er im Metrogleiter einen alten Mann, der ein Buch liest. Nachdem sich Rob am Klo übergeben musste findet er eine Nachricht von dem alten in der er ihn zu einem Treffen einlädt. Neugierig geworden trifft er sich mit ihm. Bei diesem Treffen erfährt er vieles was ihn umdenken lässt. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse und Rob ist auf der Flucht.

 

Auf dem Cover sieht man zwei Menschen auf der Fluch. Sie laufen unter Hochbahnen hindurch und rundherum flattern Bücher. Das ganze ist in Blautöne gehüllt.

 

Mir hat „Die Scanner“ ganz gut gefallen. Von der Geschichte her hat es mich nicht so überzeugt, besonders nicht das Ende, da es teilweise unlogisch war. Allerdings glaube ich nicht, dass es um die Geschichte geht, sondern darum, was diese sagen will. Das, was passieren könnte, wenn wir mit unseren Daten weiterhin so umgehen wie bisher. Ein gutes  Buch für alle, die zu viel auf Social Media Seiten verbringen, da ihnen so vielleicht die Augen geöffnet werden.

 

Gregor Schindler




Anya Balanchine ist bereit Entscheidungen zu treffen

Gabrielle Zevin

Edelherb

Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer

FJB 2013, 528 Seiten

ISBN 978-3-8418-2131-9

Ab 14 Jahren

 

Anya Balanchine ist wieder da, und da meine Liebe zu Mafiageschichten und Schokolade immer noch ungebrochen ist, konnte ich auch dem 2. Band nicht widerstehen.

Im 2. Teil der Serie um unsere Lieblingsmafiatochter schaut es aber nicht sehr gut für unsere Heldin aus. Den Aufenthalt in der Jugendstrafanstalt hat sie zwar gut überstanden, aber dennoch wurde sie der Schule verwiesen und Charles Delacroix nutzt noch immer jede Gelegenheit um ihr das Leben schwer zu machen.

Als dieser es wieder schafft, sie verhaften zu lassen, flieht Anya nach Mexiko, wo der Kakaoanbau nicht illegal ist. Auf der Plantage der Familie Marquez lernt sie mehr über die Schokoladeindustrie und über das Wesens des Kakaos kennen.

Doch auch hier ist sie nicht sicher, und sie beschließt wieder zurück nach New York zu kehren, denn dadurch, dass die Balanchine-Familie immer noch kein Oberhaupt hat, das es versteht, dieses Unternehmen zu leiten, werden andere Familien versuchen, die Familie anzugreifen und New York als Revier zu übernehmen. Es wird immer klarer, dass, um die Sicherheit ihrer Familie und des Reviers von New York zu gewährleisten, Anya in die Fußstapfen ihres Vaters treten muss.

 

Der 2. Teil der Serie schafft es mühelos an den ersten Band anzuknüpfen, alle Stärken zu behalten, und auch, dass die Autorin an Schwächen, die es im ersten Buch gegeben hat gearbeitet hat. Noch immer ist die großartige Figurendynamik gegeben, die mich im ersten Teil so beeindruckt hat, und zusätzlich gibt es mehr Action, da weniger Fokus auf Anyas Beziehung zu Win und mehr auf das „Familiengeschäft“ gelegt wird. Der Spannungsbogen ist sehr gut gelungen (diesbezüglich ist sogar ein kleines Augenzwinkern der Autorin dabei).

Auch muss man sich keine Sorgen machen, dass hier einfach (wie leider so oft bei Fortsetzungsbänden) alles wiederaufgewärmt wird, ohne irgendetwas Neues hinzuzufügen. Auch hier zeigt die Autorin wieder großes Einfühlungsvermögen in ihre Figuren, die Konflikte und Probleme, die es im ersten Band bereits gegeben hat, und die sich auf sehr interessante Weise weiter entwickeln. Neue Aspekte kommen hinzu, und immer, wenn man sich sicher ist zu wissen, was als nächstes kommt, weicht die Autorin den gängigen Klischees mit einer beeindruckenden Eleganz aus.

Gabrielle Zevin ist für mich eine meisterhafte Erzählerin und die Bücher der Balanchine-Reihe gehören für mich zu den besten Jugendbüchern, die ich gelesen habe. Ich bin sehr gespannt auf ihre Folgeromane, denn sie ist eine höchsttalentierte Autorin, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte

 

Die Umschlaggestaltung ist auch hier wunderschön, die Farbgebung ist kräftiger, was auch gut zu dem Buch passt, da die Handlung jetzt ja intensiver wird, und mir gefällt sehr gut, dass die Freiheitsstatue so einen prominenten Platz auf dem Cover hat - man bedenke, dass Anyas Jugendstrafanstalt ironischerweise auf Liberty Island gebaut ist.

 

Paola Garcia Sobreira

 


Als Schokolade verboten war

Gabrielle Zevin

Bitterzart

Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer

FJB 2013, 544 Seiten

ISBN 978-3-8418-2130-2

Ab 14 Jahren

 

New York 2083, die Welt hat den Klimawandel offenbar nicht sehr gut überstanden. Wasser ist knapp und so ziemlich alles andere auch – bis auf die Kriminalität. Da der Staat vor einiger Zeit unter anderem Schokolade und Kaffee verboten hat, blüht der illegale Handel.


Anya Balanchine ist 16 Jahre alt und die Tochter des berüchtigen Leonyd Balanchine, früherer „Geschäftsführer“ von Balanchine Chocolate, also des Syndikats, das den Schokoladenhandel in New York beherrscht. Verschiedene Anschläge auf die Familie haben ihr sowohl den Vater als auch die Mutter genommen, und so ist sie das inoffizielle Familienoberhaupt und für ihre beiden Geschwister Leo und Natty verantwortlich. Abgesehen davon ist ihr Leben aber nicht sehr viel anders als das ihrer Altersgenossen (die Probleme der Teenager haben sich in den 70 Jahren nicht sehr geändert).

Eines Tages lernt sie Goodwin „Win“ Delacroix kennen, und verliebt sich in ihn, doch der ist der Sohn des stellvertretenden Staatsanwalts Charles Delacroix. Dieser strebt eine politische Karriere an und vermutet, dass es seinem Image schaden könnte, wenn man ihn auch nur irgendwie mit dem Namen Balanchine in Verbindung bringen könnte. Zusätzlich versucht jemand dem Balanchine-Kartell mit vergifteten Schokoladenlieferungen zu schaden. Kommt diese Verschwörung von anderen Familien oder gar aus den eigenen Reihen?

 

Ich muss zugeben, dass ich, als ich den Klappentext zum ersten Mal las, ein bisschen die Augen verdrehen musste. Postapokalyptisches Setting und Verbotene Liebe – das hat man doch ein bisschen zu oft gelesen. Allerdings kommt dann doch alles ein bisschen anders als gedacht. Gabrielle Zevin schafft es meisterhaft, eine Geschichte zu erzählen.

Besonderes Lob möchte ich der Hauptpersson widmen. Ich-Erzählerin Anya ist charmant, witzig und absolut liebenswert. Sie kommentiert die Handlung mit einem etwas trockenen Humor, der sehr ihr Wesen widerspiegelt. Sie ist keine Träumerin - diesen Luxus kann sie sich nicht leisen - ständig ist sie auf der Hut, auch wenn sie nicht an den Aktivitäten des Clans beteiligt ist, muss sie doch immer aufpassen, denn ein Fehltritt könnte für sie und für alle, die ihr nahe stehen fatal sein. Und immer kühl und kalkurierend sein zu müssen, ist ja gerade für einen Teenager nicht wirklich einfach. Aber auch alle anderen Figuren haben mich durch ihre Menschlichkeit, Nuanciertheit und 3-Dimensionalität überzeugt, es ist ingesamt ein Buch, das mehr von seiner Figurendynamik als von der Action lebt.


Besonders faszinierend sind auch die verschiedenen Verhältnisse innerhalb des Syndikats geschildert und wie man sich vor diversen Intrigen der eigenen Familie in Acht nehmen muss.

 

Das Cover ist sehr schön, die New Yorker Skyline macht natürlich immer was her, und der Zeichenstil und die Farbgebung erinnern tatsächlich an eine Art Schokoladenverpackung, allerdings wirkt es um einiges romantischer und verspielter als das Buch eigentlich ist.

 

Alles in allem ist es ein sehr empfehlenswertes Buch, ein postklimawandel heißer Tipp!

 

Paola Garcia Sobreira



Die Geschichte eines Mädchens, bei dem sich alles ändert

Sarah Crossan
Die Sprache des Wassers
Aus dem Englischen von Cordula Setsman
Mixtvision 2013, 228 Seiten
ISBN 978-3-3939435-84-6
Ab 14 Jahren

Die zwölfjährige Kasienka zieht mit ihrer Mutter von Polen nach England, weil ihre Mutter ihren Vater suchen will der abgehauen ist. Es ist schwierig für Kasienka, sich zurechtzufinden. Zuerst kommt sie in die 5. Klasse mit lauter Kleineren, nur weil sie nicht so gut Englisch spricht. Als sie dann aber endlich in die 6. Klasse kommt, macht ihre Mitschülerin Claire ihr das Leben zur Hölle. Auch ihre Wohnung und die täglich Suche nach ihrem Vater zehren an ihr. Aber im Schwimmbad begegnet sie dann William.

Das künstlerisch gestaltete Cover ist aus Stoff und hat einen wasserblauen Hintergrund. Darauf sieht man ein paar Wassertropfen und einen roten Koffer mit einem Herzen, in dem ein Pfeil steckt. Es ist der Koffer, mit dem sie nach England gekommen sind.

Das Buch war zwar nicht lang aber dafür besonders, da  es in Gedichtform geschrieben ist. Die Sprache ist wirklich wunderschön und man kann sehr gut nachvollziehen wie Kasienka sich fühlt. „Die Sprache des Wassers“ ist ein Pflichtbuch für jeden, der Gedichte mag. Und es ist ein Buch, das Hoffnung gibt und zeigt, dass das Leben immer weiter geht, auch wenn man das nicht immer gleich sieht.

Gregor Schindler

 



Leben in der Biosphäre

Veonica Rossi
Gebannt 1 - Unter fremdem Himmel
Aus dem amerikanischen Englisch von Franca Fritz und Heinrich Koop
Friedrich Oetinger 2012, 428 Seiten
ISBN 978-3-7891-4620-6
Ab 14 Jahren

 

Die 17-jährige Aria lebt in einer der Biosphären, einer Schutzhülle, die nach der Einheit geschaffen wurde worin die Menschheit sich schützte. Eines Tages bricht sie mit dem Sohn des Sicherheitschefs, Soren, und ein paar Freunden aus, denn sie will etwas über ihre Mutter ertfahren, die aufgrund ihrer Forschung in eine andere Biosphäre gezogen ist. Zu dieser ist allerdings leider der Kontakt abgebrochen. Deswegen lässt sie sich auf Sorens Plan ein, was sie sehr bald bereut. Draußen rasten Soren und seine Freunde vollkommen aus und legen ein Feuer, das sie bald nicht mehr kontrollieren können. Nur durch einen Außenseiter, jemand, der nicht in der Biosphäre wohnt, wird Aria gerettet. Sie und Soren sind schlussendlich die einzigen Überlebenden. Auf ihrem Smarteye hat sie eigentlich die Beweise, dass Soren an allem Schuld ist, aber das ist verloren gegangen. Ohne Beweise verstößt Sorens Vater sie aus der Biosphäre. Dort wird sie von dem selben Außenseiter wieder gerettet. Er ist auf der Suche nach seinem Neffen, der von Siedlern gekidnapped wurde. Die beiden schließen sich zusammen und bald bemerkt Aria, dass die wirkliche Welt noch mehr zu bieten hat als die virtuellen Welten der Siedler.

Das „A“ von „Gebannt“ auf dem Cover sieht aus, als wäre es aus Feuer, was den Äther, eine Substanz, die den Bau der Biosphären erzwungen hat, darstellen soll. Von diesem „A“ gehen Pflanzen aus und dahinter sieht man Aria.

Mir hat „Gebannt“ gut gefallen. Es war spannend geschrieben und man konnte die Handlungen und Gefühle der Charaktere sehr gut nachvollziehen. Besonders interessant fand ich die Mischung aus modern und alt, die Kultur der Außenseiter, die technisch weit zurückgefallen ist, und die hoch technologisierte der Siedler. Ein gutes Buch für Fans von postapokalyptischen Szenarien und Liebesgeschichten.

Gregor Schindler




Der Junge, der sich als Schatten wahrnahm

Cath Crowley

Graffiti moon

Aus dem Englischen von Henning Ahrens

Carlsen 2013, 254 Seiten

ISBN 978-3-551-58279-9

Ab 14 Jahren

 

Die 17-jährige Lucy ist Hals über Kopf in den geheimnisvollen  Sprayer Shadow verliebt. Es gibt nur ein Problem: Sie kennt ihn nicht einmal, geschweige denn weiß sie wie er aussieht. An diesem Tag feiert sie mit ihren Freundinnen ihren Abschluss. Der Freund ihrer Freundin Daisy, Dylan, ist auch mit zwei Freunden, Leo und Ed, dabei. Die Mädchen wissen nicht, dass die drei, um aus Schulden herauszukommen, am selben Tag noch in ihre Schule einbrechen wollen. Lucy käme es auch nie in den Sinn, dass Ed, dem sie vor zwei Jahren bei einem Date die Nase gebrochen hat, der geheimnisvolle Shadow ist.

 

Auf dem Cover von „Graffiti moon“ sieht man zwei gemalte Gesichter, die kurz davor stehen sich zu küssen.

 

„Graffiti moon“ ist ein geniales Buch. Als ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war ich nicht sehr begeistert, doch schon nach den ersten zehn Seiten haben mich der wundervolle Stil und die wunderbaren Schilderungen gefesselt. Das Buch ist ein absolutes Muss für Kunstfans, da es sehr viel um Kunst geht, und gehört garantiert auf so ziemlich jeden Wunschzettel.

 

Gregor Schindler

 


Das falsche Spiel des Nicholas Webb

Andrew Prentice, Jonathan Weil

Pandämonium. Die Schwarzen Künste

Aus dem Englischen von Ursula Höfker

Cbj 2013, 477 Seiten

ISBN 978-3-570-13602-7

Ab 12 Jahren

 

Jack steht vor der größten Prüfung seines bisherigen Lebens. Er soll in die Verbrecherfamilie des Gauners Sharkwell, für den so gut wie jeder Schurke in London arbeitet. aufgenommen werden. Doch erst muss er dafür Prüfungen bestehen, die sein Können als Dieb beweisen sollen. Er schafft sie ohne größere Probleme und auch die letzte Prüfung, bei der er jemandem eine Geldbörse stehlen muss, besteht er. Dann allerdings überschlagen sich die Ereignisse. Ein seltsames Pulver aus der Pfeife des Mannes, den er bestohlen hat, gerät in sein Auge und mit diesem sieht er London jetzt ganz anders. Als er nach Hause kommt, sieht Jack wie der heiligste Mann Londons, Nicholas Webb, seine Mum tötet, weil er das Pulver, das Jack gestohlen hat, haben will. Damit der Sünde nicht genug, wendet der vehemente Gegner der Magie auch noch selber Zauberei an.  Jack überlebt nur durch das Eingreifen eines mysteriösen Spitzels. Jetzt will Jack sich an Webb rächen, aber es gibt noch viele Ungereimtheiten in dem ganzen. Wer ist der Spitzel und was sind das für Gestalten die Jack auf einmal mit seinem Auge sehen kann?

 

Der Schutzumschlag des Buches ist in rot gehüllt und in gold gehaltene Gestalten schlängeln sich um den Rand. In der Mitte befindet sich eine Münze mit einer aufgeprägten Fliege. Das ganze wirkt sehr wie ein Zauberbuch.

 

„Pandämonium“ ist ein tolles Buch. Es ist spannend bis zur letzten Seite und auch die Alltagsaktivitäten findw ich sehr interessant und lustig. Dumm findw ich nur, dass nicht gesagt wirde wie alt Jack ist. Deshalb hatte ich leichte Probleme ihn mir vorzustellen, bis ich mich endlich entschieden hatte. Trotz dieses kleinen Makels ist es ein tolles Buch, das den Leser in eine andere Welt entführt hat und ein Must-Have für alle ist die von Magie nicht genug kriegen können.

 

Gregor Schindler

 


Gut gemeint ist selten gut.

Rüdiger Bertram

Liga der Guten

Rororo 2013, 204 Seiten

ISBN 9783-499-21506-3

Ab 14 Jahren


Mats ist klein. Deshalb ist er mit Jan, dem kleinsten an der Schule und mit Andy, ebenfalls klein, befreundet. In Rückblenden berichtet der Ich-Erzähler Mats von den Ereignissen. Als Jan auf dem Schulhof ohne Grund eine Ohrfeige bekommt, reicht es Jan. Er verkündet vor  seiner Klasse, dass es für ihn nur zwei Seiten gibt, weiß und schwarz. Er boykottiert alles, was die Umwelt gefährdet oder Menschen ausbeutet und geht dabei keine Kompromisse ein.  Nach einem Streit mit seinen Eltern zieht er bei ihnen aus und lebt auf dem Gelände der alten Gerberei. Bald kommen schon erste Anhänger der Liga der Guten. Die ersten unter ihnen waren natürlich Matt und Andy. Zu Anfang ist Matt begeistert aber langsam kommen ihm immer mehr bedenken. Ist die Liga wirklich so gut.

Am Cover sieht man jemanden in der Uniform der Liga, der sich die Kapuze tief in die Stirn gezogen hat. Das lässt ihn aber alles andere als gut aussehen.

Die Liga der Guten“ ist ein gutes Buch. Es lässt einen darüber nachdenken, was alles bei uns schief läuft und darüber, wer bestimmt was gut und böse ist. Interessant finde ich auch, dass ich in dem Verhalten wie Jan die Liga führt, Züge einer Diktatur entdecken kann. Das Buch ist gut für alle, die zu vorschnell über gut und böse urteilen.

Gregor Schindler




I’ve been trained to kill

Allen Zadoff

Boy Nobody. Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder. 1.Band

Aus dem amerikanischen Englisch von Petra Post und Andrea Struve

Bloomoon 2013, 333 Seiten

ISBN 978-3-8458-005-9

Ab 14 Jahren

 


Boy Nobody wurde von einer geheimen Organisation ausgebildet, die Feinde der Regierung zu töten. Er ist zwar erst 16, aber vielleicht tödlicher als ein Spezial Agent. Seine Aufgabe ist es, sich mit den Kindern der Feinde anzufreunden, um direkten Zugang zu bekommen und tötet  dann die Zielperson. Normalerweise hat er dafür zwischen drei und zwei Monaten Zeit, doch diesmal soll er sein Ziel in fünf Tagen umbringen und das ist noch dazu der Bürgermeister von New York. Dafür muss er sich mit Sam, der Tochter des Bürgermeisters anfreunden. Doch dann kommenGefühle ins Spiel.

Auf dem Cover des Buches sieht man Boy Nobody wie er durch einen Park joggt. Alles ist in grau gehalten und das Fadenkreuz und die Tatsache, dass er joggt, lässt einen eher vermuten, dass er auf der Flucht ist. Der großgeschriebene Titel ist in leuchtend rot und orange gehalten in der MItte des Covers, springt ins Auge. Auf der unteren Hälfte steht der Name des Autors in weißer Schrift.

Mir hat „Boy Nobody“ wahnsinnig gut gefallen. Ich habe es in rund vier Stunden ausgelesen. Besonders gut hat mir gefallen, dass das Ende sehr untypisch ist. Es ist ein gutes Buch für viele, die Fans von Antihelden sind.

Gregor Schindler

 



Leben ohne Sauerstoff

Sarah Crossan
Breathe, Band 1., Gefangen unter Glas
Aus dem Englischen von Birgit Niehaus
dtv 2013, 430 Seiten
ISBN 978-3-423-76069-0
Ab 14 Jahren

In der Zukunft wurden alle Bäume gefällt, weshalb es nicht mehr genug Sauerstoff gibt. Die letzten überlebenden Menschen leben unter Kuppeln aus Glas, die mit künstlich hergestelltem Sauerstoff voll gepumpt werden, der von der Firma Breathe hergestellt wird. Außerhalb existiert kaum mehr Leben. Auch die Gesellschaft hat sich verändert und ist in eine zwei Klassen-Gesellschaft aufgeteilt: Die Premiums und die Seconds, die nicht so viel wert sind. Bea gehört zu den Seconds, während ihr bester Freund Quinn ein Premium ist. Ihre Mutter würde sich wünschen, dass sie Quinn heiratet, um dem Leben in den Slums zu entkommen und dasselbe würde sich Bea auch wünschen, doch Quinn interessiert sich nicht in diesem Sinne für sie. Sein neuster Schwarm heißt Alina und ist ihm erst vor kurzem über den Weg gelaufen. Als er und Bea auf einem Campingausflug nach Draußen aufbrechen, kommt plötzlich Alina vorbei und muss unbedingt nach draußen. Sie helfen ihr und es stellt sich heraus, dass Alina eine Rebellin und auf der Flucht ist. Da Quinn immer noch für sie schwärmt  helfen sie ihr weiter auf ihrer Reise und erfahren dabei einiges über die dubiosen Machenschaften von Breathe…

Auf dem Cover von „Breathe“ sind Bea und Quinn zu sehen, die von einer Kuppel getrennt werden. Das soll, glaube ich, die Grenze zwischen den Beiden darstellen.

In dem Buch geht es darum, was mit unserer Welt ohne Bäume passiert und um die illegalen Machenschaften einer Regierung, die nur Profit im Sinn hat. Das Buch war spannend zu lessen und ist realistisch geschrieben. Es zeigt auf, was passiert, wenn wir so weiter machen wie bisher. “Breathe” ist ein gutes Buch für alle, die gerne Geschichten lesen, die in einer Distopie spielen.

Gregor Schindler



Der Jungstar, die Unsichtbare und der Dämon

Kai Meyer

Asche und Phönix

Carlsen 2013, 459 Seiten

ISBN 978-3-551-58291-1

Ab 14 Jahren

 

Der 20-jährige Parker hat sein Leben als Star der Glamourfilme Phoenix HAawthorne satt und will sich endlich mit seinem Vater aussprechen. Als er in seiner Suite auf die Hoteldiebin Ash trifft, nötigt er sie dazu ihn zu verstecken. Dabei werden sie von seiner persönlichen Assistentin Chimena verfolgt, die zwar menschlich aussieht, es allerdings nicht ist. Trotzdem schaffen sie es nach Frankreich zu Parkers Vater zu kommen, wo sie dessen Geheimnis aufdecken. Vor Jahren hat sich sein Vater auf einen Pakt mit dem Dämon Libatique eingelassen, der sich von Ruhm ernährt. Nun hat Parkers Vater den Vertrag gebrochen und sich mit Parkers Ruhm vor dem Dämon geschützt. Jetzt ist der Dämon hinter Parker her. So fliehen Ash und er durch Frankreich und suchen nach einer Möglichkeit Libatique zu vernichten.

 

Auf dem Einband sieht man eine südfranzösische Küstenstadt und die alten Gebäude verleihen dem ganzen einen geheimnisvollen Charme. Der bewölkte Himmel trägt auch noch dazu bei.

 

Mir hat „Asche und Phönix“ sehr gut gefallen. Es war nicht so wie in vielen Büchern, in denen ein Reicher und eine Arme ein Abenteuer bestehen, dass der Reiche vollkommen arrogant ist und dann später netter wird, sondern er war zwar kurz am Anfang unsympathisch als er Ash dazu zwingt ihn zu verstecken, sonst aber eigentlich immer sehr nett und  nicht arrogant. Auch ist er nicht komplett auf Ash angewiesen, oft ist es sogar umgekehrt. Ich habe das Buch geradezu verschlungen. Es ist perfekt für alle die Magie vermischt mit der Realität spannend finden.

 

Gregor Schindler



Atem-los

Sarah Crossan
Breathe, Band 2., Flucht nach Sequoia
Aus dem Englischen von Birgit Niehaus
dtv 2013, 367 Seiten
ISBN 978-3-423-76079-9
Ab 14 Jahren 

Nach der Zerstörung des Rebellenhains sind Quinn und Bea mit der kleinen Jazz auf dem Weg nach Sequoia einem Lager anderer Rebellen. Aber Jazz verletzt sich und kann nicht mehr weiter, außerdem wird der Sauerstoff knapp, weshalb Quinn beschließt alleine nach Sequoia aufzubrechen und Hilfe zu holen. Zur selben Zeit wird Oscar Knavery, der Sohn des verstorbenen Präsidenten, der bei der Spezialeinheit ist, von Quinns Vater losgeschickt, um Quinn zu finden, stattdessen jedoch auf Bea und Jazz trifft. Zusammen mit Bea schmiedet er einen Plan, der sogar funktionieren könnte, das Regime zu stürzen. In der Zwischenzeit ist Alina mit den letzten Überlebenden aus dem Rebellenhain in Sequoia angekommen, doch bald merken sie, dass etwas nicht stimmt.

Das Cover sieht fast so aus wie das von Band 1, nur dass andere Farben verwendet wurden. Außerdem ist  der Schutzumschlag diesmal aus Papier und nicht aus Plastik, was wahrscheinlich bedeuten soll, dass die Bäume wieder zurückkommen.

Der zweite Teil von „Breathe“ ist ebenso gut wie der erste. Es geht wieder um das Stürzen der Regierung und das Wiederherstellen der Bäume, allerdings auch um die radikalen Methoden der Rebellen. Das Buch war spannend zu lessen und hat mich wirklich gefesselt. Das Ende ist sehr fulminant und klingt dann langsam aus. Ein Muss für alle, denen schon der erste Teil gefallen hat.

Gregor Schindler




Ealas verlorener Vater

Mark O’Sullivan

Jimmy,Jimmy

Aus dem Englischen von Anu Stohner

dtv 2013, 339 Seiten

ISBN 978-3-423-65003-8

Ab 14 Jahren

 

Ealas Vater Jimmy hatte vor ein paar Monaten einen schweren Unfall. Deshalb ist er jetzt auf dem geistigen Niveau eines Zehnjährigen und erinnert sich nicht mehr an seine Familie oder sein früheres Leben. Er spielt jetzt am liebsten Videospiele und von dem Vater, der er einst war, ist kaum mehr etwas übrig. Er erlebt seine Kindheit wieder. Die war aber nicht wirklich schön…

 

Auf dem Cover des Buches sind Kühlschrankmagnete zu sehen, die die Worte „Jimmy,Jimmy“ bilden. Darunter ist ein Zettel zu sehen, der aussieht wie hingepinnt und auf dem „Die Geschichte wie mein Vater wieder 10 Jahre alt wurde“ steht.

 

Mir gefällt „Jimmy, Jimmy“ sehr gut. Es wird sehr gut und einfühlsam erzählt wie die ganze Familie mit der neuen Situation umgeht und wie sie das ganze belastet. Ein gutes Buch für alle, die gerne Bücher lesen, in der Familien mit neuen Situationen fertig werden müssen.

 

Gregor Schindler

 



Im Grauzonen-Bereich

Robert Cormier

Unheilvolle Minuten

Aus dem Englischen von Cornelia Krutz-Arnold

Carlsen 2013, 253 Seiten

ISBN 978-3-551-31139-9

Ab 14 Jahren

 

In der Kleinstadt Burnside verwüstet eine Bande Jugendlicher das Haus der Familie Jerome und misshandelt deren 14-jährige Tochter Karen, die von da an im Koma liegt. Die Familie ist am Boden zerstört und fügt sich nur mühsam wieder in den Alltag ein. Die Täter werden nicht gefasst. Allerdings wird der Rächer aktiv, ein mysteriöser angeblich elfjähriger Bub, der schon früher Morde begangen hat und die ganze Tat beobachtet hat. Dann verliebt sich Karens Schwester Jane in den 16-jährigen Bobby, der schwere Alkoholprobleme hat. Was sie nicht weiß, ist jedoch, dass Bobby einer der Jugendlichen ist, die ihr Haus verwüstet haben. Als der Rächer in Bobby einen der Verwüster erkennt, eskaliert die Situation.

 

Das Cover des Buches ist hauptsächlich schwarz und nur durch ein Fenster scheint etwas LIcht. Die Anordnung der weissen Titelschrift schaut aus wie eine Nachricht, die Serienmörder an Tatorten an die Wand schreiben.

 

„Unheilvolle Minuten“ ist einfach genial. Die Handlung ist gut aufgebaut und zeigt sehr gut die zwei Seiten von Verbrechern. Die böse und die gute Seite, was einmal mehr beweist, dass es auf der Welt kein schwarz und weiß, sondern nur grau gibt. Die Atmosphäre im Buch ist so gut wie immer bedrückend, was mich aber beim Lesen nicht gestört hat. Das Buch ist perfekt für alle, die gerne Einblick in die menschliche Psyche haben möchten.

 

Gregor Schindler

 


Göttliches Lesevergnügen

Josephin Angelini
Göttlich - verliebt
Aus dem amerikanischenEnglisch von Simone Wiemken
Dressler 2013, 449 Seiten
ISBN 978-3-7915-2627-0
Ab 14 Jahren

Die Scions sind die Furien endlich los. Leider wurden durch die Blutsbruderschaft von Helen, Lucas und Orion auch die Götter befreit und alles deutet auf einen Krieg hin. Außerdem ist Helen nicht nur die Deszenderin, sondern auch eine Weltenschöpferin und kann damit ein neues Atlantis erschaffen. Das Problem ist nur, wenn sie das tut muss sie es auch verteidigen können und ihr Gegner wird Zeus, der Herrscher der Götter sein. Noch dazu kommt, dass Helen sich immer noch zwischen Orion und Lucas hin- und hergerissen fühlt und irgendwo der Tyrann, ein Scion mit der Macht, die Städte der Menschen zu zerstören lauert. Alles deutet auf Orion hin, doch wäre er zu so etwas fähig?!

Auf dem Cover sieht man wieder Helen, die sehr erschöpft darauf aussieht. Das Bild ist golden umrandet und in drei Ecken sieht man Figuren aus der griechischen Mythologie.

Wie auch schon die ersten Teile, so hat mir „Göttlich – verliebt“ sehr gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und stellt die griechische Mythologie in einem ganz anderen Licht dar, was interessant ist. Das Ende hat mir nicht gefallen, da es meiner Meinung nach zu viele offene Enden gibt. Alles in allem ist der dritte Teil der „Göttlich“-Trilogie ein gelungener Abschluss. Ein perfektes Buch für alle, die Liebesromane oder die griechische Mythologie mögen.

Gregor Schindler




Psychoterror pur

Klaus-Peter Wolf
Neongrüne Angst
FJB 2013, 416 Seiten
ISBN 978-3-8414-2154-8
Ab 14 Jahren

Mitten in der Nacht bekommt Johanna einen Anruf von einem Verehrer. Er verlangt, dass sie sich jetzt sofort mit ihm auf einer Brücke trifft. Johanna glaubt an einen Streich ihrer Schulkameraden und ignoriert die Aufforderung. Am nächsten Morgen hört Johanna von einem Unfall bei genau jener Brücke, auf der sie sich mit dem Verehrer hätte treffen sollte. Als dieser dann anruft und das auf seine Kappe nimmt, bekommt Johanna es mit der Angst zu tun. Sie weiß nicht, was sie tun soll. Die Polizei würde ihr nicht glauben, also macht sie sich mit ihrem Freund Leon auf, den Verehrer zu finden. Doch das gefällt diesem gar nicht.

 


„Neongrüne Angst" hat kein besonderes Cover. Darauf dominiert die Schrift, die natürlich neongrün ist. Am unteren Rand befinden sich Hafenkräne in derselben Farbe.

 

Das Buch ist wirklich genial. Ich war wie gefesselt davon und habe es in zwei Tagen ausgelesen. Ein aufregendes Ereignis jagte das nächste und umso näher sie dem Verehrer kommen, umso spannender wird es. Besonders gut fand ich beschrieben wie Johanna unter dem Druck immer mehr zusammenbricht. Ein absolutes Muss für jeden Thriller-Fan.

 

"Neongrüne Angst" ist der zweite Band um Johanna und Leon. Dieser ist jedoch unabhängig von Band 1, "Nachtblauer Tod" zu lesen, ohne, dass man beim Lesen etwas vermisst.



Gregor Schindler




Ein paar Sekunden in der Zeit zurück

Preben Kaas

Herr Ostertag macht Geräusche

Chicken House 2013, 135 Seiten

ISBN 978-3-551-52058-6

 Ab 14 Jahren

 

Julian weiß auf alle Fragen, die man ihm stellt, sofort die Antwort, verletzt sich nie und macht nie einen Fehler. Für ihn ist das ganz normal, für seine Umgebung jedoch nicht. Eines Tages taucht Preben Kaas auf und bietet Julians Eltern an, erklären zu können, warum das so ist. Er bringt sie zu seiner Schwester,  die ihnen erklärt, dass Julian ein Zeitspieler ist, der wenige Sekunden in der Zeit zurückspringen kann. Das macht er vollkommen instinktiv. Und as macht ihn auch für andere sehr interessant…

 

Auf dem Cover sieht man eine große blaue Stoppuhr mit kleinen Pfeilen in beide Richtungen

 

“Herr Ostertag macht Geräusche” ist ein ungewöhnliches Buch, das mir gut gefallen hat. Es ist spannend und interessant geschrieben und man kommt immer erst langsam darauf  wer welche Geheimnisse hat. Besonders gut haben mir die Stellen gefallen, bei denen ein Zeitsprung beschrieben wird. Es fängt an, etwas passiert und dann fängt es wieder an und es geschieht besser. Erst beim zweiten Mal ist mir aufgefallen, dass das ein Zeitsprung war.

Ein heißer Tipp für alle, die mal etwas anderes lesen wollen.

 

Gregor Schindler



Tausche Identität für ein Leben in Luxus

Michele Jaffe
Geisterblumen
Aus dem amerikanischen englisch von Susanne Goga-Klinkenberg
FJB 2013,493 Seiten
ISBN 978-3-8414-2114-2
AB 14 Jahren

Die 17 jährige Eve, die schon von vielen Pflegefamilien weggelaufen ist, bekommt ein seltsames Angebot. Sie soll Aurora Silverton, der sie erstaunlich ähnlich sieht, spielen, so dass Auroras Cousin und Cousine, Bain und Bridgette, schneller an Auroras Geld kommen, das sie von ihrer Großmutter erbt. Denn die echte Aurora ist schon seit drei Jahren verschwunden. Just an dem Tag, an dem sich ihre beste Freundin Liza das Leben genommen hat. Gibt es da einen Zusammenhang? Und wer ist dieser geheimnisvolle Anrufer? Ist es wirklich Liza die aus dem Jenseits anruft?

 Am Cover von „Geisterblumen“ sieht man Eve, deren Augen geschlossen sind. Über ihr hängen violette Blumen, an denen Blut klebt und ihre rechte Gesichtshälfte verschwimmt.

„Geisterblumen“ ist ein tolles Buch. Es hat mich gefesselt und es lässt einen auch in der richtigen Dosis gruseln. Das Ende ist besonders überraschend ich habe damit überhaupt nicht gerechnet. Empfehlenswert für alle, die Psychothriller mögen.

Gregor Schindler



Die Eindringlichkeit der stummen, ungesagten Dinge

Alexia Casale
Die Nacht gehört dem Drachen
Aus dem Englischen von Henning Ahrens
Carlsen 2013, 315 Seiten
ISBN 978-3-551-58310-9
Ab 14 Jahren

Die vierzehnjährige Evie lebt seit drei Jahren bei ihren Adoptivelter. Endlich hatte sie den Mut ihnen von ihrer gebrochenen Rippe zu erzählen. Ein Stück musst ihr dabei herausoperiert werden. Darauf hat ihr Onkel Ben die Idee einen Drachen daraus zu schnitzen. Evie ist davon begeistert und macht sich sofort an die Arbeit. Als der Drache fertig ist, wünscht sich Evie nichts sehnlicher, als das der Drache lebendig wird. Das passiert dann auch und Evie schleicht sich jede Nacht mit ihm hinaus. Endlich hat sie keine Albträume von ihrer Vergangenheit mehr. Der Drache meint sie müssen planen, allerdings weiß Evie weder was noch wofür sie planen. Aber der Drache hilft ihr dabei ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.

 

Das Cover des Buches ist vollkommen in Orange gehalten. Das einzige was zu sehen ist, ist das Fläschen mit dem Knochendrachen darin. Die Flüssigkeit ist ebenfalls oramge, während der Drache eher rot ist.

 


„Die Nacht gehört dem Drachen" ist ein wirklich geniales Buch. Es hat mich total gefesselt und besticht durch eine wirklich wunderschöne Sprache. Das Besondere daran ist, dass nie wirklich erzählt wird was Evie passiert ist. Natürlich reimt man sich einiges zusammen, aber es wird nicht konkret gesagt, was passiert ist. Das Buch ist ein wirklich heißer Tipp für jeden, der Fantasy mag, aber ebenso für alle die nicht so gerne Fantasy-Bücher lesen.

 


Gregor Schindler




Das interessante Leben des betagten, biestigen und kantigen Arthur

Sarah N. Harvey
Arthur oder Wie ichlernte, den T-Bird zu fahren
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulli und Herbert Günther 
dtv, Reihe Hanser 2013, 234 Seiten
ISBN 978-3-423-65001-4
Ab 14 Jahren
 

Damit sich Royce’ Mutter um ihren Vater Arthur kümmern kann, ziehen beide nach Victoria / Kanada. Royce ist nicht sehr begeistert davon, da er dort niemanden kennt und auch keine Anstalten unternimmt, um jemanden kennen zu lernen. Da sein Großvater alle Pflegerinnen vertrieben hat, bietet sich Royce für den Job an, aber natürlich gegen Bezahlung. Anfangs kümmert er sich nur widerwillig um seinen Großvater, doch schon bald findet er heraus wie interessant das Leben des berühmten ehemaligen Konzertcellisten gewesen ist. Doch dann hat Arthur einen Schlaganfall…

Man sieht auf dem Cover des Buches einen Thunderbird. Er ist zentriert auf dem Bild und hinter ihm kommen, wie bei der Präsentation von etwas Phantastischem, blaue Strahlen hervor.

„Arthur“ ist ein gutes Buch. Es ist lustig und einfühlsam zugleich geschrieben. Mir hat es sehr gut gefallen. Perfekt für alle, die gerne Lustiges und zugleich Tiefsinniges lessen möchten.

Gregor Schindler



Auf der Suche nach dem Lebenselixier

Kenneth Oppel
Düsteres Verlangen. Band 1. Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein
Aus dem kanadischen Englisch von Gerold Anrich und Martina Instinsky – Anrich
Beltz & Gelberg 2012, 376 Seiten
ISBN 978-3-407-81121-9
Ab 12 Jahren
 
Victor und Konrad Frankenstein sind Zwillinge. Zusammen mit ihrer Cousine Elizabeth, die seit ihrem sechsten Lebensjahr bei ihnen lebt, entdecken sie eine geheime Kammer im Schloss Frankenstein. Dort hat einer ihrer Vorfahren in geheimen Alchemie praktiziert, aber sie werden von ihrem Vater, Alphonse Frankenstein entdeckt, der ihnen verbietet diesen Ort noch einmal aufzusuchen. Kurz nach der Entdeckung erkrankt Konrad an einer selbst verursachten Anomalie des Blutes. Es gibt zwar ein Gegenmittel, doch es ist nicht sicher ob Konrad davon auch wirklich gesund wird. Trotz dem Verbot von Alphonse Frankenstein suchen sie in der geheimen Kammer nach einem Gegenmittel und tatsächlich finden sie eine Anleitung für das Elixier des Lebens. Dieses ist aber leider im Alphabet der Magier verfasst, das nur Alchemisten beherrschen. Doch angeblich lebt in Genf noch ein Alchemist. Gemeinsam machen sich Victor, Elizabeth und ihr Freund Henry auf die Suche nach ihm…

Am Cover sieht man eine Art Wappen, das in Blau, Schwarz und dunklem Grün gehalten ist. Auf beiden Seiten ragt ein Gesicht heraus, das rechts sanft dreinschaut und links boshaft.

Mir hat „Düsteres Verlangen“ sehr gut gefallen,
da es, wie der Titel schon sagt, ein wenig düster ist. Mich hat aber auch der Schreibstil und die Geschichte in ihren Bann gezogen. Der Autor , der aus der Sicht Victors erzählt, hat eine Vorgeschichte zu Mary Shelleys Frankenstein geschrieben. „Düsteres Verlangen“ ist besonders  für Leser, die es gerne ein bisschen dramatisch haben, geeignet.
Ich liebe dieses Buch.
 
Gregor Schindler


Wie erpresst man einen Mörder, den man nicht gesehen hat?

Sabine Ludwig

Am Ende der Treppe hinter der Tür

Rororo 2013, 378 Seiten

ISBN 978-3-4992-1675-6

Ab 14 Jahren


Weil sie ein Paket aus der Wohnung ihrer Nachbarin holen will, wird die 16-jährige Martha Zeugin eines Mordes. Das Problem ist, dass sie den Mörder weder gesehen noch richtig gehört hat. Sie erzählt ihrer Freundin Jill davon, die dabei auch einen Plan entwirft, mit dem Martha den Mörder erpressen kann. Martha macht mit, da sie mit ihrer Mutter in eine eigene Wohnung ziehen will, damit sie nicht mehr mit dem neuen Freund ihrer Mutter und dessen Tochter zusammen wohnen muss. Alles läuft auch gut, zumindest am Anfang…

Man sieht am Cover eine dunkle Wendeltreppe auf der jemand hinaufläuft sieht. Allerdings nimmt man ihn nur als Farbstreifen wahr.

Das Buch hat mir nicht besonders gut gefallen, da das Hauptthema, nämlich die Erpressung des Mörders, eher in den Hintergrund gerückt wird. Sonst finde ich die ganze Situation sehr realistisch. Dass Martha mit der Tochter des Freundes ihrer Mutter zusammen wohnt und sich oft um sie kümmern muss, obwohl sie sie gar nicht mag, kann auch in der Realität oft vorkommen.

Gregor Schindler



Reise in die Welt der Toten

Kenneth Oppel

Ein dunkler Wille. Band 2. Das Schicksal der Brüder Frankenstein

Aus dem kanadischen Englisch von Gerold Anrich und Martina Instinsky – Anrich

Beltz & Gelberg 2013, 378 Seiten

ISBN 078-3-407-81133-2

Ab 12 Jahren

 

 

Das Elixier des Lebens hat nichts genützt. Victors Bruder Konrad ist trotzdem gestorben. Nun lässt Victors Vater die Bestände der dunklen Bibliothek verbrennen und mit Freuden macht Victor mit. Aber ein Buch verbrennt nicht, denn es ist in einer Schutzhülle aus Metall. In diesem Buch, das von Victors Vorfahr Wilhelm Frankenstein geschrieben wurde, ist eine Anleitung, mit der man ins Reich der Toten kommen kann. Zusammen mit seiner Cousine Elizabeth und seinem Freund Henry wagt es Victor  in die Welt der Toten zu gehen. Dort finden sie Konrad und sogar eine Beschreibung wie sie ihm einen neuen Körper wachsen lassen können. Aber Victor ist nicht alleine in der Geisterwelt. Eine uralte Macht lebt dort und auch die verstorbene Analiese hat etwas zu verbergen.

 

Man sieht am Cover des Buches einen dunklen Schmetterling. Aus seinem linken Flügel wächst ein Totenkopf und aus dem rechten Flügel ein Gesicht. Das ganze wirkt sehr düster und durch die Augen, die man fast für Punkte auf den Schmetterlingsflügeln halten könnte, merkt man, dass sie in der Geisterwelt beobachtet werden.

 

„Ein dunkler Wille“ ist ein fantastisches Buch. Ich konnte mich kaum davon losreißen und hatte es in zwei Tagen verschlungen. Besonders gefällt mir, dass die Hauptperson Victor nicht wirklich liebenswert ist, sondern arrogant und versessen auf Macht.

Für alle ein Muss, die schon den ersten Teil toll fanden.

 

Gregor Schindler

 

 


Zufluchtsort Shanghai

Susanne Hornfeck

Torte mit Stäbchen, Eine Jugend in Shanghai

dtv- Reihe Hanser,  371 Seiten

ISBN 978-3-423-62500-5

Ab 14 Jahren

 

Inge kommt aus einer jüdisch-evangelischen Familie, die 1938 nach Schanghai, dem letzten Zufluchtsort für Juden, fliehen muss. Die Fahrt auf dem Schiff fühlt sich für Inge an wie Ferien, doch als sie in Schanghai ankommt ist sie enttäuscht. Zum Glück findet Herr Finkelstein bald Arbeit in der Konditorei einer chinesisch-deutschen Familie und sie entkommen so dem Elend in den Flüchtlingslagern. Zusammen mit Sanmao erkundet Inge Schanghai und die chinesische Kultur. Sie lernt chinesisch sprechen und schreiben. Doch auch hier holt die Finkelsteins der Krieg ein, und während die Amerikaner die in Schanghai stationierten Japaner bombardieren, entstehen in der Familie verschiedene Vorstellungen wie es nach dem Krieg weitergeht. Inges Eltern, die nie richtig in China angekommen sind, wollen so schnell wie möglich weg, aber Inge will unbedingt bleiben….

 

Das Cover gefällt mir gut. Der schwarz-weiße Hintergrund und das farbige Foto von dem blonden Mädchen passen sehr gut zum Thema und auch der Titel „Torte mit Stäbchen“ verkörpert eine wichtige Aussage des Buches.

 

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Es unterscheidet sich von anderen Büchern aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, da es auch um die Vermischung der verschiedenen Völker und Kulturen in Schanghai geht. Man sieht einem Mädchen zu, wie es in einer anderen Kultur erwachsen wird. Sehr bewegend!

 

Sarah Rabong

 

 



Im Schatten der toten Schwester

Christine Hurley Deriso

Nicht ist so perfekt wie das Leben

Aus dem amerikanischen Englisch von

Michael Mundhenk

Friedrich Oetinger 2012, 319 Seiten

ISBN 978-3-7891-3719-8

Ab 13 Jahren


Summer ist siebzehn und hat immer das Gefühl im Schatten ihrer großen Schwester zu stehen, die ein Jahr vor Summers Geburt ums Leben kam. Denn Shannon war einfach perfekt. Gut aussehend, Jahrgangsbeste, nett und immer höflich. Also das genaue Gegenteil von Summer.  Doch als sie zu ihrem siebzehnten Geburtstag Shannons Tagebuch geschenkt bekommt  wird alles anders. Zusammen mit ihrem besten Freund Gibs lernt Summer zum ersten Mal ihre große Schwester kennen und bemerkt, dass sie ganz ähnliche Probleme gehabt hat wie Summer jetzt. Summer versucht mit ihren Eltern über Shannon zu reden, stößt aber immer wieder auf Mauern. Gleichzeitig verliebt sie sich in Gibs und erkennt langsam das wahre Problem ihrer Familie……..

 

Das Cover ist ein wenig eintönig(alles blau), aber dafür finde ich die Idee, nur eine Hälfte des Gesichtes zu zeichnen und für den Rest ein Foto zu verwenden sehr gut. Die Schrift wiederum ist eher unauffällig. Alles in allem finde ich das Cover ganz ok.


Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Die Probleme der Hauptperson sind sehr wirklichkeitsnah und können von jedem nachempfunden werden. Es ist einfühlsam geschrieben, aber keinesfalls kitschig. Absolut lesenswert!

 

Sarah Rabong

 

 

 

 

 

 



Sein Lebensglück duftet nach Orangen

Iva Procházková
Orangentage
Sauerländer 2012, 239 Seiten
ISBN 978-3-411-80979-0
Ab 14 Jahre

Seit Dareks Mutter gestorben ist, geht es mit seinem Vater bergab. Er trinkt zu viel und findet keine Arbeit. Der 14jährige Darek muss sich ganz allein um seine leicht behinderte Schwester Ema kümmern, und muss sich auch mit seinem Schulkollegen Hugo und Marta, einer Nachbarin, die sich bei ihnen um den Haushalt kümmert, herumärgern. Auf einmal aber scheint es, als würde sich sein Vater wieder zusammenreißen. Gemeinsam mit seinem Freund Anton macht er eine Pferdefarm auf, die heruntergekommene Pferde kauft, aufpäppelt und dann wieder verkauft. Darek ist sofort von der Idee begeistert und kümmert sich liebevoll um die Pferde. Als er dann noch mit seiner großen Liebe Hanka zusammenkommt scheint alles perfekt zu sein. Doch er weiß nicht was, es mit „Horse Buddy“, Antons Firma wirklich auf sich hat.
 
Das Cover von „Orangentage“ ist wunderschön. Man sieht einen Baum an dem zwei Räder lehnen und etwas weiter oben sieht man die Beine von Hanka und Darek, die vom Ast heraunterbaumeln. Dahinter befindet sich ein Stall, den man allerdings durch das alles überstrahlende Licht nicht wirklich erkennen kann. Das Bild ist einfach toll gezeichnet. Auf mich macht das Cover einen sehr ruhigen Eindruck wie eine Stimmung an einem faulen Sommertag. Es zeigt allerdings nur die fröhlichen Seiten des Buches und nicht die düsteren, aber es ist auch kaum möglich, das zu verbinden.
 
Der Roman "Orangentage" spielt in der Tschechei am Land und handelt viel von Liebe und vom Erwachsenwerden. Er hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein eher ruhigeres Buch und hat mich nicht wirklich durch eine spannende und rasante Handlung gefesselt, doch hat mich jedes Wort in seinen Bann gezogen. Es ist hauptsächlich aus der Außensteher-Erzähler-Perspektive erzählt und wechselt bei manchen Rückblenden in die Ich- Perspektive, was auch ein interessantes Stilmittel ist. Das Buch ist vor allem gut für Pferdeliebhaber, da es viel um Pferde geht.
 
Gregor Schindler
 

Der geheimnisvolle Geisterjunge

Nicole C. Vosseler

In dieser ganz besonderen Nacht

cbj 2013, 475 Seiten

ISBN 978-3-570-15534-9

Ab 12 Jahren

 

Nachdem ihre Mutter an Krebs gestorben ist, zieht Amber zu ihrem Vater nach San Francisco. Sie fühlt sich überhaupt nicht wohl und zählt die Tage bis sie volljährig ist und nach Deutschland zurück kann. Doch eines Tages trifft sie in einem leer stehenden Haus, in das sie sich zurück, zieht, einen seltsamen Jungen. Mit der Zeit verliebt sie sich in ihn, aber sie ahnt nicht, dass er ein großes Geheimnis hat: Nathaniel, wie er heißt, ist ein Geist!

 

Am Cover sieht man Nathaniel und Amber. Sie sind dunkelblau und Rauchschwaden lösen sich von ihnen. Hinter ihnen scheint breit der Vollmond.

 

Mir hat „In dieser ganz besonderen Nacht“ sehr gut gefallen. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und das hat man auch gut bemerkt. Das Tolle daran ist, dass man von allen Personen mit der Zeit immer mehr erfährt. In diesem Buch geht es hauptsächlich um Liebe, aber auch um Freundschaft. Ein gutes Buch für alle, die gerne Liebesgeschichten lesen.

 

Gregor Schindler

 



Vangos waghalsige Jagd nach der Wahrheit

Timothée de Fombelle
Vango. Prinz ohne Königreich. 2.Band
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing
Gerstenberg 2012, 412 Seiten
ISBN 978-3-8369-5476-1
Ab 12 Jahren und junge Erwachsene

Seit acht Jahren ist Vango nun auf der Flucht vor seinen mysteriösen Feinden. Nun will er den Mann finden, der seine Eltern umgebracht hat. Er hofft mehr über seine Vergangenheit zu erfahren, doch so leicht ist Giovanni Cafarello leider nicht zu finden. Bei der Landung der „Hindenburg“ sieht er einen alten Bekannten wieder: Pater Zefiro, der hinter dem Waffenhändler Voloi Viktor her ist, um ihn umzubringen. Zum Schutz seiner Mönche, die auf der Insel Arkudah im geheimen leben. Dies aber verlangt lange Planung, und während Vango Pater Zefiro hilft, findet er auch etwas über Giovanni Cafarello heraus. Er sitzt im Todestrakt von Sing Sing und wartet auf seine Hinrichtung...

Am Cover sieht man Vango und seine Freundin Ethel als Schattengestalten die sich an Seilen herunterlassen. In der Mitte vom Cover ist ein Bild von New York über das ein Zeppelin schwebt. Das Cover sieht edel aus und ist dem des ersten Bandes angeglichen.

Mir hat „Vango. Prinz ohne Königreich“ genauso gut gefallen wie sein Vorgänger. Auch im zweiten und abschließenden Band waren wieder viele Überraschungen und Geheimnisse darin. Die Geschichte ist sehr gut und sehr bildlich geschrieben, spannend, nie langweilig und man kann sich die einzelnen Situationen gut vorstellen.
Das Buch ist sehr gut geeignet für alle, denen der erste Teil schon gut gefallen hat.

Gregor Schindler


Vangos abenteuerliche Flucht

Timotheé de Fombelle

Vango. Zwischen Himmel und Erde. 1. Band

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing

Gerstenberg 2011, 390 Seiten

ISBN 978-8365-5365-8

Ab 12 Jahren und ältere LeserInnen

 

Kurz bevor Vango im Jahr 1934 zum Priester geweiht werden soll, stürmen Kommissar Boulard und seine Männer den Platz. Sie haben einen Haftbefehl für Vango, der angeblich jemanden umgebracht haben soll. Vango kann entkommen, wird aber weiter von dem Kommissar sowie einem seltsamen Fremden gesucht und verfolgt. Er flieht nach Deutschland zu seinem Freund Hugo Eckener, dem Leiter des Zeppelin Unternehmens, auf dessen Zeppelin, dem „Graf Zeppelin“, er vor vielen Jahren Mitglied der Crew war. Was Vango aber nicht weiß ist, dass noch jemand ihn gerne wieder sehen würde: nämlich Ethel, die er auf seiner Fahrt mit dem „Graf Zeppelin“ kennen gelernt hat. Doch auch von hier muss Vango fliehen. Langsam dämmert ihm, dass der Grund seiner Verfolgung in der Vergangenheit liegt. Und zwar noch vor seiner ziemlich bewegten Kindheit auf den Äloischen Inseln, wo er allein mit seiner Amme Mademoiselle lebte.

 

Am Cover sieht man Vango als Schattenfigur, der an einem Seil hängt. Dahinter ist ein kreisförmiger Ausschnitt auf dem man den „Graf Zeppelin“ und den Ozean sieht. Rundherum sieht man Schauplätze aus der Geschichte.

 

„Vango, Zwischen Himmel und Erde“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein spannendes Buch mit einer turbulenten Handlung. Am Anfang ist es zwar etwas verwirrend, da sehr schnell viele Personen eingeführt werden, Ortswechsel und Zeitprünge stattfinden, klärt sich dann aber rasch auf und man kann der Handlung gut folgen. die Charaktere sind sehr sympatisch und geheimnisvoll. Ich finde es auch gut, dass Vango nicht wehrlos ist. Das Buch ist gut geeignet für Leute, die gerne Abenteuerbücher lesen.

Empfehlenswert!

 

Gregor Schindler



Jengos Leben als Hexenkind und seine Flucht

Anna Kuschnarowa

Kinshasa Dreams

Gulliver 2012,379 Seiten

ISBN 978-3-407-74369-5

 Ab 14 Jahren


Alles beginnt damit, dass Jengo vor dem größten Kampf seiner Boxerkarriere steht. Während des Aufwärmens erinnert er sich wie er nach Deutschland gekommen ist. Jengo kommt aus der demokratischen Republik Kongo. Bei seiner Geburt tobte ein schrecklicher Sturm über Kinshasa, seiner Heimatstadt. Für seine abergläubische Großmutter war das ein böses Omen – und sie sieht Jengo als Hexenkind. Ohne seinen Großvater, der ihn beschützte, hätte ihn seine Großmutter längst ausgesetzt. Doch mit der Zeit sterben Jengos Vater und Großvater und seine Mutter verschwindet, so dass ihn nun niemand vor seiner Großmutter und seinem Onkel schützt, weshalb er beschließt mit seinem Freund Jaques nach Paris zu fliehen, um dort seinen Traum, Boxer zu werde, zu verwirklichen. So beginnt eine gefährliche Reise nach Europa.

 

Am Cover sieht man ein Muster, das an ein Zebra erinnert und man sieht nur ein kleines Bild von Jengo, wie er auf einen Boxsack einschlägt.

 

In „Kinshasa Dreams“ geht es viel darum, was Flüchtlinge durchleiden müssen, um nach Europa zu kommen. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Es war spannend zu lesen und selbst der Teil, als Jengo noch nicht auf der Flucht war hat mich gefesselt. Trotz vieler Rückblenden war es nicht verwirrend da die Gegenwart und die Vergangenheit in anderen Schriftarten geschrieben war. Ein gutes Buch für alle die gerne Boxen, sich für die Flüchtlingsproblematik und die Hexenkinder in Afrika interessieren.

 

Gregor Schindler

 


Ein Haus mit dunklen Geheimnissen

Bjarne Reuter

Das dunkle Lied des Todes

Aus dem dänischen von Gabriele Haefs

Deutscher Taschenbuchverlag 2012, 254 Seiten

ISBN 978-3-423-71493-8

Ab 14 Jahren

 

Eva unterrichtet, als Nachfolgerin von Maria Wagner, den talentiertesten Jahrgang der Mozartschule, eine Schule für musikbegabte Kinder. Zusammen mit ihrem Kollegen Lars Bromsen, fährt sie mit den elf Kindern auf Klassenreise. Sie wohnen in einem alten Haus in Burgsvig, das viele Geheimnisse zu bergen scheint. Es liegt abgelegen, direkt am Meer und scheint fast einen eigenen Willen zu haben. Davon ist zu mindestens Eva überzeugt. Doch bald sind sich alle einig, denn dieses Haus wurde für die Brüder Max und Edward Savannah gebaut, die nach jahrelangem Afrikaaufenthalt wieder nach Dänemark zurückkehren wollten. Aber sie sollten, genauso wie der Rest der Mannschaft, nie dort ankommen, denn das Schiff kenterte. Der Sarg von Max Savannah liegt ausgerechnet im Keller des Hauses, genauso wie das Wasserbecken, das tagtäglich vor sich hin blubbert. Immer mehr Kinder wollen nach Hause, aber  noch wollen nicht alle gehen. Dabei haben die Lehrkräfte schon genug mit den Schülern zu tun, denn auch diese haben Geheimnisse, in die sie Eva seit ihrem Amtsantritt nicht einweihen wollen. In der letzten Nacht im Haus, während draußen das Unwetter tobt und die Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten ist, werden die Karten offen auf den Tisch gelegt. Immer mehr Zufälle, Merkwürdigkeiten und Geheimnisse werden aufgedeckt und schon bald ist klar, dass sie zusammenhalten müssen, wenn sie lebend nach Hause kommen wollen, denn die Klasse ist die Schiffsmannschaft und das Schiff geht unter….

 

Das Cover ist dunkel. Man sieht das Meer und das Haus. Der Titel des Buches ist in gelben Neonfarben geschrieben. Insgesamt ein gelungenes, spannendes Cover.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist nicht von Anfang an gruselig. Dieses Gefühl schleicht sich erst langsam ein und begleitet dich dann durch das ganze Buch. Es ist auch interessant die Geschichte nicht aus der Sicht eines Kindes, sondern aus der Sicht der Lehrerin zu lesen, da sie mehr Überblick hat. Die Charaktere sind alle individuell und besonders, was sie sehr lebendig macht. Allerdings hatte ich mit den dänischen Namen zu kämpfen, da ich nicht einmal wusste ob ein Junge oder ein Mädchen gemeint war. Das Beste an der Geschichte ist, dass sie wirklich passiert ist. So hat der Autor die Möglichkeit Zeugenaussagen zu verwenden und er hat auch Tagebucheinträge der Schiffsmannschaft geschrieben, sodass man Parallelen erkennen kann. Insgesamt ein sehr gelungenes Buch mit überraschendem Ende.


Sarah Rabong



Verhängnisvolle Klasseneise

Bjarne Reuter

Das dunkle Lied des Todes

Aus dem Dänischen von Gabriele Haefs

dtv 2012, 254 Seiten

ISBN 978-3-423-71493-8

Ab 14 Jahren

 

Eva Bergmann unterrichtet die talentierteste Klasse der teuersten und besten Schule für Kinder mit musikalischer Begabung. Begleitet von ihrem Kollegen Lars Bromsen unternimmt sie mit ihren 11 SchülerInnen eine Klassenfahrt. Von dem alten Haus in Burgsvig, in dem sie wohnen, ist sie sogleich fasziniert. Es ist das Haus, das für die Brüder Max und Edwar Savannah gebaut wurde, die jedoch auf der Überfahrt von Pemba (Afrika) nach Dänemark zusammen mit der gesamten Besatzung des Schiffes gekentert und verschwunden ist. Aber schon bald schwindet die Faszination für das alte Haus, denn Eva findet eine Liste mit den Namen der Besatzung und bemerkt einen seltsamen Zufall. An Bord des Schiffes waren 13 Menschen, acht Männer und fünf Frauen, genau so viele wie auf der Klassenfahrt sind. Und was ist überhaupt mit dem Grab von Max Savannah im Keller und welches Geheimnis hüten die Schüler vor ihr und was hat ihre ehemalige Lehrerin Maria Wagner mit allem zu tun?

 

Am Cover sieht man ein Haus am Meer. Überall ist es dunkel, nur aus einem Fenster des Hauses scheint grünes Licht. Das Cover untermalt zwar sehr gut die Stimmung des Buches, doch kommt an keiner Stelle grünes Licht vor.

 

In dem Buch geht es um die Abgründe und Ängste der Schüler. Mich hat „Das dunkle Lied des Todes“ fasziniert. Leider beging ich den Fehler, es am Tag zu lesen, weshalb das Buch nur halb so gut war. In der Nacht hätte sich die Atmosphäre noch besser entfaltet. Gruselig ist, dass das ganze auf einer wahren Begebenheit beruht und das Buch aufgrund eines Tagebuchs, das gefunden wurde, und Zeugenberichten, geschrieben wurde. Ein Muss für alle, die gerne noch bis spät in die Nacht lesen und sich richtig gruseln wollen.

 

Gregor Schindler

 

 

 


Emotionslose Wirklichkeit im 23. Jahrhundert

Holly-Jane Rahlens

Everlasting – Der Mann der aus der Zeit fiel

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Wunderlich 2012, 421 Seiten

ISBN 978-3-8052-5016-0

Ab 13 Jahre

 

Finn lebt im Jahr 2265 und arbeitet als Historiker und Übersetzer. Sein Fachgebiet ist das Deutschland des 21. Jahrhunderts und die ausgestorbene Sprache Deutsch. Eines Tages bekommt er das Tagebuch  eines 13 Jährigen Mädchens aus dem Jahr 2003 zu übersetzen. Das Mädchen, dessen Name unbekannt ist fasziniert ihn. Dann wird er auch noch von dem Leiter der Europäischen Bibliothek gebeten an einem Spiel teilzunehmen und dessen Realitätsbezug zu prüfen. Die Details faszinieren Finn, aber als er das Mädchen, dessen Name Eliana ist, wie man in ihrem zweiten Tagebuch herausgefunden hat, trifft  und kurz darauf in ihrem Tagebuch erwähnt wird, wird Finn eingeweiht. Was er macht ist, ist kein Spiel sondern eine Zeitreise!

 

Das Cover ist vollkommen rosa gehalten. Auf dem pinken Hintergrund ist eine rosa Blüte zu sehen, in deren Mitte sich der Flacon mit dem Parfüm “Everlasting“ befindet. Der Name der Autorin und des Titel sind kreisförmig darum angedordnet.

 

In dem Buch geht es um Liebe und wie wichtig sie ist. „Everlasting“ hat sich sehr flüssig gelesen und hat mir gut gefallen. Eine gute Idee war es, das Pronomen Ich wegzulassen auch wenn ich es nicht so wichtig für das Buch finde, wie auf dem Klappentext behauptet. Lustig war es auch zu erfahren, dass das Buch eigentlich von Finn geschrieben worden ist. Das Buch ist perfekt für Romantiker.

 

Gregor Schindler

 


Die Tochter des Teufels als Austauschschülerin bei den Menschen

Hortense Ulrich

How to be really bad

Rowohlt 2013, 196 Seiten

ISBN 9778-3-499-21648-0

Ab 12 Jahren

 

Es geht Lilith ziemlich gegen den Strich, dass ihr Vater immer so tut als müsste er sich in ihr Privatleben einmischen – aber - musste er sie ausgerechnet für einen Schüleraustausch in der Stadt, in der sie leben anmelden?! Und soll sie bei einer normalen Familie wohnen? Niemals! Aber was soll man tun, wenn der Vater der Teufel höchstpersönlich ist? So zieht sie zu einer Familie in der Stadt und stellt deren Leben ganz schön auf den Kopf. Aber bald schon wird auch Liliths Leben auf den Kopf gestellt. Denn sie hat sich in einen Menschen verliebt. Eigentlich können sich Teufel doch gar nicht verlieben, aber genau das ist passiert.

 

Das Cover des Buches ist iin rosa gehalten, außer oben und unten, dort ist es fast vollständig schwarz. Ein paar Buchstaben des Titels sind mit Hörnern versehen, was das ganze frech aussehen lässt.

 

Es geht in der Geschichte um Liebe und darum, dass Lilith eigentlich Disziplin lernen soll. Mir hat „How to be really bad“ nicht gefallen. Es ist zwar stellenweise lustig, aber es gab, meiner Meinung nach, keinen wirklichen Höhepunkt. Ich finde, dass man aus diesem Thema noch viel mehr hätte herausholen können.

 

Gregor Schindler

 


Die Rebellion der Unterdrückten

Yves Grevet
Méto. Das Haus
Aus dem Französischen von Stephanie Singh
dtv 2012, 217 Seiten
ISBN 978-3-423-62514-2
Ab 12 Jahren

Zusammen mit 64 anderen Buben wohnt Méto in Dem Haus. Dort werden sie, beaufsichtigt von den Cäsaren, auch unterrichtet. Wenn einer von ihnen die Regeln bricht, wird er in den Kühlraum geschickt. Für das erste Vergehen einen Tag, für das zweite zwei Tage und so steigert es sich immer weiter. Wenn die Buben zu groß geworden und das sehr fragile Bett gebrochen ist, verschwinden sie und stattdessen taucht ein anderer auf. Die Buben haben keine Ahnung wo sie herkommen und was sie erwartet. Zum Zeitvertreib spielen sie Inch, ein gewalttätiges Spiel, bei dem man den Ball auf allen vieren durch ein Loch schleudern muss. Doch als Méto größer wird, stellt er sich immer öfter die Frage woher er kommt und wohin er geht und eines Tages kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur.
Die Geschichte wird aus der Sicht Métos erzählt, der sich gegen das System auflehnt.

Am Cover sieht man Méto selber im Inch Schutzanzug. Hinter ihm gehen mit gesenktem Kopf andere Buben. Die Umgebung in der sie sich befinden ist sehr kalt und eckig.

Am Anfang hat mir „Méto“ gut gefallen, doch sprach mich die Geschichte nicht wirklich an. Meiner Meinung nach wurde die Handlung nicht so gut durchdacht. "Das Haus" ist der erste Band einer Trilogie. Dieses Buch ist gut geeignet für Leser, die gerne rätselhafte Bücher lesen.
 
Gregor Schindler
 

Die kleinen "Sünden" der Sullivan-Schwestern

Natalie Standiford
Die Bekenntnisse der Sullivan – Schwestern
Aus dem Englischen von Claudia Max
Carlsen 2012, 365 Seiten
ISBN 978—3-551-58274-4
Ab 14 Jahren
 
Weihnachten bei den Sullivans. Die reiche und herrische Großmutter Almighty Lou lädt, wie jedes Jahr-  zu sich ein. Dieses Mal hat sie jedoch eine Ankündigung zu machen: Ärzte haben einen Gehirntumor bei ihr festgestellt. und sie droht an, die komplette Familie aus ihrem Testament zu streichen, da sie über eine Person sehr verärgert ist. Die Familie kommt zu dem Schluss, dass es nur die Mädchen gewesen sein können. So schreiben diese ihre  Bekenntnisse. Norrie hat sich in den sieben Jahre älteren Robbie verliebt. Jane schreibt einen Blog über ihre böse Familie und Sassy denkt sie sei unsterblich. Doch sind das überhaupt Sünden?

Am Cover sind die drei nur als weiße  Gestalten zu sehen, unterwegs mit einem Brief zu dem Haus ihrer Großmutter. Besonders daran gefällt mir, dass, wenn man das Buch gelesen hat, an der Kleidung erkennen kann, wer wer ist.

Die Geschichte war am Anfang etwas schwer zu lesen, da ständig neue Personen aufgetaucht sind. Doch umso mehr man gelesen hat, umso besser kannte man sich aus. Toll fand ich, dass jeder Abschmitt in einem anderen Stil geschrieben war,, der den Charakter der Schreiberin widerspiegelte. Die Mädchen schreiben aus der Ich-Perspektive an die Großmuttrer.
„Die Bekenntnisse der Sullivan – Schwestern“ ist gut für Leute, die gerne lustigere Geschichten lesen.

Gregor Schindler


William hat einen schrecklichen Verdacht

Pat Walsh

Crowfield, Band 2, Dämonische Zeichen

Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß

Chicken House 2012, 289 Seiten

ISBN 978-3-551-52023-4

Ab 12 Jahren

 

Seit zwei Jahren lebt und arbeitet William jetzt schon im Kloster Crowfield. Er und seine Freunde: Bruder Schnecke, der Kobold Bruder Walter und der Elf Shadlock glauben, dass jetzt endlich alles vorbei ist, nachdem sie den schwarzen König mit der Hilfe eines Engels besiegt haben. Aber ein neues Übel ist auf dem Weg. Kobold und Shadlock spüren, dass etwas Böses sich im Kloster umtreibt. Außerdem droht der Kirchturm einzustürzen und die Mönche sehen einen blutroten Engel mit einem Krähenkopf im Kloster herumspuken. Haben William und seine Freunde Recht, dass es sich dabei um einen gefallenen Engel handelt? Dann aber hat er die Bezeichnung Engel nicht verdient, sondern es ist ein Dämon.

 

Am Cover sieht man den Kreuzgang eines Klosters, der in ein unheimliches rotes Licht getaucht ist und eine schattenhafte Gestalt mit Flügel, einem Schwert und einem Krähenkopf.

 

Mir gefällt das Buch sehr, da es spannend geschrieben ist und an den richtigen Stellen gruselig. Was mir nicht so sehr gefällt, ist das Wetter. Ich stelle es mir oft ganz anders vor; in  manchen Fällen passt es einfach nicht, wenn die Sonne scheint. Vielleicht gefällt aber genau das manchen Lesern dieses Buches. In „Dämonische Zeichen“ geht es sehr viel um Magie und auch etwas um den Kampf der Engel.

Dieses Buch ist ein heißer Tipp für alle, die gerne mittelalterliche Grusel-Fantasy  lesen.

 

Gregor Schindler



Die Macht des Artifakts

Philip Webb
Nur 6 Tage
Aus dem Englischen von Frank Böhmert
Chicken House 2012
ISBN 978-3-551-52031-9
 Ab 12 Jahren

Im zerstörten London der Zukunft suchen Cass, ihr Vater und ihr Bruder Wilbur zusammen mit hunderten von anderen "Räumern" im Auftrag der Russen nach dem Artefakt. Keiner der Räumer hat überhaupt eine Ahnung wo es zu finden ist und was es für Kräfte hat. Eigentlich meinen die meisten, dass es überhaupt nicht existiert, aber solange ihnen die Suche wenigstens etwas Geld einbringt, ist es den meisten egal ob es existiert oder nicht. Nur Cass´ kleiner Bruder Wilbur hat immer wieder neue Ideen, wo das Artefakt versteckt sein könnte. Eines Tages tauchen auf einmal Peyto und Erin auf. Sie wissen welche Kräfte das Artefakt besitzt und müssen es innerhalb von sechs Tagen finden sonst wird die Welt untergehen.

Auf dem Cover ist eine gewaltige Stadt zu sehen deren Hochhäuser an vielen Stellen angerostet  scheinen. Über der Stadt schwebt in einem schwarzen Kästchen der Titel.

Nur 6 Tage“ gefiel mir sehr gut. Teilweise war es etwas verwirrend, aber nie so sehr, dass man sich nicht mehr ausgekannt hätte. Der Schreibstil des Autors hat gut zu Cass´ Charakter gepasst, was gut ist, da die Geschichte aus der Ich – Perspektive geschrieben ist.

Das Buch ist ein heißer Tipp für Fans von apokalyptischen Büchern.
 
Gregor Schindler
 

Lord Umbers Katastrophen

P.W. Catansese
Die Bücher von Umber – Das Ende der Zeit
Aus dem amerikanischen Englisch von Birgit Schmitz
Carlsen 2012, 411 Seiten
ISBN 978-3-551-55348-5
Ab 12 Jahren

In "Das Ende der Zeit", dem dritten Buch von "die Bücher von Umber" hat Lord Umber wieder einen seiner Anfälle von Melancholie und nichts scheint ihn da herausholen zu können. Doch nach einem geglückten Abenteuer scheint es ihm wieder besser zu gehen. Auch die Dokumente, die Umbers ehemaliger Bibliothekar Caspar gestohlen hat, sind wieder in seinem Besitz. Diese liefern aufschlussreiche Informationen zu den Fädenziehern. Aber das Glück hält nicht lange vor. Die Hexe Turiana bricht aus Aerie aus und schon bald übernimmt der neue Prinz die Krone. Er will Umber all seiner Macht und seines Zuhauses berauben. Langsam muss Hap sich auch beeilen seine Fähigkeiten unter Kontrolle zu bringen, denn der Vollstrecker ist hinter ihm her und auch ein alter Freund Umbers ist in dieser Welt gelandet und stiftet Unfrieden.
Am Cover sieht man ein riesiges Kampfschiff, das über die stürmische See fährt. Mir gefällt das Cover recht gut, da es ein bisschen düster wirkt, was gut zum Buch passt.

Auch das Buch selber gefällt mir sehr gut. Es ist gut geglidert und leicht zu lesen, allerdings sollte man dafür die anderen Teile noch gut im Gedächtnis haben, da viel, besonders auf den zweiten Band angespielt wird. Eigentlich hat mir nur der Epilog nicht so gut gefallen, weil er mein Bild von Hap zerstört hat. Meiner Meinung nach ist "Das Ende der Zeit" der allerbeste Band der tollen Geschichte.
Das Buch ist gut geeignet für alle, die Abenteuer lieben und alle Fans der ersten beiden Bände der „Die Bücher von Umber“ Trilogie, die mit diesem Buch beendet wurde.
 
Gregor Schindler


Kreaturen im Schatten der Menschen

Anika Beer

Als die schwarzen Feen kamen

Cbj 2012, 445 Seiten

ISBN 978-3-570-40147-7

Ab 13 Jahren

 

Für die fünfzehnjährige Marie läuft es nicht allzu gut. Sie lebt sich langsam mit ihrer besten Freundin aus einander und ihre rätselhaften Anfälle kehren auch wieder zurück. Da freut es sie natürlich, als der zwei Jahre ältere Gabriel sie auf einen Kaffee einladet. Was sie aber nicht weiß, ist, dass Gabriel die Kreaturen im Schatten von Menschen sehen kann und, dass ihre Schattenwesen, die schwarzen Feen, Kreaturen vor denen sie als Kind Angst hatte, nicht mehr hinter ihr in ihrem Schatten sind. Er versucht es ihr zu erklären, doch sie glaubt ihm nicht. Als dann ihre Mutter plötzlich krank wird und es so aussieht als ob Schatten wie Flügel über ihre Haut kriechen, sieht Marie die Wahrheit ein und zusammen versuchen Gabriel und sie die Feen zu stoppen und die Schattenwelt Maries, aus der die Feen kommen, von einem giftigen Nebel zu befreien. Sind die Feen vielleicht der Auslöser für Maries Anfälle?

 

Das Cover des Buches ist hauptsächlich grün und durch den Nebel, wie der in Maries Schattenwelt, erkennt man gerade einmal verschwommen eine Person. Im Vordergrund und gut sichtbar flattern schwarze Schmetterlinge. Das ganze wirkt auf mich sehr mystisch und wie ein Tor in eine andere Welt, was es glaube ich auch darstellen soll.

 

In „Als die schwarzen Feen kamen“ geht es um Ängste und Liebe. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es wurde immer abwechselnd aus Gabriels und Maries Sicht erzählt. Manchmal gab es auch ein so genanntes „Interludium“ in dem aus der Sicht von Maries Schattenwelt Gegenstück erzählt wird. Die Geschichte ist eher ruhig und nicht wirklich rasant, besticht aber durch gute Beschreibung und einfallsreiche und passende Wortwahl. Ein perfektes Buch für eingefleischte Fantasy Liebhaber.

 

Gregor Schindler



Der lebensmüde Werwolf

Glen Duncan
Der letzte Werwolf
Aus dem Englischen von Peter Torberg
S. Fischer 2012, 414 Seiten
ISBN 97-3-10-0153517
Ab 11 Jahre
 
Jake Marlowe ist der letzte Werwolf. Seit sich ein Virus im Werwolfs-Speichel entwickelt hat, das auf Menschen tödlich wirkt, haben sich die Werwölfe nicht mehr vermehrt und die WOKOP, eine Jagdgesellschaft, die Jagd auf Werwölfe macht, hat auch nicht zu ihrer Population beigetragen. Der alte Werwolf Jake hat genug vom Leben, nachdem er 200 Jahre lang auf der Welt gelebt und Menschen gefressen hat. Er will sich nur noch von Grainer, dem Oberjäger, der WOKOP umbringen lassen. Das freut seinen Freund Harley überhaupt nicht doch er kann nichts tun, um Jakes Lebenswillen wieder anzufachen. Doch plötzlich haben auch die Vampire großes Interesse an Jake.

Auf dem sehr ansprechenden Cover sieht man ein Wolfsgesicht dessen eine Seite im Schatten liegt.

Mir hat „Der letzte Werwolf“ recht gut gefallen. Die Geschichte, die aus Jakes Perpektive erzählt wird, ist teilweise sehr philosophisch, auch etwas kompliziert, aber ein sehr packendes Buch. Für Werwolf-Fans.
 
Gregor Schindler


Zen And The Art Of Faking It

Jordan Sonnenblick
Buddha-Boy.
Aus dem amerikanischen Englisch von Gerda Bean
Carlsen 2012, 206 Seiten
ISBN 978-3-551-58251-5
Ab 13 Jahre
 
Wieder einmal zieht San Lee um, und wieder einmal kommt er in eine neue Schule. Welche Identität soll er diesmal annehmen? Sein Vater hat ihm beigebracht sich immer der Masse anzuschließen, aber was, wenn er einmal etwas ganz neues macht und sich so von der Masse abhebt? Er gibt sich also als Zen-Buddhist aus und sammelt jede Menge Informationen zu dem Thema. Kurze Zeit läuft es ganz gut, doch als er und Woodie aus seiner Klasse zusammen ein Projekt über Buddhismus machen sollen, wird es immer schwieriger den Schein zu wahren.
Am Cover von „Buddha-Boy“ sieht man auf schwarzem Grund einen Basketball und eine Buddhastatue in orange gehalten, was beides sehr gut zum Buch passt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Manchmal war es ein klein wenig verwirrend und ein bisschen hat es mich gestört, dass zu früh der Grund dafür genannt wurde, warum Sans Adoptivvater im Gefängnis sitzt. „Buddha-Boy“ ist ein gutes Buch für Leute die gerne auch etwas mehr über Buddhismus erfahren wollen.
 
Gregor Schindler
 

Schneestürme - blutrünstige Zombies und coole Sprüche

Kirsty McKay

Untot – Lauf solange du noch kannst

Aus dem Englischen von Frank Böhmert

Chicken House 2012, 359 Seiten

ISBN 978-3-551-52041-8

Ab 14 Jahren

 

Endlich hat Bobby es geschaft, Der Skiausflug mit ihrer neuen Klasse ist vorbei. Um ihren Klassenkameraden und Klassenkameradinnen aus dem Weg zu gehen bleibt sie während der Rast lieber im Bus sitzen. Leider muss auch der Klassenrebell Smitty im Bus bleiben. Bald ist das aber ihr kleinstes Problem. Denn etwas ist in der Raststätte vorgefallen. Die Klassenzicke Alice hat alles mit angesehen. Ihre ganze Klasse ist tot. Doch das bleiben sie nicht lange - und bald darauf müssen Bobby, Smitty, Alice und Pete, einer ihrer Klassenkollegen, der überlebt hat, sich mit einer ganzen Horde Zombies herumschlagen.

 

Das Cover des Buches ist meiner Meinung wahnsinnig originell. Es ist vollkommen weiß, nur der Titel ist in rot gehalten und der Bauch des O ist ein Zombie. Auch in den anderen Buchstaben sieht man Zombies die allerdings nicht in weiß gehalten sind.

 

In Untot geht es darum, dass die vier Schüler vor den Zombies fliehen müssen und gleichzeitig wollen sie auch noch herausfinden wer und was die Leute zu Zombies gemacht hat. Mich hat Untot einfach umgehauen. Ich konnte das Buch partout nicht aus der Hand legen. Es ist sehr rasant geschrieben und spielt an Orten, an denen jeder schon einmal war, wie zum Beispiel einer Raststätte, so dass man sich die Orte noch besser vorstellen kann. Außerdem war es auch an den unpassendsten Stellen lustig.

Dieses Buch kann ich allen Fans von Zombiefilmen nur wärmstens empfehlen.

 

Gregor Schindler

 

 



Der Junge, der Magie sehen konnte

Chris Moriarty
Der Seelenfänger. I. Band
Aus dem amerikanischen Englsich von Reinhardt Tiffert
Dresseler 2012, 341 Seiten
ISBN 978-3-7915-1343-0
Ab 12 Jahren

Der aus einer jüdischen Familie stammende Sascha Kessler arbeitet als Inquisitor in New York. Die Inquisitoren sorgen dafür, dass in New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts Magie nicht illegal benutzt wird. Es kam zwar noch nie vor, dass ein Jude Inquisitor wurde, doch Sascha kann Magie sehen und ist somit perfekt für  diesen Beruf geeignet. Kaum tritt Sascha seine Lehrstelle bei dem berühmten Ermittler Maximilian Wolf an, erwartet ihn auch schon der erste Fall. Zusammen mit dem zweiten Lehrling, der reichen Lilly Astral, folgt er Wolf bei seinen Ermittlungen. Ein Anschlag wurde auf Thomas Eddison verübt, hinter dem angeblivon einem Rabbi heraufbeschworen werden kann. Immer öfter führen die Ermittlungen ins Judenviertel New Yorks. Hat vielleicht sogar einer von Saschas Bekannten etwas damit zu tun?

Am Cover sieht man ein transparentes Gesicht und dahinter, in rot gehalten, New York. In der rechten oberen Ecke befinden sich drei Zahnräder und Vögel.

Ich habe „ Der Seelenfänger“ sehr gemocht. Toll fand ich, dass dort Magie etwas Alltägliches war, was man auch studieren konnte. Genial fgand ich auch die Figur des Maximilian Wolf. Das Buch ist gut geeignet für Menschen, die sich wünschen, es gäbe Magie auch in unserer Welt.
 
Gregor Schindler

Neue Identität gefragt.

Jordan Sonnenblick
Buddha-Boy
Aus dem Englischen von Gerda Bean
Carlsen 2012, 206 Seiten
ISBN 978-3-551-58251-5
Ab 12 Jahre

Wieder einmal zieht San Lee um, und wieder einmal kommt er in eine neue Schule. Welche Identität soll er diesmal annehmen? Sein Vater hat ihm eigentlich beigebracht sich immer der Masse anzuschließen, aber was, wenn er einmal etwas ganz neues macht und sich so von der Masse abhebt? Er gibt sich also als Zen-Buddhist aus und sammelt jede Menge Informationen zu dem Thema. Kurze Zeit läuft es ganz gut, doch als er und Woodie aus seiner Klasse zusammen ein Projekt über Buddhismus machen sollen wird es immer schwieriger den Schein zu wahren.
Am Cover von „Buddha-Boy“ sieht man einen Basketball und eine Buddhastatue was beides sehr gut zum Buch passt.

Eigentlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Manchmal war es ein klein wenig verwirrend und ein bisschen hat es mich gestört, dass zu früh der Grund dafür genannt wurde warum Sans Adoptivvater im Gefängnis sitzt. „Buddha-Boy“ ist ein gutes Buch für Leute, die gerne auch etwas mehr über Buddhismus erfahren wollen.
 
Gregor Schindler


"Öffen dich!,Osiris, komm!"

Rick Riordian

Die Kane-Chroniken. Band 1 – Die rote Pyramide

Aus dem Englischen von Claudia Max

Carlsen 2012, 600 Seiten

ISBN 978-3-551-55587-8

Ab 12 Jahren


Nach dem Tod ihrer Mutter lebt der 14jährige Carter Kane bei seinem Vater, einem Archäologen und Ägyptologen und reist mit ihm um die Welt. Während seine 12jährige Schwester Sadie bei ihren Großeltern in London. lebt. Als sie  Weihnachten zusammen verbringen, will der Vater unbedingt mit den beiden ins Britische Museum gehen. Aber mit dem was dann kommt haben Carter und Sadie nicht gerechnet: Ihr Vater will mit Hilfe des Rosettasteins einen äpyptischen Gott beschwören. Doch das verläuft anders als geplant und der Rosettastein explodiert. Statt dem gewünschten Osiris erscheint ein glutrot glühender Mann mit dem Kopf eines Fabelwesens und entführt ihren Vater!

Kurz darauf erscheint ihr Onkel von dem sie nichts gewusst haben und nimmt sie mit nach New York, wo sie erfahren,  dass sie aus einer alten Pharaonen Dynastie stammen und mächtige Zauberer sind. Doch im Moment haben die Geschwister andere Sorgen; denn sie wollen ihren Vater retten!!

 

Am Cover ist der Mann mit dem Kopf eines Fabelwesens zu sehen der auf einem alten, heruntergekommenen Fabrikgelände steht. Er wirkt sehr bedrohlich uund groß und Carter, Sadie und Sadies Katze Muffin, die vor ihm stehen wirken sehr klein. Es ist klar erkennbar, dass sie sich einem übermächtigen Feind stellen und trotzdem  entschlossen wirken.

 

Die Kane-Chroniken“ handeln von der ägyptischen Götterwelt, die sehr kompliziert ist, hier aber gut und einfach dargestellt wird. Mir gefällt „Die rote Pyramide“ wahnsinnig gut.  Die Geschichte ist witzig und liefert einem auch ein gutes Grundwissen über die ägyptische Mythologie. Es wird aus der Ich-Perspektive, abwechselnd von Carter und Sadie erzählt, die das alles auf Tonband gesprochen haben. Lustig fand ich auch die kurzen Keppeleien zwischen den beiden während der eine erzählt hat. Ein Muss für alle, denen schon die „Percy Jackson“ – Reihe gut gefallen hat.

 

Gregor Schindler

 

 


Halbgötter aus der griechischen Mythologie und ihr Schicksal

Josephine Angelini
Göttlich verdammt  1. Band
Aus dem amerikanischen Englisch von Simone Wiemke
Dressler 2011, 494 Seiten
!SBN 978-3-7915-2625-6
Ab 14 Jahren
 

Die 16-jährige Helen ist sehr groß und sehr stark, was sie allerdings lieber verbergen möchte, da sie, wenn sie zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, immer Bauchschmerzen bekommt. Als jedoch die Familie Delos nach Nantucket zieht, wird Helens Welt auf den Kopf gestellt. Sie hasst die Delos wie sie noch nie jemanden gehasst hat und weiß nicht einmal wieso das so ist, und das beruht auf Gegenseitigkeit. Als sich die beidenjedoch gegenseitig  das Leben retten, hört dieser Hass allerdings schlagartig auf. Sie erfährt von den Delos auch warum sie sich so gehasst haben. Sie stammen von griechischen Halbgöttern ab und die beiden Familien sind dazu verdammt sich gegenseitig zu bekämpfen. Um Atlantis zu finden, will die fehlgeleitete Verwandtschaft der Delos Familie alle anderen Familien umbringen, weshalb Helen schnell lernen muss sich zu verteidigen.

Auf dem Schutzumschlag des Buches sieht man die Hälfte von Helens Gesicht. Ihre Augen glühen Bernsteinfarben. Der Schriftzug „Göttlich“ ist teilweise mit griechischen Buchstaben vermischt was ich sehr lustig finde.

„Göttlich verdammt“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist zwar teilweise etwas kitschig, doch hielt sich das am Anfang in Grenzen. Man kann die Handlungen der Charaktere gut nachvollziehen. Das Buch ist gut geeignet für alle, die eine Schwäche für griechische Mythologie und Liebesromane haben.

Gregor Schindler



Genug Traurigkeit für eine ganze Schulklasse

Ingrid Olsson

Als würde man mit den Fingern schnipsen und schon ist es vorbei

Aus dem Schwedischen von Gesa Kunter

Bloomsbury Verlag GmbH 2012, 218 Seiten

ISBN 978-3-8270-5395-4

Ab 12 Jahren

 

Calle lebt mit seiner Mutter, seinem kleinen Bruder  Örjan und dessen Meerschweinchen Svante zusammen. Nach dem Tod seines Vaters fängt er an zu fotografieren. So versucht er den Anblick seines toten Vaters, wie er mit einem Stück Toast in der Hand daliegt zu vergessen. Gleich am Anfang der Geschichte kommt Calles Oma auf die Intensivstation im Krankenhaus. Die Familie besucht sie so oft es geht, aber die Ärzte wissen nicht genau was ihr fehlt. Calle verliebt sich in das Mädchen mit der Gitarre und dem roten Schal, das bei ihm in der Stiege wohnt. Er sieht sie oft, spricht sie aber nicht an bis sie ihn bittet den Auftritt ihrer Band zu fotografieren. Doch ausgerechnet das verpasst Calle, denn die Ärzte sind sich sicher, dass Calles Oma die Intensivstation nicht überlebt…

 

Das Cover gefällt mir nicht so gut. Die Schrift ist zwar groß, aber der Hintergrund ist fast durchgehend rot, was das Cover eher eintönig erscheinen lässt.


Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen. Calles Depression, die Eintönigkeit, wird zwar gut vermittelt, aber 218 Seiten ohne auch nur den Hauch von Glück, Freude oder zu mindestens Spannung ist dann doch zu viel des Guten. Die Kapitel sind zwar extrem kurz (manchmal nur fünf Sätze), aber trotzdem fühlst du dich nachher, als wäre gerade dein bester Freund gestorben. Der Stil ist interessant, aber ich finde  pro Buch reichen drei Kapitel dieser Art. Also, wenn du einmal etwas richtig Deprimierendes lesen willst, ist das, denke ich, genau das Buch, das du brauchst!

 

Sarah Rabong

 



Jengo, Hexenkind und seine Flucht aus Afrika

Anna Kuschnarowa

Kinshasa Dreams

Gulliver 2012,379 Seiten

ISBN 978-3-407-74369-5

Ab 14 Jahre

 

Alles beginnt damit, dass Jengo vor dem größten Kampf seiner Boxerkarriere steht. Während des Aufwärmens erinnert er sich wie er nach Deutschland gekommen ist. Jengo kommt aus der demokratischen Republik Kongo. Bei seiner Geburt tobte ein schrecklicher Sturm über Kinshasa, seiner Heimatstadt. Für seine abergläubische Großmutter war das ein böses Omen – und sie sieht Jengo als Hexenkind. Ohne seinen Großvater, der ihn beschützte, hätte ihn seine Großmutter längst ausgesetzt. Doch mit der Zeit sterben Jengos Vater und Großvater und seine Mutter verschwindet, so dass ihn nun niemand vor seiner Großmutter und seinem Onkel schützt, weshalb er beschließt mit seinem Freund Jaques nach Paris zu fliehen, um dort seinen Traum, Boxer zu werde, zu verwirklichen. Es beginnt eine gefährliche Reise nach Europa.

 

Am Cover sieht man ein schwarz weißes Muster, das an ein Zebra erinnert und man sieht nur ein kleines Bild von Jengo, wie er auf einen Boxsack einschlägt.

 

In „Kinshasa Dreams“ geht es viel darum, was Flüchtlinge durchleiden müssen, um nach Europa zu kommen. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Es war spannend zu lesen und selbst der Teil, als Jengo noch nicht auf der Flucht war, hat mich gefesselt. Trotz vieler Rückblenden ist es nicht verwirrend, da die Gegenwart und die Vergangenheit in anderen Schriftarten geschrieben ist Ein gutes Buch für alle, die gerne Boxen, sich für die Flüchtlingsproblematik und die Hexenkinderverfolgung im Kongo interessieren.

 

Gregor Schindler

 


Eine Jurte als Problemlösung

Marie – Aude Murail
Vielleicht sogar wir alle
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
Fischer Schatzinsel 2012, 355 Seiten
ISBN 978-3-596-85444-8
Ab 14 Jahren

In Charlies Familie geht es im Moment drunter und drüber. Die Firma, in der ihr Vater, Marc Doinel, als Filialleiter arbeitet, wird von Holländern übernommen und diese haben eine ganz andere Art ihre Firma zu leiten als es bis es jetzt bei ihnen üblich war. Es sollen Arbeiter entlassen und das meiste maschinell betrieben werden und Marc führt einen erbitterten Kampf mit dem Sohn seines Chefs, der die Umstellung leiten  soll. Nadine Doinel, Charlies Mutter, arbeitet als Vorschullehrerin und liebt ihren Beruf, doch ist sie langsam immer den selben Trott überdrüssig und weicht davon ab, was ihre Kolegin Rolanda schockiert, die Madame Doinel immer als ihr Vorbild betrachtet hat. Charlies kleiner Bruder Esteban, der eine Klasse übersprungen hat, hat dort kaum Freunde. Charlie selber ist depremiert, dass sich keiner in sie verliebt. Doch sie alle haben denselben Traum. Den Traum in einer Jurte zu leben

Auf dem Cover sieht man als Schatten die Doinel Familie auf einem Hügel und passt gut zum Inhalt.
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„Vielleicht sogar wir alle“ ist ein ruhiges, einfühlsames und sehr nettes Buch, das einen in seinen Bann zieht. Es ist aus den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder geschireben, die jeder für sich ein Problem haben. Die Gschichte ist lustig, übt aber auch Kritik an unserem, viel zu viel vom ursprünglichen Sinn, abgekommenen Lebensstil.  Für alle Liebhaber von Marie–Aude Murail Büchern.
 
Gregor Schindler
 

"Ich will nicht, dass du gehst"

Patrick Ness nach einer Idee von Siobhan Dowd, illustriert von Jim Kay
Sieben Minuten nach Mitternacht
Original Titel: Monster's Call
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell
cbj 2011
ISBN 978-3-570-15374-1
Ab 12 und EW

Eines Nachts wacht Connor sieben Minuten nach Mitternacht aus seinem Albtraum auf. Als er nicht mehr schlafen kann, und aus dem Fenster schaut,  erlebt er eine riesige Überraschung. Die Eibe, die gegenüber Conors Haus auf einem kleinen Friedhof steht, verwandelt sich in einen riesigen Baummann. Der Baummann sagt Connor, dass er seinetwegen erschienen ist und das er sich nur auf den Weg macht, wenn es um Leben und Tod geht. Damit kann doch nur Connors Mutter gemeint sein, die schwer krank ist?! Er erzählt ihm auch, dass er in den nächsten drei Nächten kommen wird und ihm in jeder Nacht eine Geschichte erzählen wird. In der vierten Nacht muss Connor ihm dann seine Geschichte erzählen. Am nächsten Morgen glaubt Connor schon das alles bloß ein Traum war, lägen da nicht die Eibennadeln in seinem Zimmer verstreut.

Connor hat viele Sorgen: Die Krankheit seiner Mutter, seine Probleme in der Schule...


Mir hat „Sieben Minuten nach Mitternacht“ sehr gut gefallen, da es sehr schön geschrieben ist und stellenweise sogar lustig war. Es ist ein, wie ich finde, melancholisches Buch. Die Geschichte ist total ergreifend und sehr gut strukturiert

Die Bilder im Buch sind zwar düster aber sehr schön. Sie bestehen nur aus schwarzen, weißen und verschiedenen Grautönen.


Auf dem Cover sieht man Connor unter der Eibe stehen und in einiger Entfernung geht über der Stadt die Sonne auf. Das Cover ist auch vom Illlustrator gestaltet. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt. findet man eine reduzierte Zeichnung auf dem Hardcover.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist empfehlenswert für Leute die gerne traurige Bücher lesen.

 

Gregor Schindler



Das Wissen um die Zukunft verändert die Gegenwart

Jay Asher, Carolyn Mackler

Wir beide, irgendwann

Aus dem amerikanischen Englisch von Knut Krüger

cbt München 2012, 394 Seiten

ISBN 978-3-570-16151-7

Ab 12 Jahren

 

 

Emma und Josh leben im Jahr 1996. Von ihrem Vater, der jetzt mit seiner neuen Freundin eine eigene Familie gegründet hat, bekommt Emma einen eigenen Computer geschenkt. Als sie ins Internet geht, erscheint plötzlich „facebook“ auf ihrem Computerbildschirm. Emma erkundet nichtsahnend die Seite, denn 1996 ist „facebook“ noch gar nicht gegründet worden. Sie stößt auf ihren eigenen Namen und Fotos, auf denen sie fünfzehn Jahre älter ist. Zusammen mit Josh sieht sie sich ihr eigenes Leben in fünfzehn Jahren an und ist alles andere als begeistert, denn ganz offensichtlich ist sie unglücklich. Doch Josh ist begeistert. Er wird, laut „facebook“, mit dem hübschesten Mädchen der Schule eine glückliche Ehe führen, Kinder und einen tollen Job als Grafikdesigner haben. Die beiden versuchen nun die Gegenwart zu ihren Gunsten zu verändern. Josh, damit sich seine Zukunft erfüllt und Emma, um ihrer zu entkommen. Und dabei vergessen sie völlig auf die Gegenwart…

 

Das Cover ist sehr bunt. Man sieht Streifen in verschiedenen Farben und bunte Figuren die auseinander gehen, sich wieder treffen, ihre Farbe wechseln und sich küssen. Ich denke, damit soll gezeigt werden, wie turbulent das Leben für Emma und Josh ist. Wie sich ihre Wünsche und ihre Zukunft immer wieder ändern. Insgesamt gefällt mir das Cover gut.

 

In diesem Buch geht es um Freundschaft, Liebe, Zukunft und Gegenwart. Es wird gezeigt, dass nichts in Stein gemeißelt ist und wir unsere Zukunft nicht planen können. Ich finde durch dieses Buch wird einem klar, dass es oft sinnvoller ist im Jetzt zu leben und in Gedanken nicht immer schon im Morgen zu sein.

Die Geschichte ist abwechselnd aus Joshs und Emmas Perspektive erzählt und die Geschehnisse sind gut dargestellt. Dieser Roman bringt dich zum Lachen und ist gleichzeitig in ernstem Ton erzählt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

 

Sarah Rabong

 

 

 


Auf der Spur von sechs Millionen Dollar oder Die Kacke ist am Dampfen

Andy Mulligan

Trash

Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn

Rowohlt 2012, 250 Seiten

ISBN 978 3 499 21598 8

Ab 12 Jahren


Raphael und sein bester Freund Gardo leben auf einer Mülldeponie bei Manila. Sie sammeln Müll und schauen was sie davon verkaufen können. Doch eines Tages macht Raphael eine Entdeckung die ihr Leben verändern wird. Mitten im ganzen Abfall findet er eine Tasche, die gewöhnlich aussieht, aber sie ist es nicht. Denn in ihr befinden sich ein Schlüssel, eine Karte und eine Brieftasche mit 1100 Pesos! Scnell merken die beiden Freunde wie wertvoll die Tasche ist. denn am Abend kommt die Polizei und will wissen ob, jemand eine Tasche gefunden hat. Da die beiden der Polizei nicht trauen, verstecken sie sie bei Ratte, einem Bub, der auch auf der Mülldeponie lebt. Ratte hat eine Zeit lang am Bahnhof gelebt und findet heraus, dass der Schlüssel in der Tasche zu einem Bahnschließfach gehört. Und das ist nur ein kleines Puzzleteil in einem riesigen Rätsel…


In "Trash" geht es um ein riesiges Abenteur, die Hinterhältigkeit der Menschheit, Freundschaft, Freiheit und Hoffnung auf ein besseres Leben und um Umweltverschmutzung.


Mir gefällt „Trash“ sehr gut, da es actionreich und gut geschrieben ist. Andy Mulligan hat genauso viel beschrieben wie notwendig ist, um sich alles gut vorstellen zu können. Die Krimi-Handlung läuft wie Filmelemente, die man kennt und wie typische Szenen aus Actionfilmen ab. Die Spannung bleibt bis zuletzt erhalten. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen erfährt man viel über die Ansichten,  Gefühle und Persönlichkeiten der drei Buben. Sehr flüssig zu lesen.


Am Cover sieht man die Mülldeponie auf der zwei Buben, wahrscheinlich Raphael und Gardo, auf dem Müll herumgehen. Das ganze ist in Grün gehalten. „Trash“ ist gut geeignet für alle, die Krimi lieben und die in den Büchern gerne miträtseln. LESEN!

 

Gregor Schindler

 



Die Unterwasserwelt ist für Menschen bewohnbar geworden


Kat Falls
Das Leuchten
Aus dem amerikanischen Englisch von Petra Knoob-Pawis.
Originaltitel: Dark Life
Ravensburger Buchverlag 2011, 320 Seiten
ISBN 978-3-473-40069-0
Ab 12 Jahren
 

Das Leuchten“ ist ein spannender Science Fiction Roman. In ihm geht es darum, dass der Meeresspiegel angestiegen ist und die Menschen auf den Meeresgrund  ziehen. Der 15-jährige Ty wächst dort unten auf und wie bei allen Unterwassermenschen leuchtet auch seine Haut. Aber er hat auch ein Geheimnis: seine dunkle Gabe.

Eines Tages begegnet er Gemma, einer Bewohnerin von Oben, die ihren Bruder, der als Schürfer unten im Meer arbeitet, sucht. Gemeinsam kommen sie der geheimnisvollen Seablite-Gang auf die Spur. Doch ihr Anführer Shade ist mit allen Wassern gewaschen und nicht so leicht zu fangen.


Das Buch hat mich sehr gepackt und besonders am Ende verschlingt man es. Eine überraschende Wende und ein dramatisches Ende machen das Buch lesenswert.

Sehr empfehlenswert für Science Fiction- und Unterwasser-Fans.

 

Gregor Schindler



Asta im Winterland

Mario R. Lackner

Asta im Winterland

Berger 2012, 351 Seiten

ISBN 978-3-85028-535-3

Ab 12 Jahren

 

Asta ist kein gewöhnliches Mädchen. In der Schule ist sie eine Außenseiterin und ihr bester Freund ist Herr Kastanie - eine Kastanie. Als sie eines Tages ihren Vater in einem Nachtclub entdeckt, ist  sie so bestürzt, dass sie von zu Hause wegläuft. Draußen tobt ein Schneesturm, in dem sie fast umgekommen wäre, hätten sie nicht Wjeter, der Wind, und Purga, der Schneesturm gerettet und zu ihrem Bruder Väterchen Frost gebracht. Dort wird sie von Snegurotschka, dem Schneemädchen gesund gepflegt. Kurz nach  ihrem Erwachen muss sie jedoch weiter ziehen zum Glasberg. Während Asta im Winterwald ein großes Abenteuer erlebt, trauert ihre Mutter um sie, da man ihr sagte, dass Asta bei einer Gasexplosion ums Leben gekommen sei. Ihr Vater aber hält weiter an ihrem Überleben fest.


Mir hat „Asta im Winterwald“ sehr gut gefallen, da viele Gestalten aus Märchen und Sagen drinnen vorkommen. 

Das Cover zeigt eine Schneeflocke in extremer Vergrößerung. Das Buch ist gut geeignet für Leute, die gerne in eine fantastische Welt abtauchen.

 

Gregor Schindler



Der geheimnisvolle Junge ohne Erinnerung

P. W. Catanese(Text), Helge Vogt (Ill.)

Die Bücher von Umber. Der gefundene Junge. Bd. 1

Aus dem amerikanischen Englisch von Birgit Schmitz

Carlsen 2010, 320 Seiten

ISBN 978-3-551-55120-7

Ab 12 Jahren

 

Als Happenstance in einer Höhle erwacht, weiß er nichts -  nicht einmal seinen eigenen Namen. Drei Fremde  finden ihn und ein Unbekannter, den keiner von ihnen sieht, teilt ihnen Happanstance´ Namen mit. Die drei, deren Namen Sophie, Oates und Lord Umber sind, nehmen Hap, wie er von ihnen genannt wird, mit in die Stadt Kurahaven. Doch als sie mit dem Wal Boroon und seiner Kapitänin Nima dorthin fahren, verfolgt sie ein Schiff mit einem unbekannten Mann an Bord. Ist das etwa das Monster Occo vor dem Lord Umber gewarnt worden ist? Sie schaffen es, ihn abzuhängen und erreichen sicher Kurahaven. Doch warum kann Hap im Dunkeln sehen und so hoch springen? Mit der Zeit entdeckt Hap immer mehr seine Fähigkeiten. Er und seine Retter haben ein großes Problem: Occo ist es gelungen ihnen zu folgen! Doch auch Lord Umber hat ein Geheimnis. Was bedeutet zum Beispiel dieser seltsame leuchtende Kasten in seinem Zimmer?

 

Auf dem Cover sieht man Boroon, der aus dem Wasser taucht und an seiner Flosse verletzt ist. Auf seinem Rücken steht Nima auf dem Schiff, das auf Boroons Rücken befestigt ist.

 

„Der gefundene Junge“ ist spannend und lustig geschrieben. Besonders Oates, der durch einen Fluch immer die Wahrheit sagen muss, und Lord Umber, der sich vor fast gar nichts fürchtet und einen unendlichen Wissensdurst besitzt, können einen zum Lachen bringen.

 

Ein guter Tipp für Leute, die gerne Abenteuer- und Fantasy-Bücher lesen.

 

Gregor Schindler

 

Eine Geschichte von fünf Minuten, und einer ganzen Nacht

  Rachel Cohn & David Levithan,
  Nick & Norah. Soundtrack einer Nacht.
  Aus dem Amerikanischen von Bernadette Ott
  cbj Verlag 2007
  ISBN 978-3-570-13126-8



„Nick & Norah“ ist die Geschichte von fünf Minuten, die dann sieben werden und im Endeffekt eine gemeinsame Nacht bedeuten. Fünf Minuten, in denen Nick Norah bittet so zu tun alsob sie seine Freundin wäre, um seine Exfreundin Tris, an der er noch immer hängt, zu täuschen. Norah die ebenfalls noch an ihrem Exfreund Tal hängt und zufällig eine Hassfreundin von Tris ist, beschließt Nick von seiner Tris-Verfallenheit zu kurieren – und küsst Nick.
Es folgt eine Nacht die man nur als turbulent beschreiben kann. Eine Nacht voller knutschenden Nonnen, der besten Punk-Band der Welt („Where´s Fluffy“), dem schönsten Liebeslied aller Zeiten („I wanna hold your hand“ von den Beatles) und vieler quälender Fragen, z. B. ob Nick denn nun hetero oder homo ist? (Schließlich spielt er in einer Queercore-Band). Begleitet werden wir von den skurrilsten Nebenfiguren, die man sich nur wünschen kann: Hunter von „Hunter Does Hunter“, Randy von „Are you Randy?“ und noch vielen mehr.
Als die Sonne aufgeht, haben Nick und Norah zwei Mal fast miteinander geschlafen und festgestellt, dass sie sich auf alle Fälle wiedersehen wollen. Mit dem netten Nebeneffekt, dass Norah von Tal und Nick von Tris losgekommen ist.

Anders als der etwas schmalzig ausgefallene Untertitel vermuten lässt, handelt es sich bei „Nick & Norah“ keineswegs um einen Kitschroman, sondern um eine wunderbar verzwickte Liebesgeschichte vollgestopft mit guter (Punk-) Musik.
Abwechselnd aus der Sicht Nick/Norah erzählt, erleben wir diese Nacht sozusagen zwei Mal, wobei aber keine Szenen doppelt vorkommen. Eingebettet ist die ganze Geschichte in der New Yorker Club- und Underground-Musikszene und grade Nicks schwule Bandmitglieder und die Tatsache, dass er der einzige Hetero ist, erzeugen eine wunderbare Stimmung. Die Geschichte ist sehr schnell geschrieben und wenn man sie am Stück liest, hat man wirklich das Gefühl am Ende verändert, aber glücklich dem Sonnenaufgang entgegenzufiebern.

Lilly Maier, 15



"So viel Leid und doch auch einzigartige Freuden"


  Markus Zusak,
  Die Bücherdiebin
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  Aus dem australischen Englisch von Alexandra Ernst.
  cbj 2008
  ISBN 978-3-570-13274-6

 

„Die Bücherdiebin“ ist die Geschichte von Liesel Meminger, die im zweiten Weltkrieg nach dem Tod ihres Bruders zu Pflegeeltern geschickt wird. Im Leben von Hans und Rosa Hubermann muss Liesel sich erst zurechtfinden, aber schon bald wird ihr erst so dunkles Leben durch ihren Nachbarn und Freund Rudi Steiner, die Stunden mit ihrem Pflegevater und – dem Stehlen von Büchern, das eine besondere Beudeutung für sie hat, aufgehellt. Doch irgendwann holt der Krieg sie erbarmungslos ein …

Begleitet wird Liesels oft schwere Reise, die sich über mehrere Jahre zieht, von niemand anderem als dem Tod, der in diesem Buch den allwissenden Erzähler verkörpert. Als sanfter und doch ungerührt ehrlicher Führer, zieht er uns mit in die Geschichte des Mädchens, das so viel Leid überstehen muss und doch auch einzigartige Freuden erlebt.

„Die Bücherdiebin“ ist ein farbenprächtiges, ergreifendes, humorvolles, tragisches und schonungslos offenes Buch, das wieder mal beweist, dass Markus Zusak ein wahrer Meister seines Faches ist. So oft muss man sich beim Lesen fragen, ob man nicht doch gerade die leise Erzählstimme des Todes dicht an seinem Ohr gehört hat, oder sich plötzlich in der Himmelstraße, Liesels Heimat, wieder findet.
Dabei geht es um Bücher, geschriebene und gesprochene Wörter, um Liebe und Krieg, Freundschaft und Hass, ums Stehlen und Finden – und den Tod.

MUSS gelesen werden!!!!

Lea Kern



Mehr Lebensgeschichten


  Katja Behrens,
  Der kleine Mausche aus Dessau.
  Moses Mendelssohns Reise nach Berlin im Jahre 1743
  Hanser 2009
  ISBN 9783446233058


1743 macht sich Moses Mendelssohn, damals 14 Jahre alt, zu Fuß und alleine auf den Weg von Dessau nach Berlin, um weiterhin Unterricht bei seinem geschätzten Lehrer David Fränkl nehmen zu können. Nicht nur, dass der Weg beschwerlich und Moses ohnehin ein kränkelnder Junge ist, sind Juden damals zudem außerhalb ihrer Ghettos nur ungern gesehen. Doch Moses lernt verschiedenste Menschen kennen und lässt viele seiner Erfahrungen in seine spätere philosophische Arbeit, seine Religionsreformen und seine Haltung einfließen. Auf Grund dieser Haltung nimmt Lessing Moses Mendelssohn Jahre nach der Wanderung als Vorbild für 'Nathan den Weisen'

Diesem Weg also widmet sich Katja Behrens sehr behutsam, da nur wenige Stationen und Begebenheiten wirklich belegt sind. Dennoch zeichnet sie ihre Möglichkeit der Geschichte voll und lebendig, mir hat sich die Zeit und  Moses Wesen umfassend erschloßen. Das Buch macht Lust auf mehr - einerseits will ich mehr über Moses Mendelssohns Leben wissen (im Anhang des Buches findet sich ein kurzer Abriss seines Lebens), andererseits weckt es Interesse an Lebensgeschichten anderer Personen. Es ist immer wieder spannend und bereichernd andere Leben kennenzulernen und es ist bemerkenswert wie sehr es manche Autoren verstehen diese für Jugendliche aufzubereiten.
Neben dem Abriss gibt es im Anhang übrigens noch ein Glossar, da die Menschen im Buch drei Sprachen sprechen (jiddisch, hessisch und die Sprache der Zigeuner). Die verschiedenen Dialekte zu lesen hat mich beglückt und tut der Authentizität der Geschichte sehr gut. Gewünscht hätte ich mir aber noch eine Karte von Dessau bis Berlin und dem möglichen Weg.
 
Lena Samek


„Stimmt es, dass Kommunisten böse Menschen sind?“

  Karen Cushman,
  Das laute Schweigen der Francine Green.
  Aus dem amerikanischen Englisch von   Alexandra Ernst
  dtv junior extra 2008
  ISBN: 978-3-423-71287-3
  € 8,20

  Ab 12 Jahre

Francine Green ist Schülerin einer katholischen Privatschule und lebt in L. A., gleich neben Hollywood. Es ist die Zeit des Kalten Krieges und der McCarty-Ära im Jahre 1949. Als ihre Nachbarin Sophie Bowman auf ihre Schule wechselt, werden sie enge Freundinnen, obwohl sie sehr unterschiedliche Charaktere haben: Francine ist schüchtern, Sophie nicht. Immer wieder stellt sie die konservativen Weltansichten der Nonnen infrage und bekommt dadurch regelmäßig Ärger. Außerdem befürwortet ihre Familie den Kommunismus was die wunderbare Freundschaft der beiden Mädchen sehr gefährdet.

Was mir am besten an dem Buch gefallen hat waren ganz eindeutig die sehr plastisch und  und facettenreich gestalteten Charaktere, mit denen ich mich sehr leicht identifizieren konnte.
Die Handlung ist sehr gut ausgearbeitet und durch Nebenhandlungen ergänzt, so dass dem Leser nie lanweilig wird. Der lockere Schreibstil und die teilweise ironische Schreibweise ermöglichen ein kurzweiliges Leseerlebnis.
Auch die Atmosphäre dieser Zeit ist sehr gut eingefangen und wirkt nicht aufgesetzt. Ich empfehle dieses Buch nicht nur denjenigen, die sich für diesse Zeitspanne interessieren - man kann auch ohne Hinergrundwissen alles verstehen. Im Anhang erklärt die Autorin, die diese Zeit mit den geschürten Ängsten und der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und des Nicht-Hinterfragens selbst erlebt hat, einige Fakten und wie wichtig es ihr ist, Lesern die Bedeutung der Menschenrechte zu vermitteln und wie jede Einschränkung zur Gefahr werden kann.

Was das Cover betrifft: Ich liebe es. Und zwar nicht nur, weil es so schön bunt ist, sondern weil die collagenartige Gestaltung meiner Meinung nach perfekt zum Buch passt. Schließlich ist Francines Alltag aus vielen verschiedenen, zum Teil widersprüchlichen Elementen zusammengesetzt: sie geht gern ins Kino, hat auch ihre Lieblingsschauspieler, geht in einem Kloster zur Schule, ist gern Schokoladeneis und hat panische Angst vor einem Atomkrieg.

Paola Garcia Sobreira


"Der verrücksteste Ort der Krimigeschichte"


  Tim Davys,
  Amberville.
  Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch,
  Piper Nordiska 2008
  ISBN 9783492052061


Außer, dass Amberville ausschließlich von Stofftieren bevölkert ist, ist in dieser Kleinstadt alles in bester Ordnung. Die Häuser gleichen einander aufs Haar, und ­zwischen den gepflegten Vorgärten stehen weiß getünchte Holzzäune. Für Eric Bär, den ausgestopften Teddy, hat dieses geordnete Leben an einem späten Vormittag im April ein vorläufiges Ende: Sein ehemaliger Boss, der zwielichtige ­Kasinochef Nicholas Taube, bittet ihn um einen Gefallen. Eric soll für ihn die berüchtigte Todes­liste beschaffen, auf der jeder Bewohner von ­Amberville irgendwann einmal landet. Niemand weiß, wer die Liste führt und wer sie hat. Aber Eric Bär verabschiedet sich von seiner Frau Emma Kaninchen und macht sich mit drei Freunden aus alten Tagen auf, die Liste um jeden Preis zu finden.
(Inhalt von www.piper-verlag.de übernommen)

Unfassbar - dieses Buch spielt in einer Welt voller Kuscheltiere. Witzig, dass diese Tiere oft menschlicher snd als richtige Menschen in anderen Büchern. Die Geschichte ist ungebrochen spannend, auf eine geniale Art und Weise verwirrend und undurchschaubar. Was passiert als nächstes? Man weiß es nicht. Die Sprache ist schön, auch sprechen die Sichtwechsel sehr an. Kapitel für Kapitel taucht man tiefer ein in die Kuscheltierwelt, bis einen gefangen hält. Echt empfehlenswert!
Das Cover sticht total heraus, der Stil besticht durch den Computer-Touch. Die Farben sind gut aufeinander abgestimmt, allerdings wirkt es für etwas Jüngere, wo es doch für Erwachsene bestimmt ist.

Kathrin Chiu

Nichts Neues über Kinder aus Ghettos


  Morton Rhue,
  Ghetto Kidz.
  Aus dem Englischen von Werner Schmitz,
  Ravensburger 2008
  ISBN 978-3-473-35292-0


Im Ghetto herrschen knallharte Gesetze, es gibt Bandenkriege und Elend. Der 12-Jährige Kalon will sich aus all dem heraushalten und nichts mit dem brutalen Krieg zu tun haben, der im Drecksviertel tobt. Das gelingt ihm jedoch nicht lange, denn er braucht unbedingt Geld für seine schwangere Schwester und seine arbeitslose Gramma. Und so zieht es ihn immer weiter in den Krieg hinein und er steigt  in der Hierarchie höher und höher, aber mit fatalen Folgen...

Morton Rhue hat erneut ein brisantes Thema für seine Geschichte gewählt. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass er es noch besser ausarbeitet. Keine Frage, das Buch quillt über vor Gewalt und Armut, ist aber voller Klischees und bleibt nur an der Oberfläche. Die Wahrheit über das Schicksal dieser Ghettos kommt nicht heraus, man sieht nur das, was man bereits erwartet. Ich hätte es gerne etwas berührender, etwas tiefgehender gehabt. Die Sprache ist trocken, aber das passt gut. Das Ende ist überraschend, kommt schnell und spricht mich persönlich an.
Alles in allem ein eher mittelmäßiges Buch.

Das Cover ist bestechend, nicht überladen und die Schrift gut gewählt.

Kathrin Chiu

viel mehr als eine bloße Fußballgeschichte


 Mal Peet,
 Keeper.
 Aus dem Englischen von Eike Schönfeld.
 Carlsen 2007
 ISBN: 978-3-551-581471


In einer einzigen Nacht erzählt El Gato dem Journalisten Paul sein Leben. Vom Kind aus dem Urwald zum weltbesten Torwart der Welt. Es ist eine Geschichte
voller Mystik, denn El Gato erzählt nicht nur von seinem rasanten Aufstieg, sondern auch von seinem geheimnisvollen Lehrer aus dem Urwald: Keeper.
Der Keeper ist auf irgendeine Art ein Geist (er ist schon vor Jahren bei einem Flugzeugabsturz gestorben), aber gleichzeitig so wirklich wie sonst nichts auf der Welt. Und auf einer kleinen Lichtung mitten im Urwald zeigt er El
Gato alles, was er jemals in seinem Leben brauchen wird. Ganz zum Schluss bringt er sogar einen Jaguar mit – und Jahre später ist es die Erinnerung an genau diesen
Jaguar durch den El Gato den wichtigsten Ball in seiner Karriere hält.
„Und da erkannte ich zum ersten Mal, wie tief das, was der Keeper mir beigebracht hatte, in mich eingedrungen war. Ich erinnerte mich nicht an den Jaguar. Die Zeit, mich an die Raubkatze zu erinnern oder an sie zu
denken, hatte ich gar nicht. Es ging nicht darum, dass ich ihre schöne Geschmeidigkeit, wie sie mitten im Sprung die Richtung änderte, imitierte. In dem Augenblick war ich sie. Wie ihr Körper wusste auch meiner, was er zu tun hatte.“

„Keeper“ ist ein tolles Buch, dass viel mehr ist, als eine bloße Fußballgeschichte. Es ist wunderbar geschrieben und bringt so viele Themen (die
Kindheit im Urwald, der Aufstieg, das Aufeinanderprallen zweier Welten, ...) unter, dass man nur begeistert sein kann. Am genialsten ist natürlich der Keeper. Er ist ein unglaublich starker und geheimnisvoller Charakter, bei dem man nie genau weiß, wo die Grenze der Realität beginnt und wo sie endet.

Am meisten beeindruckt hat mich aber, dass man von dem Beruf  „Torwart“ durch den Begriff Keeper eine völlig neue Sicht erhält. Alles in allem kann ich nur sagen: lest es, auch wenn ihr keine Fußballfans seid, ihr werdet nicht enttäuscht sein!

Lilly Maier


Emanzipation in Berlin um die Jahrhundertwende

 
  Gabriele Beyerelein,
  Berlin, Bülowstraße 80 a
  Thienemann Verlag 2007
  ISBN 978-3-522-17832-8
  Ab 13 Jahre


„Bülowstraße 80 a“ erzählt die Geschichte von zwei jungen Frauen, Mutter und Tochter Dr. Schneider, die gegen die männerdominierte Berliner Gesellschaft aufbegehren und versuchen um 1890 als Frauen Erfolg zu haben.

Zuerst wird aber über mehr als die Hälfte des Romans das Leben der bürgelichen und aristokratischen Frauen beschrieben. Das ewige Stillsitzen, Klavierüben, Singen, Tanzen, Sticken, die ständigen Bälle und gesellschaftlichen Verantwortungen, das Verbot richtige Bücher zu lesen, zu reden worüber es einen beliebt, zu gehen wohin man will  - und alles nur für das einzige und ultimative Ziel: standesgemäß zu heiraten.
Denn darauf läuft alles hinaus: einen reichen Mann von Stand heiraten, Kinder kriegen, die Söhne zu Offizieren und die Töchter zu Ehefrauen zu erziehen. Doch es ist die Zeit des Aufbegehrens, vereinzelt werden schon Frauen an Universitäten zugelassen.
Für Sophie Schneider ist es der plötzliche Tod ihres Mannes und die Not an Geld um ihre Kinder ernähren zu können, die sie dazu bringen ihre heimlich geschriebenen Novellen und Romane zu veröffentlichen und als Schriftstellerin berühmt zu werden.
Und für ihre hochbegabte Tochter Lotte ist es der unstillbare Wissensdurst, der sie alle Hürden überspringen lässt und sie nach einem hart erkämpften Abitur (Matura) an die Universität bringt, wo sie wie ihr Vater Arzt werden kann, oder bessere gesagt: Ärztin.

„Bülowstraße 80 a“ hat mir gut gefallen, obwohl ich mir mehr richtiges Aufgebehren, wie wir es nur im letzten Drittel des Buches finden, gewünscht hätte. Der Teil mit der Beschreibung des Frauensituation um 1890 ist zwar historisch wunderbar recherchiert und sehr interessant, aber von einem Buch das sich laut Klappentext der Emazipation verschrieben hat, erwarte ich eigentlich schon, dass die Frauenbewegung nicht nur in Hintergedanken und dann im letzten Drittel vorkommt. Es ist zwar gut zu wissen wie die Situation zuvor war, aber das hätte man sehr viel mehr kürzen können. Ab dem Tod von Lottes Vater (der zwar ein sehr fortschrittlicher Vater war) wird es dann aber endlich wirklich gut und so wie man es sich gewünscht hätte. Wenn man sich nicht auf einen kompletten Emanzipationsroman einstellt sondern auf einen gut recherchierten historischen Roman, dann wird der Roman von Gabriele Beyerlein einen auf jeden Fall nicht enttäuschen.

Lilly Maier, 15


Ihr bleibt keine Zeit, aber die Liebe...


  Jenny Downham,
  Bevor ich sterbe.
  Aus dem Englischen von Astrid Arz
  cbt 2008
  ISBN 978-3-570-16002-2


Als Tessa erfährt, dass sie den langjährigen Kampf gegen Leukämie nun endgültig verloren hat, steht für sie fest: „Ich will nicht so sterben, bevor ich überhaupt richtig gelebt habe.“ Sie schreibt eine Liste mit den Dingen, die sie noch tun will: Sex, Drogen und Ruhm stehen ganz oben.

Als der Nachbarsjunge Adam in ihr Leben tritt, ist Sex plötzlich nicht mehr nur ein Punkt auf ihrer Liste sondern viel eher der Wunsch mit ihm zusammen zu sein: zu lieben. Im Kampf gegen den Tod und somit für ihr Leben, erlebt Tessa die verschiedensten Dinge und kann sich anhand der Liste ihre Ziele vor Augen halten. Es ist nicht leicht, denn ihre Krankheit macht ihr dabei immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Doch Tessa ist fest entschlossen - und mit Adams Hilfe und durch die ständige Unterstützung ihrer Familie gelingt es ihr, nicht nur ihre Liste zu vollenden, sondern auch ihre verbleibende Zeit zu genießen.

Im Gegensatz zum etwas kitschig klingenden Titel des Buches „Bevor ich sterbe“, ist das Buch alles andere als nur eine seichte Liebesgeschichte zwischen Adam und Tessa. Natürlich schwärmt Tessa viel über den Nachbarjungen, aber viel faszinierender finde ich, wie Jenny Downham es schafft eben auch die Schattenseiten ihrer Krankheit im Buch wirklich deutlich klar zu stellen und sie nicht schön zu schreiben. Wie z.B. wenn Tessa ihre Mitmenschen verletzt, weil sie nicht verstehen können, was es heißt so früh zu sterben.

Das Buch hat ziemlich kurze Kapitel, die sehr einfach und schnell zu lesen sind und immer aus der Sicht von Tessa erzählt werden. Allerdings sind die Zeitabschnitte zwischen ihnen unterschiedlich, was
etwas irritierend für den Leser ist. Interessant wäre es auch gewesen, ein bisschen mehr in die anderen Figuren hineinschauen zu können, denn über ihre Gefühle ist man sich manchmal nicht ganz im Klaren.

Trotzdem schafft es Jenny Downham auf eine wunderbar, einfühlsame Art den Leser selbst über Tessa und das Leben nachdenken zu lassen.
Ich weiß, DAS klingt jetzt kitschig, aber das Leben ist zu kurz um zu Warten und so eine Liste wie Tessa zu haben, die uns vor Augen führt, was wir noch erleben wollen, sollte doch eigentlich jeder führen.

Lisa Lackner

Nur ein Abklatsch von 'Bis(s) zum Morgengrauen'?


  Lynn Raven,
  Der Kuss des Dämons.
  Ueberreuter 2008
  ISBN 978-3-8000-5351-3



Seit Dawns Eltern gestorben sind, wohnt sie bei ihrem Onkel, der sie sehr stark überbehütet und ihr aus Misstrauen verbietet, Freunde nach Hause mitzubringen.
Und dann ist da noch Julien, der unnahbar Schöne an der Schule, der außerordentlich unfreundlich zu ihr ist, obwohl es keinen Anlass dazu gibt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt sie trotzdem mit ihm zusammen. Doch selbst dann bleibt er ihr in mancher Hinsicht ein verschlossenes Buch. Er gibt wenig von sich preis und möchte manche ihrer Fragen nicht beantworten. Langsam beginnt Dawn sich zu fragen wer er wirklich ist, und kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur...

Dieses Buch ist meiner Meinung nach nicht besonders empfehlenswert. Die ganze Geschichte ist bloß ein unglaublicher Abklatsch von „Bis(s) zum Morgengrauen“, nur dass sie nicht halb so gut ist. Überall findet man
Paralellen und Ähnlichkeiten. Außerdem finde ich, dass die Handlung zwar einerseits eher seicht und langwierig ist, andererseits aber zu viele Dinge passieren. Es kommt mir vor, als ob Handlungen á la „Junge verletzt sich und wird von seiner Geliebten gesund gepflegt“ sich ständig wiederholen. Im Fechtunterricht der Jungen kämpft Julien sogar einmal um sie. Dawn macht einen Riesenaufstand und alle tun so, als wäre das jetzt der Untergang der Welt, und als würde einer der beiden sterben müssen, wenn sie gegeneinander fechten, was völliger Schwachsinn ist, weil heutzutage nicht mehr mit
scharfen Waffen gekämpft wird (vorallem nicht im sportlichem Bereich).
Die Geschichte war teilweise einfach zu kitschig und es passiert des öfteren genau das, was man erwartet, was wirklich langweilig ist...

Das Cover ist genau so schrecklich wie der Inhalt. Man sieht Julien und Dawn, im Hintergrund ein Rankenmuster. Julien ist einfach zu alt (er sieht aus wie 30) und wenn ich ehrlich bin, finde ich ihn nicht einmal besonders gut getroffen. Das Buch sieht aus, wie von der billigen Romanzeabteilung, weil das Cover zu überladen ist.

Rica Holer


Wie fühlt sich ständige Überwachung an?

 
  Isabel Abedi,
  Isola.
  Arena 2007
  ISBN: 978-3-401-06048-4
  ab 14 Jahren


Die 17 jährige Joy Reichert, oder Vera wie sie sich selbst nennt, wurde von ihren deutschen Adoptiveltern in Deutschland aufgezogen. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag fasst sie einen Entschluss: sie möchte ihre einzige noch lebende Verwandte, ihre Schwester in Brasilien besuchen. Als sie dazu eingeladen wird, an einem Filmprojekt vor Ort mitzumachen, packt sie die Gelegenheit am Schopf. Doch dieses Projekt stellt sich als weitaus schwieriger heraus als angenommen. Zwölf Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren werden drei Wochen lang auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Videoüberwacht! Hinzu kommt ein Spiel, dass langsam zu eskalieren droht.

Dieses Buch hat von allem etwas. Es ist romantisch, spannend, gruslig und tragisch. Isabel Abedi erzählt von dem Heimweh der jungen Vera parallel zu einem Filmprojekt, dass von keinem so geplant und kontrolliert war. Sie findet nicht nur ihr Selbstvertrauen, sondern auch ihre wahre Liebe, welche ihr Vertrauen ziemlich auf die Probe stellt.

Jeder von uns hat schon einmal von einem solchen Filmprojekt wie z.B. Big Brother gehört, bei dem Menschen rund um die Uhr von Kameras überwacht werden. Das Gefühl ständiger Überwachung wird in diesem Buch so gut übermittelt und nicht nur einmal habe ich mich gefragt, wie man sich für so etwas freiwillig entscheiden kann. Unbedingt zu empfehlen!

Tamara Pilz


Eine Geschichte über AIDS, leider voller Klischees...

  Lutz van Dijk,
  abschied von bob.
  Neuausgabe des 1994 erschienenen Romans
  Am Ende der Nacht.
  Sauerländer 2007
  ISBN: 978-3-7941-7061-6
  ab 14 Jahren

Yvonne kann mit niemandem reden. Ihre Eltern stecken mitten in ihrer Scheidung und in der Schule wird sie wegen ihrem Gewicht gemobbt. Als sie dann Bob kennenlern, ändert sich das schlagartig. Sie entwickeln eine innige Freundschaft und sie kann ihm alles anvertrauen. Er spricht offen über seine Homosexualität, die ihm auch einige Probleme bereitet. Als er erfährt, dass er sich bei einem Freund mit HIV infiziert hat, ist Yvonne fest entschlossen ihm beizustehen. Doch ist ihre Freundschaft stark genug um die Strapazen einer möglichen AIDS-Erkrankung stand zu halten?

Dieses Buch ist meiner Meinung nach voller Klischees und „zufälliger“ Gegebenheiten. Zum Beispiel, dass Bob schwul ist, dunkelhäutig und auch noch HIV positiv. Dass ihm dadurch viele Menschen mit Vorurteilen und Unverständnis entgegenkommen ist vorprogrammiert. Der Autor ist versucht auch nur alle erdenklichen Situationen hinein zu quetschen was das Buch überladen und anstrengend zu lesen macht.

Tamara Pilz

"Es war die Theorie. Das reine Leben. Daran wollten wir glauben."

 
  Katrin Bongard,
  Rocco.
  Beltz & Gelberg 2007
  ISBN 978-3-407-81017-5
  ab 14 Jahren


Das 3. und (hoffentlich nicht) letzte Buch über Radio Gaga beginnt in gewohnter Manier mit einem Gedicht und erzählt dann die restliche Zeit in Katrin Bongards wunderbarem Stil die Geschichten von Rocco, Mika, Bert, Ramona, Giove, Anna, John und den neuen Ruben, Jens und Chris.

Eigentlich müsste für Rocco alles perfekt sein: Mika ist zurück, er steht kurz vor seinem 18. Geburtstag und, um die damit verbundene Freiheit und das Glück zu krönen, ist Radio Gaga zurück! Zwar noch ohne Frequenz, aber immerhin als Podcast. Die letzten Ferienwochen sind endlich wieder das perfekte Radio Gaga Leben, wie wir es aus Band 1 kennen – vielleicht sogar noch besser. Schließlich gibt es jetzt Jens abgedrehte Horror-Hörspiele und Rubens V(ideo)logs.

Doch als die Schule wieder anfängt, sieht die Realität nicht mehr ganz so toll aus: Das letzte Schuljahr bedeutet vor allem eins, Prüfungen, Prüfungen, Prüfungen. Und wenn man dann auch noch den Führerschein machen will, ist man eigentlich nur noch am Lernen. Als ob das noch nicht genug wäre, meldet sich dann auch noch die Bundeswehr zu Wort und Rocco plagen Zweifel ob Mika ihn wirklich liebt.

Trotz allem verbuchen Rocco und Radio Gaga mit der Ausstrahlung eines ganz besonderen Interviews einen großen Erfolg: ein Neo-Nazi-Aussteiger erzählt vor laufendem Mikro von seinen Erfahrungen. Die Bekanntheit von Radio Gaga steigt – dafür gerät Rocco nun ins Visier der Rechtsextremen.

Mit der Zeit vernachlässigt die Radio Gaga-Crew das podcasten immer mehr – nicht nur die Prüfungen, sondern auch Ramonas Tochter Chiara halten alle auf Trab. Doch als Anna und John ein Ultimatum stellen (Anna droht sogar aufzuhören) kommt wieder Leben in die Freunde. Rocco, Bert, Ruben und Vinc (wieder Mal ein Neuer:-) machen sich in einem VW-Bus auf den Weg, um freie Sender in ganz Deutschland zu besuchen und darüber zu berichten.
Das Ganze wird so ein Erfolg, dass am Ende das lang Erwartete, das Wunderbare passiert: Radio Gaga bekommt eine eigene Frequenz! Und auch sonst ist für Rocco endlich alles perfekt: seine Eltern haben eine Lösung für die Bundeswehr gefunden und Mika sagt endlich die erlösenden drei Worte.

„Rocco“ ist (abgesehen vom furchtbaren Titel und dem scheußlichen Cover) genau das, was man sich als Fan der ersten beiden Bücher erwartet hat! Katrin Bongard schafft es immer wieder das pure Leben einzufangen und ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Auch meine absolute Lieblingsfigur Ruben (I love him:-) kommt nicht zu kurz: er kommt endlich von Rocco los (obwohl er ihn zu Silvester küsst), und mit einem englischen Musiker zusammen.
In „Rocco“ erfahren wir viel über die Vergangenheit der einzelnen Charaktere – und so wird es auch diesmal wieder nicht langweilig. Das Buch endet, wie gewohnt, mitten im Geschehen und lässt so auf einen weiteren Band hoffen! Und auf der letzten Seite verbirgt sich noch eine kleine Überraschung: in der Danksagung wird die „Jury der jungen Leser“ erwähnt und geehrt! Ein weiterer Grund, dieses wunderbare Buch zu lesen!

Lilly Manon Maier


Zu diesem Buch wird im BLOG diskutiert. Schau vorbei!


Nach „Heldenprojekt“ hätte ich mir mehr erwartet


 Christian Linker,
 Doppelpoker.
 dtv extra 2007
 ISBN 978-3423782142
 ab 14 J


Das Schuljahr ist zu Ende und Julius bekommt, wegen seinem Einser in Mathe, den Familienring vom Professor (=sein Vater) geschenkt. Nun erwartet ihn ein Sommer voller Faulenzen und Party – alles in bester Ordnung. Einziges Problem: am nächsten Morgen ist der Ring weg! Dafür hat Julius jetzt fast 4. 000 € und eine Telefonnummer in seiner Tasche stecken. Natürlich ruft er an und schon steckt er mitten in dem größten „Abenteuer“ seines Lebens. Grund dafür ist Joe, ein Mädchen, das so ganz anders als Julius ist. Er ist reich und verwöhnt, sie hat eine Mutter die trinkt und musste früh lernen alleine zurechtzukommen.
Gegen jede Logik sind die beiden ein super Paar, wenn es darum geht den Ring wiederzubeschaffen, was sie am Ende auch quasi problemlos schaffen. Nebenbei klärt Julius noch ein paar Familiengeheimnisse auf und Joe bringt Ordnung in ihr Leben.
Zum Schluss ist alles wieder wie vorher und doch auch ganz anders - schließlich kennt Julius jetzt Joe.

„Doppelpoker“ ist ein liebes Buch, das sehr von der abwechselnden Sichtweise (ein Kapitel Julius, ein Kapitel Joe, ...) lebt. Die Charaktere sind gut beschrieben und besonders Joe hat mir gefallen. Richtig lustig wird es als Joe plötzlich anfängt sich ernsthaft für den (faden) Julius zu interessieren und merkt, dass auch seine Familie alles andere als perfekt ist. Das Ende ist ziemlich verwirrend, aber im Nachhinein betrachtet auch irgendwie romantisch.

Trotz allem: Nach „Heldenprojekt“ hätte ich mir einfach mehr erwartet. Die Geschichte hat (ganz anders als bei Heldenprojekt) einfach keine Botschaft, die dahinter steht und um als seichte Lovestory durchzugehen (was ja gar nicht so schlimm wäre) fehlen ihr eindeutig Taten. So bleibt uns nur zu hoffen, dass Christian Linkers’ nächster Roman wieder mehr wie Heldenprojekt wird.

Lilly Maier

Authentische Geschichte zweier Navajo-Indianer


 Antje Babendererde,
 Zweiherz
 cbj Verlag 2007

 ISBN 978-3-570-13165-7
 Ab 12 Jahre

„Zweiherz“ ist der dritte von Antje Babendererdes „Indianerromanen“, den ich gelesen habe. Anders als bei „Lakota Moon“ und „Libellensommer“ spielt hier erstmals eine Figur aus den Legenden der Navajo eine wichtige Rolle. Der Kojote Zweiherz „ist der Verführer und Unruhestifter in der Welt seit Beginn alles Lebens“. Er sucht sich immer Opfer deren Zustand oder Harmonie gestört ist und versucht sie in die Dunkelheit zu ziehen.

Auch in diesem Sommer hat sich Zweiherz ein Opfer auserkoren: den jungen Navajo Will. Nach fünf Jahren unschuldigem Gefängniss kehrt er ins Reservat zu seiner großen Liebe Kaye zurück. Bei ihrem letzten Treffen war Will 14 und Kaye 12, aber Will hat Kaye versprochen sie zu heiraten und so hat sie all die Jahre auf ihn gewartet.
och ihr Wiedersehen verläuft keineswegs so wie Kaye es sich vorgestellt hat. Will hat sich nicht nur äußerlich sehr verändert. Er ist im Gefängniss missbraucht worden und nun ist seine Seele krank. Zeitweise sieht es so aus, als hätte Kaye Will für immer an Zweiherz verloren, aber sie gibt nicht auf und kämpft für ihre Liebe. Schritt für Schritt schafft sie es, Will wieder näherzukommen und als er ihr, nach einer Heilungszeremonie seines Großvaters, endlich alles erzählt, scheint Zweiherz für immer verjagt. Einmal muss sich Will noch vor dem Kojoten beweisen: Weiße stehlen verborgene indianische Kunstschätze, die sie aber ohne Hilfe eines eihnheimischen Führeres nie gefunden hätten.Will wird wegen seiner Vorstrafe verdächtigt, aber als er der Polizei bei der  Suche nach dem wirklichen Täter hilft, verschwindet Zweiherz für immer aus seinem Leben.

Wie immer in Babendererdes Romanen fängt die Geschichte unverfänglich an und entwickelt sich dann plötzlich in ein packendes und wunderbar romantisches Abenteuer. „Zweiherz“ spielt erstmals nur unter Indiandern, aber da Kaye einen weißen Vater hat, gibt es trotzdem, wenn auch in kleinerem Ausmaß, die Problematik zwischen den Weißen und der Indianerbevölkerung. Wunderbar beschrieben ist auch Kayes und Wills Liebe zu ihrem Land. Antje Babendererde beschreibt immer so authentisch das Leben der Ureinwohner Amerikas und setzt auch so gezielt einzelne Wörter in Navajo ein, dass man sie dafür nur bewundern kann - und hoffen, dass sie noch lange Bücher zu diesem Thema schreiben wird.

Einziges Manko an „Zweiherz“ ist das Design des Buches. Vor allem die kleinen Zeichnungen im Buch vermitteln das Gefühl, als ob man ein Kinderbuch in der Hand hätte und nicht ein ernst zunehmendes und einfach wunderbares Jugendbuch.

Lilly Maier



Wenn alles nur so simpel wäre...


Marie-Aude Murail,
Simpel.
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel.
Fischer Schatzinsel 2007
ISBN: 978-3-596-85207-9
Ab 13 J


Colbert und Simpel sind Brüder. Colbert ist 17, Simpel 22 und trotzdem ist es umgekehrt, Colbert ist der Ältere und muss das auch oft sein.
Simpel ist geistig behindert und hat die letzten Monate in einem Heim verbracht - Malicroix. Dass es ihm dort ganz und gar nicht gut geht, hat Colbert schnell verstanden und ihn im Einverständnis des Vaters zu sich geholt. Und jetzt versucht er die beiden Leben auf die Reihe zu bekommen. Das fängt damit an, dass die beiden eine Wohnung brauchen. So ziehen sie in eine Studenten-WG in Paris. Vieles wird dadurch einfacher, anders, aber bald auch nervenaufreibend, gefühlvoll und verwirrend, weil das Leben sie mit Riesenschritten einholt...

Ein junger Bruder, der sich aufopfernd um den Älteren kümmert - das klingt verdächtig dramatisch und nach Tränendrüse, ist es aber Gott sei Dank gar nicht. Marie-Aude Murail ist eine fabelhafte Erzählerin, die das Leben beim Schopf packt. Ihre Geschichten können noch so dramatisch sein, trotzdem schafft sie es immer, diese mit einer Leichtigkeit, mit einem Witz zu erzählen, der sie nie ins Kitschige abdriften lässt.
Wenn man ihre Geschichten liest, fühlt man sich einfach nur erleichtert, sie sind warmherzig, schlau und lebenslustig. Marie-Aude Murail schafft es hervorragend den Grad zwischen Problembuch und Lebensgeschichten zu halten und die Liebe dabei nicht zu kurz kommen zu lassen.

Ich kann nicht nur Simpel empfehlen, sondern auch ihr letztes Buch 'Halb und halb für drei' jedem ans Herz legen, der etwas über das Leben und die richtigen Worte und Gesten zwischen Menschen erfahren möchte!

Lena Samek


Zwei Brüder zwischen Gut und Böse

David Klaas,
Wenn er kommt, dann laufen wir.
Aus dem amerikanischen Englisch von Alexandra Ernst
Arena 2006
ISBN 3401058983
Ab 14 Jahren


„Ich schaute ihn über die Waffe hinweg an. Das ist das Ende, dachte ich, Hier hört alles auf. Auf diesem Boot. Bei diesem Sonnenuntergang. Durch die Hand meines eigenen Bruders. Versuche in seinen Augen die Augen deines Vaters zu sehen, sagte ich mir. Suche den Ausdruck von Liebe und Güte und dann sterbe mit diesem Anblick.“

Troy und Jeff sind Brüder. Troy liebt Jeff. Jeff hasst Troy. Jeff hat Angst vor Troy.
Oder besser gesagt: er hat Angst vor dem, was Troy getan hat. Und wieder tun wird. Da ist sich Jeff ganz sicher, sein großer Bruder ändert sich nicht. Das Böse ändert sich nicht.

Troy sitzt seit fünf Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis. Seit er 16 ist, seit er einen Jungen umgebracht hat. Jeff hat sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut. Weit weg, in einer neuen Stadt, hat neue Freunde gefunden, hat sich verliebt. Trotz allem versteckt er sich. Zeigt nie, wie klug er wirklich ist. Genauso klug wie sein Bruder, der Mörder.
Ein Gericht entscheidet, dass Troy nach Jugendstrafrecht hätte verurteilt werden sollen und lässt ihn frei. Die Eltern nehmen ihn wieder zu Hause auf. Sie wollen ihm eine zweite Chance geben. Glauben, er hat gebüßt, sich verändert. Jeff ist der Einzige, der nicht daran glaubt, dass sich sein Bruder verändert hat. Er glaubt, dass sein Bruder wieder jemanden töten wird.

Die beiden Brüder verbindet ein seltsames Verhältnis. Sie sind die Einzigen, die den jeweils anderen wirklich kennen. Jeff kennt Troys Geheimnisse, und Troy weiß von Jeffs größter Angst, dem Grund warum er sich immer versteckt. Und genauso stark wie Jeff Troy hasst, sosehr liebt Troy seinen kleinen Bruder - und versucht immer wieder, es zu beweisen.
Als ein Junge aus Jeffs Schule verschwindet, beginnen die ganzen Anschuldigungen wieder, vor denen Jeffs Familie, damals, nach dem ersten Mord, flüchtete. Jeff wird von Jungen aus seinem Team verprügelt, seine Freunde reden nicht mehr mit ihm, Fremde werfen Steine
in ihr Wohnzimmer. Troy  schafft  es aber, allen etwas vorzuspielen. Sogar für die Polizei ist er nach einiger Zeit nicht mehr der Hauptverdächtige. Und Jeffs Freunde beginnen wieder mit ihm zu reden und finden schließlich, dass Troy doch ein netter Kerl ist. Nur Jeff glaubt weiterhin, dass sein Bruder ein Mörder ist. Er erkennt, dass Troy fliehen will und versucht es zu verhindern.
Beim mitreißenden Schluß kann Troy beweisen, wie sehr er seinen Bruder wirklich liebt.

Mir hat „Wenn er kommt, dann laufen wir“ sehr gut gefallen. Der Roman wird aus der Sicht von Jeff, dem jüngeren Bruder, erzählt. David Klaas geht genau auf Jeffs Gefühle ein und bringt auch Figuren, die Jeff helfen zu erkennen, dass er sich nicht immer verstecken soll. (Zum Beispiel den Chemielehrer Mr.Tsuyuki, der in seinem Unterricht das Thema „Gut und Böse“ behandelt.) Vor allem aber finde ich das Verhältnis und die Dialoge der beiden Brüder super. Es sind immer sehr emotionale Gespräche, die zum Nachdenken über Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Glauben anregen. Es kommt selten vor, dass ich mir so viele Stellen aus einem Buch rausschreibe - und es waren nur Zitate aus Gesprächen zwischen den Brüdern!

Lilly Manon Maier

Gleich darunter eine ganz andere Meinung zu diesem Buch:


Ein Junge auf der Suche nach Wahrheit

  Willim Nicholson,
  Der Orden der edlen Krieger. Sucher.
  Aus dem Englischen von Stefanie Mierswa.
  dtv extra 2006
  ISBN 978-3-423-71199-9
  ab 14 Jahren


„Sucher nach der Wahrheit“, kurz „Sucher genannt, lebt auf der Insel Anakrea. Er ist 16 geworden und kann endlich sein Leben ganz alleine gestalten. Und er weiß auch schon wie: Er möchte Mitglied der „Edlen Krieger“ werden, die ohne Waffen kämpfen und stets für Ordnung und Frieden sorgen.
Das Kloster, in dem er seine Ausbildung beginnen möchte, ist sogar gar nicht soweit entfernt, und Sucher ist zuversichtlich, denn sein Bruder „Flamme“ ist bereits Mitglied. Doch als sein Bruder verstoßen wird, wird auch er abgelehnt. Sucher jedoch glaubt an dessen Unschuld, und begibt sich auf die Suche nach ihm, um die Wahrheit aufzudecken. Zwei, die ebenfalls vom Ordensrat abgelehnt wurden, nämlich Wildling, ein junger „Barbare“ und „Morgenstern“, ein junges Mädchen, deren Mutter eine edle Kriegerin sein soll, begleiten ihn auf seinem Weg.

Ich habe das Buch irgendwie komisch gefunden. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich mich nicht viel für solche Themen interessiere. Außerdem finde ich es schrecklich, eine Hauptperson „Sucher“ zu nennen…    Es hat zwar viele Spannungspunkte, an denen ich wie verrückt weiter lesen wollte, aber das wars dann auch schon. Was mich weiters noch gestört hat, war, dass die Kapitel teilweise sehr kurz sind - nur ein paar Seiten lang. Ich denke, entweder man mag das Buch oder man mag es eben nicht. Dann kommt noch hinzu, dass ich die Schrift nach einiger Zeit als extrem nervig empfunden habe. Der Inhalt ist ja eine nette Idee, nur eben nicht die meine…

Das Cover ist echt gut. Das war auch der Grund, wieso ich das Buch überhaupt genommen habe. Ich finde, es stimmt dabei einfach alles, denn alles ergänzt sich… Die feurige Sonne im Hintergrund, die Silhouette des edlen Kriegers davor, wirklich schön – bravo! Auch der Klappentext ist dem Verlag sehr gut gelungen, weil er richtig spannend klingt.

Rica Holer

Kevin Brooks - leider furchtbar und enttäuschend!

 
 Kevin Brooks,
 Kissing the Rain.
 Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschahn.
 dtv extra 2007
 ISBN 978-3-423-71211-8
 Ab 14 J


Moo ist FETT. Ich meine wirklich fett. Und weil er ziemlich viel Mobbing (das er als Regen bezeichnet, daher auch der Titel) aushalten muss, flüchtet er sich Tag für Tag auf eine Autobahnbrücke. Stunden verbringt er dort und hängt seinen Gedanken nach. Doch eines Tages ist Schluß damit: Moo wird Zeuge eines Mordes! Und sein Leben ist danach nicht mehr dasselbe. Die Polizei will ihn zwingen eine falsche Aussage zu machen, um einen gemeingefährlichen Schwerverbrecher namens Vine endlich hinter Gittern zu sehen und Mr. Vine setzt alle Mittel (Geld, Gewalt, etc.) dafür ein, um Moo zum Gegenteil zu zwingen. Am Ende findet Moo endlich einen Ausweg aus seinem Dilemma, aber ob dieser wirklich die richtige Lösung ist, bleibt fraglich...

Ich fand „Kissing the Rain“ einfach nur furchtbar und enttäuschend. Von Kevin Brooks, der eines meiner Lieblingsbücher („Lucas“) geschrieben hat, hätte ich mir wirklich mehr erwartet. Die Geschichte ist zwar ganz gut (zumindest bis auf das Ende) und regt auch zum Nachdenken an, aber der Schreibstil ist katastrophal schlimm und meiner Meinung nach sogar „verblödend“. Ich finde es ja ok, dass die Geschichte in einer „jugendgetreuen“ Sprache aus der Sicht von Moo erzählt wird, aber wer denkt schon in (vom Autor absichtlichen) Rechtschreibfehlern!?! Da kommen dann mehrmals Wörter wie „INSTINKTIEF“ vor, und weil Moo scheinbar Pissoir nicht aussprechen kann müssen wir stattdessen „Pisswas“ lesen! Auch das in jedem zweiten Satz statt ist „isses“ steht (normal im Text, nicht in direkten Reden), ist furchtbar nervend. Zusammenfassend kann ich nur sagen: Prädikat: Nicht lesenswert!

Lilly Manon Maier



Am Ende ist Johannes richtig glücklich - alles bestens eben!


Beate Dölling,
Alles Bestens.
Beltz & Gelberg 2007
ISBN 978-3-407-80995-7
Ab 13 J

Alles fängt damit an, dass Johannes verschläft. Er hat den Wecker nicht gehört und seine Eltern sind verreist und können ihn daher auch nicht wecken. Diese simple Tatsache ist der Beginn einer Kettenreaktion, die damit endet, dass Johannes innerhalb einer Woche vom braven Reichenkind aus Zehlendorf zu einem erwachsenen, „eigenständigen“ Menschen wird. Es ist die wohl aufregendste Woche in seinem ganzen bisherigen Leben.
Johannes verliebt sich ganze drei Mal: in drei verschiedene Sandras, die doch irgendwie alle etwas gemeinsam haben. Er spaziert halb nackt durch Berlin. Er wird entjungfert. Er findet heraus, dass sein Vater eine Affäre hat. Er fängt zwei Mal zu rauchen an. Er wird verhaftet. Er zieht aus. Er reitet mitten in Berlin auf einem 30 Jahre alten Pferd mit Asthma auf Baustellen herum (mit Sandra III) ... 
In dieses ganze Durcheinander mischt sich dann auch noch eine Art zweite Geschichte, die Johannes in seinen Gedanken erzählt. Die eines Jungen namens Holden Caulfield aus dem Buch „The Catcher in the Rye“, das Johannes letztes Jahr im Englisch-Unterricht gelesen hat. Johannes vergleicht seine „Geschichte“ quasi ständig mit der von Holden und nimmt zeitweise auch dessen Namen an. Am Ende ist Johannes das erste Mal richtig glücklich – alles bestens eben.

„Alles Bestens“ ist kein Buch, das mich überzeugt hat. Es ist zeitweise ganz amüsant und man hat dann irgendwie doch das Bedürfnis ohne Pause durchzulesen, aber bei nur 172 Seiten ist das auch keine große Leistung. Beate Dölling hat versucht in einer sehr „jugendgetreuen“ Sprache zu schreiben und es ist ihr gar nicht einmal so schlecht gelungen, nur dass Johannes zu jeder Frau egal welchen Alters (in seinen Gedanken) „Schnecke“ sagt ist leicht nervig. Gut gefallen hat mir der Kontrast reiches Berlin / armes Berlin, den die Autorin immer wieder hervorhebt. Als Beispiel: das Au-Pair Mädchen aus der Ukraine (Sandra I), das Deutschland wunderbar findet, weil es in jedem Haus Flachbildschirme gibt. Wie sich herausstellt, hat sie Zehlendorf (das Berliner Reichenviertel) bisher nie verlassen und kennt also nur diesen Teil von Berlin.

Alles in allem würde ich „Alles Bestens“ nur bedingt weiterempfehlen, Jugendlichen die sonst nicht so viel lesen, könnte es aber gefallen.

Das Cover hingegen hat mir super gefallen (zumindest die Vorderseite)! Es passt auch wirklich gut zur Geschichte, ich würde es unbedingt zu den „Tops“ geben.

Lilly Manon Maier



Nebel als Metapher für ein geheimnis-volles Buch

Peter Horn,
Feuernebel.
Fischer 2006
ISBN 3-596-80619-4
Ab 13 Jahren



Markus erlebt keine schöne Kindheit. Er hat keine Freunde und lebt in ständiger Angst vor seinem Vater, der ihn regelmäßig schlägt. Das alles ändert sich erst als er in die Klasse von Daniel und Teresa kommt. Die zwei Jugendlichen, aus wohlbehütetem Elternhaus, freunden sich trotz aller Unterschiede schnell mit Markus an.
Dann gibt es da noch Peter, einen jungen Lehrer, der immer noch in der Trauer um seinen verstorbenen Sohn gefangen ist.
Markus, Daniel und Teresa zünden den Hof von Markus’ Vater an – und laufen weg. Sie landen in der nebelverhangenen Berghütte von Peter, wo sie sich verstecken und nun mit ihren Gefühlen klarkommen müssen.
Ein paar Tage später läuft auch Peter weg – von seinem Leben und seiner Trauer. In seiner Berghütte entdeckt er die drei Jugendlichen.
Nach und nach kommt die Geschichte von jedem einzelnen von ihnen ans Licht und die Anwesenheit der anderen hilft den Vieren mit allem klarzukommen.
Und am Ende ist es Peter, der die drei Freunde dazu bringt, nicht mehr wegzulaufen.

Die Geschichte von Markus, Daniel, Teresa und Peter wird in sehr kurzen, bruchstückhaften Kapiteln erzählt. Die Geschichte folgt nicht einer klaren Linie, sondern wird immer wieder von Erinnerungsfetzen unterbrochen und ergibt erst am Ende ein vollständiges Bild.
„Feuernebel“ ist in einer sehr poetischen Sprache geschrieben: die Gedanken werden sehr bildlich beschrieben und die Handlung wird oft mit einem Film verglichen. Auch der (Feuer)Nebel spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch.

Es ist auf alle Fälle kein Buch, das man leicht versteht und alles bleibt ziemlich offen (im Nebel gefangen). Ich finde dieses Buch vor allem für die Buchdiskussionen geeignet, weil mich die Meinung andrer dazu sehr interessiert und wir gemeinsam die Nebel vielleicht etwas leichter lichten können.

Lilly Manon Maier


Schön, schön und nochmal schön!


Antje Babendererde,
Libellensommer.
Arena 2006
ISBN 3-401-05881.9



Von Anfang an findet Jodie Jay Muskalunge unheimlich. Deswegen fragt sie ihn auch gar nicht erst, ob er sie mitnimmt. Sein ablehnender Blick ist ihr Antwort genug. Stattdessen steigt sie zu einem Truckfahrer, der ihr verspricht sie nach Sudbury zu fahren. Zu Tim, ihrer „großen Liebe“. Zuhause hat es Jodie, seit die Fabrik in der ihr Vater arbeitete, geschlossen wurde, weil sie auf Reservatgebiet stand, nicht mehr ausgehalten und ist abgehauen, um zumindest ein paar Wochen bei ihrer E-mail-Bekanntschaft zu bleiben.
Als der Truckfahrer in einem dunklen Wald hält und versucht sich an Jodie heranzumachen, wird sie von Jay gerettet. Der junge Indianer hat zu wenig Zeit um Jodie zurück in eine Stadt zu bringen - er muss zu seinem im Sterben liegenden Bruder, um ihm das lebensrettende Penicillin zu bringen. Kurz entschlossen nimmt er sie in seine Heimat am Windigo See mit, in ein Funkloch mitten in der tiefsten Wildnis Kanadas ...

Drei Wochen verbringt Jodie in dem Indianercamp am Windigo See. Von den anderen Campbewohnern wird sie wegen ihrer Hautfarbe ablehnend behandelt. Nur Althea, die einzige Frau im Camp, steht zu ihr.
Für Jays Bruder kam die Hilfe zu spät, er stirbt kurz nach ihrer Ankunft im Camp. Nun muss Jay mit seiner Trauer klarkommen. Die anderen Indianer lassen ihn in Ruhe, nach Tradition der Cree muss er alleine einen Weg finden mit seinem Verlust zu leben. In dieser Zeit ist es Jodie, die sich über alle Regeln hinwegsetzt und für Jay da ist. Sie weicht keine Sekunde von seiner Seite, anfangs weil sie ihn als Beschützer braucht und später, weil sie sich in den jungen Indianer verliebt hat. Zwischen den beiden entwickelt sich etwas unglaublich Schönes und „Echtes“. Beide wissen, dass es wahre Liebe ist - und durch ihr intensives Leben in der Natur und Antje Babendererdes wunderschöne Sprache zweifelt man keine Sekunde daran, auch wenn sie nur so kurze Zeit zusammen sind!
Die restlichen Campbewohner beschließen, dass Jodie das Camp nicht verlassen darf. Sie fürchten das Jodie zuviel von ihren Plänen, Rodungsmaschinen zu zerstören, mitbekommen hat. Jay bringt sie trotzdem zurück zu ihrer Familie, an die Jodie in den letzten Wochen fast überhaupt nicht mehr gedacht hat. „Es war unser Abschied und doch war es in diesem Augenblick für immer.“

Zuhause muss sich Jodie erst einmal wieder an die „zivilisierte“ Welt gewöhnen. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Ihre Eltern haben sich wieder vertragen und es stellte sich heraus, dass Tim erst 13 ist. Jodie vermisst Jay sehr und ihre beste Freundin zweifelt schon, ob Jodie sich das Ganze nicht nur ausgedacht hat, da steht Jay eines Tages einfach vor ihrer Schule und fragt ob er sie nach Hause fahren darf.

So endet das Buch und welches Zuhause Jay nun meint (das Camp oder die Wohnung von Jodies Familie) bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Ich persönlich glaube, dass Jodie eines Tages (später) in das Camp zurückkehren und dort bleiben wird.

„Libellensommer“ ist einfach nur schön, schön und nochmals schön! Antje Babendererde hat eine unglaublich tolle Sprache und ein enormes Wissen über die Kultur der Indianer. Sie macht aber nicht, wie viele andere Autoren den Fehler und versucht uns dieses Wissen geballt aufzudrängen, sondern sie bringt immer wieder kleine Gesten oder Wörter ein, die einen berühren.
Auch die Veränderungen, die in Jodie vorgehen (anfangs ist sie unaushaltbar!) sind toll! Wie sie lernt keine Fragen zu stellen und trotzdem Antworten zu bekommen oder wie sie anfängt die Natur zu spüren und sie begreift, dass die Indianer nicht an der Kündigung ihres Vaters schuld haben, ist einfach nur wunderschön
Ich habe „Lakota Moon“ schon geliebt und „Libellensommer“ finde ich noch besser! Ich kann nur sagen, wer dieses Buch nicht liest, verpasst etwas!

Und ich finde wir sollten dieser Autorin endlich mal einen Preis geben!

Lilly Manon Maier



Eine Geschichte über Transsexualität

  Julie Anne Peters,
  Luna.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Catrin Fischer
  dtv 2006
  ab 14 Jahren



"Er ist nicht schwul, er ist trans. Er ist in Wahrheit ein Mädchen. Das Problem ist, sie ist ein Mädchen, das mit dem Körper eines Jungen geboren worden ist. Es ist schrecklich, weil du dieser Mensch sein möchtest, der du im Herzen bist. Aber das kannst du nicht, weil du nicht so aussiehst, wie du aussehen solltest. Die siehst aus wie ein Junge. Und alle erwarten von dir, dass du einer bist. Jeden Tag musst du bei dem Schauspiel mitmachen, und eine Rolle spielen. Frei sein kannst du nur, wenn du alleine bist, wenn niemand dich beobachtet und dich gehen lassen kannst. In deiner Welt, in der privaten Welt kannst du dich so geben, wie die Welt dich sehen soll und wie du behandelt werden willst..." (S. 258f)
Nur Regan (16) kennt das Geheimnis ihres Bruders. Jede Nacht kommt er zu ihr ins Zimmer und verwandelt sich vorm Spiegel in ein Mädchen. Regan ist immer für ihn da und teilt all seine Gefühle mit ihm. Doch Liam fordert mehr. Er will den Übergang. Regan wird in sein Leben hineingezogen, wie in ein tiefes, dunkles Loch. Sie hat gar kein eigenes Leben mehr, überall ist Liam. Es reicht ihr, jetzt muss Liam einmal selbst mit sich fertig werden.

Meiner Meinung nach sind die Eltern von Regan und Liam in ihrem Denken ziemlich konservativ. Beide haben ihren Lebenstraum aufgegeben, um eine normale amerikanische Familie zu gründen. Beide bereuen es. Ihr Dad vertritt die Meinung, dass der Mann, der Chef der Familie, Geld verdienen geht, während die Frau sich um den Haushalt und die Kinder kümmert. Er erklärt der Himmel sei blau, weil Gott ein Junge ist und zwingt seinen Sohn Baseball zu spielen, verachtet ihn, weil er nicht so ist, wie er sich seinen Sohn vorstellt. Er ist eine Schande. Liam hat Angst vor seinem Vater. Ihre Moma hat sich in ihre eigene stressige Welt zurückgezogen. Sie blendet einfach aus, dass ihr Sohn anders ist. Aus Angst vor dem Familienoberhaupt. Das finde ich so feig und unmöglich, denn Liam braucht Eltern, die ihn unterstützen. So aber lastet alles auf seiner Schwester.

Das Ende ist berührend und so schön. Ich liebe die Wende, in der Liam erkennt, dass er das Leben seiner Schwester zerstört, sich einen Ruck gibt und beide aufatmen können.

Gute Idee - in den Text wurden immer wieder Kindheitserinnerungen von Regan eingebaut.

Die Übersetzung fand ich auch sehr gut, besonders in den direkten Reden.

Melanie Hinkel



Gut? und böse?

David Klaas,
Wenn er kommt, dann laufen wir.
Aus dem amerikanischen Englisch von Alexandra Ernst
Arena 2006
ISBN 3401058983
Ab 14 Jahren


"...gibt es wirklich so etwas wie gut und böse?" Ich dachte an Troy. Troy in meinem Haus, in dem Zimmer direkt neben mir. Troy, der mir jeden Abend am Esstisch gegenüber saß und lächelte. Das Böse existierte nicht nur - es hatte sich in unserem Haus eingenistet."

Jeff kann seinem Bruder nicht verzeihen. Sein Bruder, der vor fünf Jahren einen Jungen umgebracht hat. Troy, der Mörder. Und jetzt ist er seiner scheinbar gerechten Strafe, der lebenslangen Haft entkommen, weil er zur Tatzeit noch minderjährig war. Damit haben nicht einmal Jeffs Eltern gerechnet, von Natur aus gutmütige, sehr christliche Menschen. Nun wird Troy zurück zur Familie kommen, bei ihnen wohnen, im Zimmer neben Jeff. Doch dieser weiß genau, dass Troy noch immer gefährlich ist, was immer er auch den anderen Leuten vorgaukelt, Troy ist und bleibt ein Mörder. Und als Jeffs Freundin Beth ihn dann auch noch aus Angst vor Troy verlässt, ist er am Boden zerstört und sein Leben für immer verändert.

Ehrlich gesagt: Ich finde, dieses Buch ist keine Meisterleistung. Es ist weder besonders gut geschrieben, noch besonders spannend. Außerdem gefällt mir Jeffs Einsstellung nicht. Ich meine, Menschen können sich ändern und woher will er so genau wissen, dass Troy noch immer so "böse" ist?
Außerdem finde ich es total gemein von den Eltern, dass sie Troy, als er fünf Jahre lang im Gefängnis war, kein einziges Mal besuchen und ihn einfach aus ihrem Leben verbannen, indem sie niemandem von ihm erzählen. Ich meine, Troy ist nicht gerade ein Sympathieträger, aber er hat wenigstens eine zweite Chance verdient.
Weiters ist die Freundin von Jeff ziemlich feige, wenn sie ihn wegen seines Bruders verlässt, von dem sie nur gehört hat, auch, wenn ihr Vater sie unter Druck setzt.

Und das Gerede von Gut und Böse ist meiner Meinung nach totaler Blödsinn!

Alina Schnieder


Ein unglaublich romantisches und wunderschönes Buch!

 
  Stephenie Meyer,
  Biss zum Morgengrauen.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Karsten Kredel
  ISBN 3-551-58149-5
  Ab 14 Jahren


Bella zieht wegen dem Freund ihrer Mutter
zu ihrem Vater. Vom sonnigen Phoenix in das kleine und immer verregnete Örtchen Forks. Anfangs ist für sie alles Horror: es regnet ständig, in der Schule ist sie die Sensation und hat Unmengen ungewollte Verehrer und dann ist da auch noch dieser sonderbare Edward Cullen, der ihr Blicke zuwirft als würde er sie am liebsten umbringen.
Sonderbar, das ist das Wort das Edward am Besten beschreibt. Er und seine vier Adoptiv-geschwister (Emmet und Rosalie, Alice und Jasper) sind totale Einzelgänger, überirdisch schön und unglaublich stark (Edward hält, um Bella zu retten, ein rutschendes Auto mit seiner Hand auf!). Außerdem wechseln Edwards Stimmungslagen von einer Sekunde zur anderen und seine Augenfarbe ändert sich von Zeit zu Zeit: von pechschwarz zu einem hellen beige.

Trotz allem verliebt sich Bella unsterblich in Edward, und sie kommt dem Geheimnis seiner Familie auf die Schliche: Edward und seine Geschwister sind Vampire!!!
„Vegetarische“ Vampire: sie trinken statt Menschenblut nur Tierblut. Allerdings ist das Ganze eine ziemlich große Willenssache und nicht immer gelingt es ihnen sich zu beherrschen.              
Auch Edward hat sich unsterblich (wenn man das bei einem unsterblichen Vampir sagen kann) in Bella verliebt. Für die Beiden ist es nicht gerade leicht: Edward hat immer Angst Bella weh zu tun oder sie „unabsichtlich“ zu töten, also zieht er sich oft plötzlich zurück und lässt eine völlig verdatterte und verzweifelte Bella sprichwörtlich im Regen stehen.
Doch ihre Liebe ist so groß, dass sie einen Weg finden zusammen zu sein. Und als Bella von einem (nicht vegetarischen) Vampir verfolgt wird, hilft Edwards ganze Familie mit, um Bella (einen normalen Menschen) zu retten.
Am Ende wird alles wieder gut und Edward erfüllt, zumindest scheinbar, Bellas größten Wunsch.

„Biss zum Morgengrauen“ ist ein unglaublich romantisches und wunderschönes Buch. Die Autorin beschreibt wunderbar, wie sich Bella und Edward Stück für Stück näher kommen und eine für Edward erträgliche Weise finden sich zu küssen, ohne dass Edward Bella austrinken will. Auch die Geschichte rund um die Vampire und wie sie „vegetarische“ Vampire wurden ist toll beschrieben. Das ganze Buch ist einfach toll und wunderschön und gut geschrieben und ich liebe es und ihr müsst es alle lesen!!!

Lilly Manon Maier


Kann ich verliebt sein? In dich?

Kathrin Schroecke,
Finding Alex
Oetinger 2006
ISBN-13: 978-3-7891-4731-9  
Ab 14 Jahren



"Kennst du den Song?"
"Den? Den kennt doch jeder. Wurde in meiner Kindheit rauf und runter gespielt." 
In meiner Kindheit. In seiner Kindheit. In ihrer Kindheit. In unserer Kindheit.
"Das ist der Song meiner Eltern, weißt du?" 

Tobias ist der eher stillere Typ. Er hatte noch keine richtige Freundin und ist auch vom Sex noch weit entfernt. Ganz anders als seine Kumpels Sven und Marc, die ständig nur von "Titten" und geilen Mädchen sprechen. Als Ira aus Berlin in das kleine Provinzörtchen zieht, verlieben sich alle Jungen augenblicklich in sie. Sie ist einfach so anders, eindeutig „The Top of the Pops“: spricht wenig, meidet den Kontakt mit ihren neuen Klassenkameraden und trägt immer nur Perücken. Schwarze, silberne, orange. Immer verschiedene und nie zeigt sie irgendjemanden ihre echten Haare. Natürlich ist auch Tobias in sie verliebt - und wie. Als sich Ira dann ausgerechnet mit ihm verabredet, ist nicht nur Tobias überrascht. 
Die beiden werden allerdings nie ein Paar, Ira hat ja noch eine Fernbeziehung zu ihrem (Ex-)Freund Felipe und Tobias ist sich mit der Zeit gar nicht mehr sicher, ob er wirklich in Ira verknallt ist.
Eigentlich interessiert ihn nämlich Iras Zwillingsschwester Alex, die bei ihrer ersten Begegnung einen Kimono trägt und so wunderbar Cello spielt, viel mehr. Das Problem ist nur, dass Alex nicht Iras Schwester, sondern Iras Bruder ist!!! Tobias kann es anfangs gar nicht glauben und das schlimmste ist, dass Tobias in Alex Gegenwart immer so merkwürdig nervös und aufgedreht ist - als wäre er verliebt. Aber das geht nicht!! Wäre ja auch einfach unmöglich. Tobias ist ja schließlich nicht schwul! Auch Tobias Freunde machen ihre Erfahrungen mit Homosexualität: völlig betrunken treiben es Marc und Seven auf einer Party miteinander. Aber das bedeutet nichts, sie waren ja beide betrunken -  und überhaupt was ist schon so schlimm daran?
Mit der Hilfe einer Bekannten verwandelt sich Alex auch äußerlich endgültig in eine Frau. Als er abends mit Tobias weggeht halten ihn alle für eine "Hammerbraut". Und Tobias stellt sich vor was wäre, wenn er Alex nur so kennen gelernt hätte, und gesteht sich endlich ein, dass er verliebt ist. 

Ich fand "finding alex" sehr interessant. Am Anfang hat es mir nicht so gut gefallen und man braucht einige Zeit, bis man sich an den (eh ganz lustigen) Schreibstil gewöhnt hat, aber ab dem Moment, wo Alex das erste Mal vorkommt, wird es gut.
Die Autorin (eigentlich komisch - nur vom Schreiben her - hätte ich an einen männlichen Autor gedacht) nähert sich von ganz verschiedenen Punkten dem Thema Homosexualität. (Hier meine ich auch das Verhältnis von den Zwillingen Ira und Alex.) Aber ich fand es schade, dass sie auf den Sex von Marc und Sven später nicht mehr zurückkommt.
"finding alex" ist zwar kein supertolles Buch, aber rein von der der Art und Weise wie an die Thematik heran gegangen wird, eine spannende Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Und man kann sicher super darüber diskutieren und streiten, außerdem haben wir jetzt endlich einen Vergleich zu Luna. 

Lilly Manon Maier


...so nahe an der Realität

Floortje Zwigtman,
Wolfsrudel.
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
Gerstenberg 2006
ISBN 3-8067-5117-X
Ab 14 Jahre


Walachei 19. Jahrhundert: Der alte Ion Brebu erzählt seinem Enkel von seinen schlimmen Kindheitserinnerungen.
Ion Brebu und seinen beiden Freunden Vulpe und Alexandru wird der Alltag in ihrem Dorf zu langweilig. Sie wollen sich dem „Wolfsrudel“, einer gefürchteten Bande jugendlicher Räuber, anschließen, dessen Anführer Vulpes älterer Bruder Lupu ist.
Das Rudel beschließt auf einer alten Klosterinsel ihr neues Hauptquartier einzurichten. Was die anderen nicht wissen: Lupu möchte das, sich dort befindendende alte Fürstengrab des Vlad Tepes plündern und die ganze Ausbeute für sich behalten. Die drei Freunde kommen ihm jedoch auf die Schliche und verlangen einen Anteil an den Kostbarkeiten. Beim Aufteilen kommt es zu einem Streit, in den die ganze Bande verwickelt ist. Das Wolfsrudel zerfällt in zwei Gruppen, die keine Gelegenheit auslassen sich zu bekämpfen.
Vulpe der „schlaue Fuchs“, Anführer der einen Bande, ernennt einen Schafhirten, welcher auf der Insel lebt, zu seinem Berater. Doch dieser manipuliert das Rudel schon bald nach seinen Vorstellungen. Auch Lupu bekommt Unterstützung von einem Einsiedler.
Der Hirte und der Einsiedler sind jedoch die Geister von Vlad Tepes und seinem Bruder Radu, welche sich schon im 15. Jahrhundert bekämpft haben.
Zu seinem Entsetzen findet Ion langsam Gefallen am Morden und Plündern. Um in dem Strudel der Gewalt nicht unterzugehen, klammert er sich an seine Liebe zu der geheimnisvollen Mara. Sie erzählt ihm von dem damaligen Bruderzwist zwischen Vlad und Radu und bringt etwas Licht in die Geschichte.

Dieses Buch ist eine ausgezeichnete Übersetzung, jedoch sehr schwer zu lesen und nicht für Jugendliche unter 14 Jahren zu empfehlen. Es handelt hauptsächlich von der alltäglichen Brutalität. Ich war entsetzt wie einfach die Burschen (höchstens 15 Jahre alt) Menschen, ja sogar Freunde umbrachten. So eine Grausamkeit kann es nicht geben, dachte ich. Doch dann musste ich an die vielen Kriege und Attentate denken und erkannte, dass die Realität noch schlimmer ist.
Zwischendurch sind Kapitel aus dem Leben von Vlad Tepes und Radu eingebaut, die einen noch mehr verwirren und erst am Ende des Buches einen Sinn ergeben.

Tamara Pilz


Viel Ähnlichkeit mit Eragon, aber trotzdem lesenswert!

Licia Troisi,
DIE DRACHENKÄMPFERIN – Im Land des Windes. (1. Band der Trilogie)
Aus dem Italienischen von Bruno Genzler
Cbj 2006, ca. 400 Seiten
ISBN 3-570-13113-0
Ab 14 Jahre


Nihal wächst im Land des Windes auf. Ihr Vater ist Waffenschmied und bringt ihr alles bei, was man als Kämpferin wissen muss. Als er von den Soldaten des Tyrannen getötet wird, flüchtet sie zusammen mit ihrem besten Freund, dem Magier Sennar, und ihrer Lehrerin Soana ins Land der Sonne.  Auf der Flucht erfährt Nihal, dass sie die letzte Halbelfe in der ganzen 'Aufgetauchten Welt' ist. Die einzige, die noch nicht vom Tyrannen getötet wurde.
Nihal beschließt von nun an den Tyrannen zu bekämpfen um den Tod ihres Volkes und ihres Vaters zu rächen.
Im Land der Sonne wird Sennar Mitglied im Rat der Magier und Nihal tritt als erste Frau in den Orden der Drachenritter ein. Die Ausbildung ist hart und Nihal hat mit viel Abneigung und Misstrauen zu kämpfen. Doch nach und nach erkämpft sie sich den Respekt der anderen, weil keiner so wie sie mit dem Schwert umgehen kann.
Im zweiten Teil ihrer Ausbildung soll Nihal von ihrem neuen Lehrmeister Ido den Umgang mit Drachen lernen. Doch bevor sie bereit ist ihren eigenen Drachen zu reiten muss sie noch ihre bisher schwerste Lektion lernen: sie muss herausfinden warum und für wen sie eigentlich umbedingt in den Krieg ziehen will. Auch für Sennar wartet keine leichte Aufgabe: er wird ins Land der 'Untergetauchten Welt' reisen, um die dortige Bevölkerung um Hilfe im Krieg gegen den Tyrannen zu bitten.

Als erstes muss ich sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Man kann in der Geschichte, wie in den meisten Fantasyromanen, schön mitleben und auch wie die Personen beschrieben werden gefällt mir sehr gut.
Als zweites muss ich mich dann aber fragen, ob es einen Grund gibt, warum alle Fantasyromane nach dem selben Schema funktionieren. Und vielleicht ist es ja Zufall oder die Autorin hatte die Idee für dieses Buch schon vor Jahren, auffällig ist aber schon, dass das Buch ziemlich genau den selben Inhalt wie Eragon hat: Ein Held der lernen muss ein Drachenreiter zu werden. - Ein ganzes Volk der Guten kämpft gegen den einen Bösen. - Der  eine Böse war früher selbst einmal ein Guter. -  …
Trotz allem empfehle ich allen Fantasyfans dieses Buch von Licia Troisi. Wer sich nicht daran stört, dass ihm der Inhalt ansatzweise bekannt vorkommt, kann sich einen schönen Tag mit diesem wirklich guten Roman machen.

Das Cover ist okay, mir würde es aber besser gefallen, wenn es keinen glänzenden Umschlag hätte und außerdem als Taschenbuch erschienen wäre.

Lilly Manon Maier


Wie ist die Welt jenseits von Bullerbü?

Mareen Gottschalk,
Jenseits von Bullerbü.
Die Lebensgeschichte der Astrid Lindgren.
Beltz & Gelberg 2006
ab 14 Jahren



In Stockholm steht eine Statue. Astrid Lindgren sitzt auf einem bequemen Sessel und hat ein Buch vor sich aufgeschlagen. Am rechten Arm sitzt eine Taube und in dem Buch steht auf schwedisch: Nangilima. Ja, Jonathan, ja, ich sehe das Licht.

Das Buch über Astrid Lindgren endet auch beinahe mit diesen passenden Worten. Passende Worte findet Mareen Gottschalk in ihrem Buch überhaupt. Leider aber auch nicht mehr. Das Buch liest sich etwas flach, als gäbe es nichts zu erzählen, oder zumindest nicht viel über die Welt jenseits von Bullerbü. Der Mensch Astrid Lindgren ist so unnahbar, nicht zu greifen, das beteuert auch Mareen Gottschalk. Trotzdem finde ich, dass man das Buch stellenweise hätte ausbauen können. Es gibt viel mehr zu sagen zu ihren Geschichten, ihrer Sprache, ihren Symbolen.
Kaum wurde es spannend, kaum wurden wunderbare Worte von Astrid Lindgren zitiert, stockte es im Text und ein nächster Gedanke wurde aufgenommen. Mir fehlte ein bisschen das "einem Gedanken nachhängen".

Keine Frage, Mareen Gottschalk schreibt sehr flüssig und klar, der Faden ist sehr leicht zu erkennen, was mir aber fehlt ist die rote Farbe, die das Buch und damit auch Astrid Lindgren lebendig macht.
Insgesamt hat es mich aber doch berührt, was vor allem an den vielen Zitaten aus Astrid Lindgrens Büchern und ihren Reden hing.

Lena Samek


Fünf Finger hat die Hand

Klaus Kordon,
Fünf Finger hat die Hand.
Beltz & Gelberg 2006
ISBN 3-407-80983-2
Ab 12




'Fünf Finger hat die Hand'
spielt in der Zeit des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie über die Demokratiebewegung in Deutschland. Ich habe den ersten Band '1848. Die Geschichte von Jette und Frieder' nicht gelesen, was aber überhaupt nicht gestört hat. Ich habe mich super ausgekannt und erst im Nachwort erfahren, dass es einen ersten Band gibt.
Das Schönste am Buch finde ich eigentlich den Titel - mit den fünf Fingern sind die fünf Mitglieder der Familie Jacobi gemeint, dadurch erfährt man wie wichtig es ist, dass sie alle zusammenhalten und 'eine Hand' bilden.
Die meiste Zeit wird das Buch aus der Sicht von Rieke Jacobi erzählt. Sie ist 17 oder 18 Jahre alt und eine begabte Zeichnerin. Klaus Kordon beschreibt wirklich wunderschön, wie und was sie zeichnet.
Ab und zu gibt es Kapitel aus der Sicht ihres kleinen Bruders Jacob (Köbbi) Jacobi (wohnhaft in der neuen Jacobstraße :-)) und die restliche Zeit wird das Buch aus der Sicht des ältesten Sohnes August erzählt. Er zieht gegen den Willen und den guten Ratschlägen seiner Familie in den Krieg und erfährt dort, was der Krieg aus Menschen macht.

Die Familie Jacobi ist eine sehr demokratische Familie und gegen die damaligen Zustände in Deutschland. Riekes Freund wird sogar verhaftet, weil er dagegen demonstriert. August kommt wieder aus dem Krieg zurück, aber er hat sich sehr verändert. Was in der Zukunft der Jacobis noch geschehen wird ist am Ende des Buches ungewiss, aber wenigstens sind die 'fünf Finger einer Hand' wieder vereinigt.

Das Buch ist sehr schön geschrieben und man kann sich  (wie auch schon bei 'Julians Bruder') sehr gut in die Figuren hineindenken und mit ihnen mitfühlen. Gut gefallen hat mir auch wie Riekes Onkel 'berlinert', das muss man erst mal schaffen so zu schreiben. Auch das Nachwort von Klaus Kordon, wo er noch einmal auf alle Fakten eingeht, ist klasse. Dieses Buch ist auf alle Fälle auch dann sehr gut, wenn man etwas über die deutsche Geschichte erfahren will. Ich finde es zwar nicht ganz so gut, wie 'Julians Bruder', aber das kann auch daran liegen, dass mich das Thema von 'Julians Bruder' mehr interessiert hat.

Lilly Manon Maier


Ein Traum vom Fußball - nur zu empfehlen!

Lieneke Dijkzeul,
Ein Traum vom Fußball.
Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer
Arena 2006
ab 12 Jahren



Rahmane und sein bester Freund Tigani stammen aus einem kleinen afrikanischen Dorf. Unter der Woche helfen sie ihren Vätern bei der Reisernte und sonntags spielen sie Fußball. Sie spielen ohne richtige Regeln und ohne richtigen Ball, aber sie sind gut. Und sie haben einen Traum: sie wollen Profifußballer werden.
Eines Tages lädt ihr Trainer Herr Baouri einen Scout aus der Stadt ein. Der Scout nimmt Tigani und Rahmane mit in die Stadt, wo sie in einer Art Fußballschule trainiert werden. Das Training ist hart und auch an die große Stadt müssen sie sich erst gewöhnen.
Rahmane tut alles um diese Chance zu nützen. Doch Tigani widersteht den Verlockungen der Stadt nicht. Er schleicht sich nachts heimlich weg, wird beim Training immer schlechter und steckt bald in ernsthaften Schwierigkeiten. Als Rahmane ihm helfen will, ist es bereits zu spät: Tigani wird heimgeschickt.
Rahmane fällt es schwer einzusehen, dass Tigani für ihn nur noch ein Fremder ist. Und als Tigani ihn fragt, ob er mit ihm nach Hause zurückkommen will, sagt Rahmane „Nein“.
Aber er findet neue Freunde. Echte Freunde: Sunday, Brûlé, Dumbo und Ndanko.
Zusammen trainieren sie und schließlich werden sie sogar in ein Trainingslager nach Holland eingeladen. Als sie zurückkommen haben sie viel gelernt und sie spielen auch anders Fußball: „Taktischer,“ – „Weniger Afrikanisch.“
Und in einem ist sich Rahmane jetzt erst recht 100%-ig sicher: Das ist sein Traum, in solchen Ländern, in solchen Stadien will er einmal Fußball spielen. Und vielleicht bekommt er die Chance dazu: ein paar der Jungen werden nach Holland zurückkehren, um dort richtige Profifußballer zu werden.

Ein schönes Buch, dass davon erzählt wie schwer es ist, seinen Traum zu verwirklichen. Von der Verantwortung seinem Dorf gegenüber, den Problemen sich in einer neuen Situation, oder sogar in einem neuen Land, zurechtzufinden.
Es erzählt aber auch von denen die es nicht schaffen: von Tigani, dem der Ehrgeiz fehlt. Von Henri, der wunderbar Fußball spielt, aber bei den Auswahlspielen immer zu nervös ist. Von Sidou, der, als er erfährt, dass ihn der holländische Trainer nicht gut genug findet, verschwindet und nun in Gefahr ist, abgeschoben zu werden, wenn ihn die Polizei findet. Und auch von dem kleinen Brûlé, der nie ein Profi sein wird, weil er in einer Schlägerei ein Messer ins Bein bekommt und von da an humpelt.

Lieneke Dijkzeul schreibt sehr realitätsnah über Rahmanes Weg und seine Gefühle, während er Fußball spielt. Sie lässt auch die unschönen Dinge wie Gewalt und Rassismus nicht aus. Besonders gut fand ich auch, wie sie die Unterschiede von einem kleinen afrikanischen Dorf und einer (europäischen) Stadt beschreibt - wie Rahmane erkennt, dass es auch in Europa arme Menschen gibt, dass Fliegen eigentlich gar nicht so aufregend ist und wie klein ihm auf einmal sein Heimatdorf vorkommt.

„Ein Traum vom Fußball“
ist nicht gerade ein literarisches Meisterwerk, aber der Inhalt ist sehr gut und lädt zum Nachdenken ein.
Das Cover ist okay, die Schrift stört (wie schon bei Lakota Moon) ein bisschen. Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen.

Lilly Manon Maier



Melancholisch und wahr!

 
  Margaret Wild,
  Eine Nacht.
  Aus dem australischen Englisch von Sophie Seitz,
  Hanser 2006



Helen ist Aussenseiterin. Sie kommt mit einem entstellten Gesicht auf die Welt und muss sich mehreren Operationen unterziehen. Auf einer Party lernt sie den Mädchenschwarm Gabe kennen, doch sie sieht nicht sein Äußeres, sondern direkt in ihn hinein, sieht Schmerz und Hass, ein Loch, wo sein Herz sein sollte.
Sie verbringt nur eine Nacht mit ihm, doch diese hat Folgen: Helen wird schwanger und Gabe ruft nicht an, sagt, er sei ausgewandert. Doch Helen ist stark. Auf eigene Faust lebt sie ihr Leben, ohne Hilfe von Familie, Freunden oder Gabe...

Ein unglaubliches Buch, das eine Geschichte voller erfrischender Wahrheiten erzählt. So oft hört man von Büchern über schwangere, junge, verlassene Mädchen, doch keines ist wie dieses! Jede der Hauptpersonen hat ihre eigene Geschichte, jede wirkt real. Besonders die Beschreibungen von Gabe fand ich sehr, sehr überzeugend! Es ist als lese man das Tagebuch eines Durchschnittsteenagers. Seine teilweise sehr melancholische Ansicht der Dinge hat mich gefesselt und ist so echt. Viele seiner Vergleiche habe ich mir selbst schon oft ausgemalt und sind (meiner Meinung nach) wahr.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich schön. Er hat mich an Gedichtbände erinnert. Einzig und allein das Cover ist zu kritisieren, da es absolut gar nichts mit der Geschichte zu tun hat! Viel schöner wäre das Bild eines Himmels gewesen, egal ob grau oder blau. Der Titel ist okay.

Das Buch ist wirklich zu empfehlen und wie schon auf dem Rückentext steht: Preisverdächtig!

Kathi Heyse



Ein Haus in einer Kurve, mit der niemand rechnet und eine Brücke, die nicht bis zum anderen Ufer reicht

Do van Ranst
Wir retten Leben, sagt mein Vater
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann
Carlsen 2006
ISBN 3-551-58156-8
Ab 14 Jahren


Stell dir vor, du wohnst an einem Ort, an dem alles aufhört. In einem Haus in einer Kurve, die so scharf ist, dass regelmäßig Autos in das Haus knallen. Die Fahrer [...] darfst du dann auf eurem Sofa gesund pflegen.“

In dem Haus von dem oben die Rede ist, wohnt die 15-jährige Ich-Erzählerin von „Wir retten Leben, sagt mein Vater“ zusammen mit ihrer Oma, ihrer Mutter und ihrem Vater, der der erste war, der in das Haus gekracht ist. Ihr Leben ist ziemlich chaotisch: ihre Großmutter redet nicht mehr, ihr Vater und ihre Mutter hassen sich, ihre beste Freundin ist lesbisch und in ihr Haus krachen, wie schon gesagt, immer mal wieder Autos. Das Gute daran, dass sie in das Haus krachen und meist schwer verletzt sind, ist, dass ihnen so das Leben gerettet wird. Wären sie nämlich die Straße weiter gefahren, wären sie höchst wahrscheinlich auf der halbfertigen Brücke gestorben. Die Brücke wurde nämlich nie fertig gebaut, weil man sich nicht einigen konnte wer nun für sie bezahlen muss. Und da es auch kein Schild gibt, dass vor der Brücke warnt, ist es besser die Autos landen in dem Haus der Familie und nicht im Fluss.
Unter diesen Umständen wächst also die Ich-Erzählerin auf. Und weil ihr oft langweilig ist, träumt sie von einem Jungen. Er sollte so um die 17 Jahre alt sein und einen Namen haben der mit B beginnt. Benjamin oder Brad, zum Beispiel. Weil sie Namen mit B am liebsten mag.
Er würde also mit seinem Auto die Kurve nicht schaffen und in ihrem Haus landen. Und dann würde sie ihn gesund pflegen, und er würde in die, auch nur erträumte, Baufirma ihres Vaters einsteigen.
Eigentlich passiert in ihrem Leben, aber eh genug. Und als dann auch noch wirklich ein Junge mit seinem Auto in ihrem Haus landet, gibt es gar keinen Grund mehr zu träumen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Ich finde die Idee einfach irrsinnig lustig und originell - ein Haus in einer Kurve mit der niemand rechnet, das die Leute vor dem Tod auf der Brücke rettet!
Außerdem ist es ziemlich gut und auch sehr schnell - nur 142 Seiten - geschrieben. Am Besten hat mir gefallen, wie die Hauptperson versucht herauszufinden ob sie eigentlich auch lesbisch ist oder eh ganz normal auf Jungen steht. Das Cover passt gut zu der Stimmung im Buch und gefällt mir auch sehr gut. Auf alle Fälle lesen.

Lilly Manon Maier


...doch er sollte aufpassen, dass ihm seine Freunde wichtiger bleiben als seine Feinde!

Laura Gellego García,
Geheime Welt Idhún. Die Verschwörung.
Aus dem Spanischen von Ilse Layer
dtv extra 2006
ISBN 3-423-70992-8



Für Jack bricht eine Welt zusammen, als seine Eltern von dem kaltblütigen Killer Lirtash getötet werden. Noch dazu wird er von einem schwarzhaarigen Jungen, Shail, in irgendeine fremde Welt verschleppt. Schon bald freundet er sich mit ihren Bewohnern an und begreift, dass hier Magie existiert. Von nun an hat er nur einen Wunsch, nämlich Kirtash zu finden und den Tod seiner Eltern zu rächen. Doch er sollte aufpassen, dass ihm seine Freunde wichtiger bleiben als seine Feinde!

Das Buch war zwar flüssig zu lesen und hatte einen mitreißenden Inhalt mit unerwarteten Wendungen, aber ich wusste schon ab der Hälfte, wie es in etwa ausgehen würde. Außerdem war dann das Ende zu offen - typisch Trilogie!

Zum Cover kann man nicht viel sagen, da es etwas langweilig ist und nur 'matte Farben' wie blau und weinrot hat. Doch das Papier glitzert, was schön aussieht. Nett finde ich auch die durchscheinende Hülle, aber wirklich locken tut es mich nicht.

Rica Holer


Das Leben - ein Horror?

Mikael Engström,
Steppo. Voll die Krise.
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Hanser 2006
ISBN 3446207023
ab 14 Jahren


Stefans, von allen nur Steppo genannt, Leben ist ein einziger Horror seit sein Vater gestorben ist. Seine Mutter ist seitdem völlig am Boden zerstört und könnte jeden Moment Selbstmord begehen, seine große Flamme, die hübsche Tashin, beachtet ihn nicht und seine beiden Freunde Hakan und Dick drehen vollkommen durch. Der angberische Hakan gerät immer mehr nach seinem größeren Bruder, ein Nazi und Dick wünscht sich nichts sehnlicher als bei den Devil Dogs, der beliebten Schulband, aufgenommen zu werden, obwohl er nicht einmal eine eigene Gitarre besitzt.

Der einzige Mensch, der nicht den Verstand verloren zu haben scheint, ist die ruhige Außenseiterin Eva, die 'Amöbe'. Doch sich mit ihr blicken zu lassen, würde Steppo vollkommen blamieren.
Als Hakan und er besoffen einen Wagen klauen und diesen auch noch zu Schrott fahren, bekommen sie echte Schwierigkeiten. Der Wagen gehörte nämlich einem bösartigen Drogendealer, der Hakan und Steppo von un an erpresst und zu Einbrüchen zwingt. Davon erzählen können sie allerdings niemandem, sonst wären die beiden noch mehr geliefert.
Und dann taucht auch noch ein seltsamer Mann auf, der mit einer Teufelsmaske verkleidet herumläuft und kleine Mädchen vergewaltigt...

Ein interessanter Jugendroman über die Probleme eines einsamen Jungen. Eine Mischung aus Liebesroman, Drama und Spannung. Gut geeignet für Jugendliche, die sich gerne mit Problemromanen beschäftigen.

Alina Schnieder


Radio Gaga geht weiter!

Katrin Bongard,
Radio Gaga on Air.
Beltz & Gelberg 2006
ISBN 3407809808
ab 14 Jahren



Radio Gaga ist nur noch Vergangenheit. Und doch war es für Rocco, Anna, Bert, Mika, John und Ramona die abgedrehteste und coolste Zeit ihres Lebens. Doch nun soll sich alles ändern, denn Mika, mit der Rocco gerade mal ein paar Tage zusammen ist, fährt mit ihrem Vater für ein ganzes Jahr nach New York. Für Rocco eine absolute Tragödie.
Außerdem scheint sich die Gruppe immer mehr auseinander zu leben, denn Bert und Rocco werden Moderatoren bei "Fast Forward" - einem Kommerzformat, womit John überhaupt nicht einverstanden ist. Doch Rocco will unbedingt moderieren, um jeden Preis. Erst als Rocco zu Mika nach New York fliegt, kommt ihm die Idee, um Radio Gaga zu retten...

Aufgeweckt, frech und fröhlich ist auch der zweite Teil von Radio Gaga, wenn auch nicht ganz so gut wie der erste Teil. Mir gefällt die Wandlung von Rocco, wie er endlich einsieht, dass "Fast Forward" nicht einmal annähernd an Radio Gaga herankommt. Außerdem finde ich toll, dass in diesem Buch nicht nur neue, lebendige Personen dazukommen, sondern dass auch Heterosexualität thematisiert wird.

Ich freue mich schon auf den dritten Teil!

Alina Schnieder

Enttäuschende Hauptperson - kitschiger Rahmen.

Katarina von Bredow,
Kribbeln unter der Haut.
Aus dem Schwedischen von Maike Dörries
Beltz & Gelberg 2006
ab 12 Jahren



Ein Umzug bedeutet Veränderung. Viel neues kommt auf die 14-jährige Natalie zu, als sie mit ihrer Mutter zu deren Lebensgefährten auf einen Bauernhof zieht. Sie muss sich dem ungewöhnten Alltagsablauf anpassen, alles und jeder hat seine strikte Ordnung und täglich müssen die Ställe ausgemistet werden. Dazu kommt noch eine neue Schule und eine neue Klassengemeinschaft. Wie verschafft man sich einen guten Platz in der Klasse? Obendrein verliebt sich Natalie in Jerker, den Schwarm vieler Mädchen. Sie schwimmt in ihren Gefühlen und droht zu Ertrinken...

Ich war in den ersten zwei Dritteln des Buches so enttäuscht von Natalie, der Hauptperson: Liebe auf den ersten Blick zu dem Burschen, den alle wollen, der so gut aussieht, der mit ihr zusammenwohnt, der sowas ähnliches wie ihr Bruder ist. Geh bitte, Mädel! Den Stallburschen Tomas findet sie auf Anhieb ätzend, ganz nach Jerkers Meinung natürlich. Wenn man sich mit einem wie Jerker in der Schule zeigt und sich mit der Klassen-Queen anfreundet, ist der Aufstieg in der Klassenhierarchie ein Kinderspiel. Man trampelt dabei auf anderen Menschen herum - egal?! Natalie meint, sie kämpfe auch nur ums Überleben. Schön und gut, aber nicht auf Kosten andrer. Und überhaupt, was sind das für Freunde im Zickenklan. Hat einer mal wirklich ernste Probleme, merkt das nicht einmal weg, geschweige denn, dass er helfen könnte. Natalie weiß von dem Problem ihrer "Freundin", reagiert aber nicht, bis diese nach einem misslungenen Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert wird. Braucht man für eine tolle Party Alkohol? Nein, meiner Meinung nach nicht! Die 14- und 15-jährigen besaufen sich, bis es ihnen schlecht geht. Außerdem entsteht ein großer Sachschaden. Der sehr ausführlich beschriebenen Szene war ich sehr dankbar, da hat es dann endlich bei Natalie 'klick gemacht'. Sie hat auch gesehen, dass sich Jerker jeglicher Verantwortung entzieht und dass man nicht auf ihn bauen kann. Tomas steht ihr in dieser schwierigen Situation zur Seite. Schön, ein Mensch, dem sie vertrauen kann, der sie über Wasser hält. Nur: warum bitte muss sich Natalie schon wieder einbilden, große Gefühle für den 18-jährigen zu empfinden?

Der Rahmen ist ein Bauernhof mit Pferden, romantischen Ausritten und nochmals Pferden. Wems gefällt...mir war es zu kitschig! Ein Buch für alle also, die gern eine Geschichte über die schlechten aber hoffentlich lehrreichen Erfahrungen im Leben eines Anderen lesen wollen.

Melanie Hinkel



...auf der Suche nach einem Zuhause


Jana Frey,
Prügelknabe.
Loewe 2006
ab 12 Jahren



1388 nach Christus
Elias ganzes Dorf stirbt an der Pest. In ihrer Wut zünden die letzten überlebenden Dorfbewohner, bevor auch sie sterben, das nahe gelegene Judendorf an, weil sie den Juden die Schuld an der Krankheit geben.
Im Judendorf gibt es nun ebenfalls nur eine Überlebende: Shulamit.
Die beiden Kinder schlagen sich so gut es geht durch und Elias versucht Shulamit vor allem Bösen zu beschützen.
Als Elias krank wird, landet er in einem Kloster. Eigentlich gefällt es Elias dort ganz gut, denn die meisten Mönche und Novizen sind nett und es gefällt Elias lesen und schreiben zu lernen. Doch es gibt drei Gründe die schließlich dazu führen, dass Elias mit der Hilfe von Bruder Laurenzio aus dem Kloster flieht: die Sehnsucht nach Shulamit, die Angst ob sie überhaupt noch am Leben ist und der grausame Abt, der die Novizen ständig bestraft und die Novizen ohne Eltern an Kinderhändler verkauft.

Elias findet Shulamit in einem Armenhaus wieder. Nach dem Tod des Abts kehrt Elias zusammen mit Shulamit ins Kloster zurück. Dort fängt Shulamit auch wieder zu sprechen an. Weil aber keine Frauen im Kloster erlaubt sind, müssen sie wieder gehen, als Shulamit das erste Mal ihre Tage bekommt.
Bruder Laurenzio, der aus einer wohlhabenden Familie stammt, schickt die beiden zu seiner Schwester, der Herzogin Agnes von Bellingen. Um Shulamit zu schützen, geben sie sie als Elias Schwester Maria aus.
Für die Kinder, und besonders für Maria (Shulamit), ist es wie im Paradies.

Doch nach und nach entpuppt sich das Paradies für Elias als Hölle. Die Söhne der Herzogin sind alle sehr schwach, haben Asthma und lernen langsam. Elias hingegen ist stark und lernt ausgesprochen schnell. Deswegen beleidigen die Söhne der Herzogin Elias am laufenden Band. Und als die Herzogin auch noch besonders schwache Zwillinge zur Welt bringt beginnt der Herzog Elias zu schlagen. Anfangs sind es noch einfache Ohrfeigen, aber je öfter Elias beweist, dass er klüger, stärker und mutiger als die Söhne des Herzogs ist, desto härter und öfter schlägt der Herzog zu.

Als Maria, Elias heimliche Liebe, verheiratet werden soll, wehrt sich Elias das erste Mal und schlägt den Herzog bewusstlos. Die Herzogin hilft ihm bei der Flucht, doch ohne Maria will Elias nicht gehen. Er bricht in Marias Zimmer ein um sie wenigstens noch ein Mal zu sehen. Doch er wird erwischt und dieses Mal wird seine Bestrafung härter sein, als all die Male zuvor …

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist kein besonders anspruchvolles Buch, aber auf alle Fälle schön geschrieben und es gibt natürlich ein 'Happy End". Es hat ein bisschen Ähnlichkeit mit „Die flüsternde Straße“, weil es sich auch um Waisenkinder auf der Suche nach einem Zuhause handelt, aber im Gegensatz zu „Die Flüsternde Straße“ kommen keine Fantasy-Elemente vor. Im Übrigen finde ich es zeitweise fast besser als „Die Flüsternde Straße“.
Der Rücken- und der Klappentext, sowie der Titel passen, finde ich, nicht richtig zu dem Buch, weil sie sich (fast) nur auf das eine Kapitel „Prügelknabe“ beziehen, dabei besteht das Buch von Jana Frey aus acht langen Kapiteln!

Lilly Manon Maier



Für Paradiesische Aussichten muss man sein Leben selbst in die Hand nehmen

Faiza Guene,
Paradiesische Aussichten.
Aus dem Französischen von Anja Nattefort
Carlsen 2006
ab 14 Jahren



"Seit ihrer Geburt ist sie eine herbe Enttäuschung für ihre Eltern. Vor allem für ihren Vater, der einen kleinen Jungen von 3500 g und 51 cm erwartet hatte, ausgestattet mit einem Pimmel von durchschnittlicher Größe, vielleicht um sich in seiner eigenen Männlichkeit bestätigt zu sehen. Und dann die Tragödie: Er zeugt ein kleinies Mädchen, das sich heute schon fragt, was es eigentlich hier soll." (S. 103)

Sie sind von Marokko nach Frankreich ausgewandert, weil sie glaubten, das Leben dort wäre besser. Seit ihr Vater abgehauen ist, leben Doria, 15 und ihre analphabetische Mutter allein. Sie sind verarmt und es ist manchmal schwierig für sie, einer anderen Religion anzugehören...

Doria hat für den Rest der Welt nicht viel übrig, erwartet sich jedoch, dass sie in Frankreich ganz genau so leben kann wie in Marokko. Ihre Mutter hat eine schlechte Arbeit, doch was hat sie sich erwartet, mit so wenig Bildung? Sie können sich Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung und die Miete kaum leisten - ABER besitzen einen Fernseher, mit dem sie sich totalen Mist anschauen! Klar, Doria und ihre Mutter habens nicht leicht und müssen stark sein, wenn sie wegen ihrer Kleidung verspottet werden! Über ihre Sozialarbeiterin zerfetzt Doria sich den Mund, und nennt sie nicht beim Namen, weil der so wichtig klingt, französisch, doch als diese ihnen einen Urlaub ermöglicht, findet Doria sie plötzlich nett -  oberflächlich! Irgendwann nimmt dann Doria endlich einen Babysitter-Job an und ihre Mutter besucht einen Fortbildungskurs! Sie fangen an, ihre Zukunft ein wenig selbst in die Hand zu nehmen.

Ich finde, das Buch erzeugt ein falsches Bild:
1. Das Problem Armut haben nicht nur Einwanderer.
2. Im neuen Land ging es ihnen nicht besser, sondern schlechter. Ja, blöde Entscheidung! Um das Problem, Einwanderer zu integrieren, geht es in dem Buch nicht!
3. Doria ist ein Mädchen unerwünscht. Auf die Probleme der Tradition, z.B. Beschneidung; nur Männer sind erwünscht, werden im Buch viel zu wenig bis gar nicht eingegangen.
4. Es ist nur aus der Sicht von Doria, der 15-Jährigen geschildert. Personen werden so beschrieben: alt, hässlich, stinkt nach Läuseshampoo. Oder: dick, blöd, stinkt nach billigem Fusel.

Für mich gibt das Buch nicht viel her. Es hat keine Handlung, sondern ist eine Schilderung, und es wird immer wieder stur der Ist-Zustand geschildert.

Melanie Hinkel



Flucht ist ausgeschlossen!

 
  Morton Rhue
  Boot Camp
  Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
  Ravensburger 2006




"Du kommst hier nicht raus, wenn du ihnen vorspielst was sie haben wollen. Du kommst hier nur raus, wenn du bist, was sie haben wollen."

Das wird Conner schnell bewusst, nachdem ihn zwei "Transporteure" aus seinem Haus entführen und in das sogennante Boot Camp bringen. Dort soll er lernen seine Fehler einzusehen und seinen Eltern wieder zu gehorchen. Aber wieso ist es ein Fehler, sich zu verlieben? Wieso muss er seine Bziehung überdenken, nur weil seine Eltern nicht damit einverstanden sind? Conner glaubt, dass seine Liebe zu Sabrina stark genug ist, und er Widerstand leisten kann. Doch aus dem Boot Camp kommst du erst wieder heraus, wenn du umgepolt bist, und den Aufsehern dort ist jedes Mittel recht, denn sie dürfen mit dir tun, was sie wollen!

Kaum zu fassen, was man da liest! Und noch weniger kann ich glauben, dass es soetwas wirklich geben soll! Dass es in den USA Jugendliche gibt, deren Eltern sie in ein solches Camp schicken, wo man ihnen solche Schmerzen und Qualen zufügt, wie man sie sonst nur von Foltermethoden aus Mafiafilem kennt!

Das Buch ist sehr packend geschrieben, geht unter die Haut und ist wirklich schockierend! Manche Szenen sind ungeheuer brutal!
Nicht unter 14 Jahre

Kathi Heyse


Es ist nicht immer leicht das Richtige zu tun.


 Joyce Carol Oates,
 Mit offenen Augen.
 Die Geschichte von Freaky Green Eyes.
 
Aus dem amerikanischen Englisch von Birgitt Kollmann,
Carl Hanser Verlag 2005


Einen Promi als Vater zu haben, bedeutet für die fünfzehnjährige Franky, ihre kleine Schwester Samantha und ihren Halbbruder Todd sehr viel. Ihr riesiges Haus und das teure Auto beschreiben den enormen Reichtum der Familie. Die Kinder sind stolz auf ihren Vater Reid, den gutaussehenden, sympathischen TV-Sportjournalisten, den die Öffentlichkeit begehrt. Sie  wollen ihm imponieren und haben sehr viel Respekt vor ihm. Zu Hause kommt es dagegen häufig zu Ehestreits. Seine Frau Krista sehnt sich nach einer familiäreren und lockeren Lebensart. Sie flüchtet vor Reids Bestimmungen und vor seinen Launen in ein kleines Dorf, wo sie Luft zum Leben bekommt. Klar, Franky macht sich Gedanken über die Reaktion ihrer Mutter. Sie weiß auch, dass Kristas schöne Seidenschals sämtliche Körperverletzungen verbergen. Doch Reid übt so viel Macht über Seine Kinder aus, dass sie wie hypnotisiert immer an seiner Seite sind. Erst als Krista plötzlich verschwindet und Franky ihr Tagebuch findet, begreift sie die Wahrheit. Um jetzt das Richtige tun zu können, muss Franky sehr stark sein. Ihre innere Stimme, Freaky Green Eyes, zeigt ihr den Weg.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt zu viele Klammern mit Erklärungen oder eigener Meinung. Ich finde es eleganter, so etwas in flüssige Sätze einzubauen. Auch gefällt mir nicht so gut, dass statt Beistrichen häufig Schrägstriche gesetzt werden.

Gewalt wird von Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Tieren unterschiedlich aufgefasst. Das Buch gibt für alle ein Beispiel.

Die Stimmung an den verschiedenen Orten in der Geschichte, passt genau zu den Gefühlen der Personen. Beim Lesen spürt man deutlich die Unterschiede zwischen Macht - Unterdrückung – Angst“, „Lebensfreude – Freundschaft – Zufriedenheit“, und „Hoffnung - Ruhe – Neuanfang“.

Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich wütend auf Reid, schockiert über seine Unverschämtheit und aufgewühlt von Frankys Gefühlen. „Mit offenen Augen“ ist eine Geschichte zum Fühlen und Denken, die ich sehr empfehle!

Melanie Hinkel



Nachdenkliche Tragödie

 
  Iain Lawrence,
  Die Tochter des Leuchtturmwärters.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Christoph Renfer,
  Verlag Freies Geistesleben 2005



Krabbe ist 13 als ihr Bruder Alastair Selbstmord begeht. Sie leben zusammen auf einer sonst unbewohnten Insel, auf der nur zwei Häuser und der Leuchtturm stehen. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter. Frei nach dem Motto 'Das Beste, was man für ein Kind tun kann, ist gar nichts' werden die Geschwister von ihm erzogen. Doch die Einsamkeit erdrückt. Als eines Morgens Alastairs Leiche an die Küste gespült wird, bricht für Krabbe die ganze Welt zusammen. Sie ist schwanger und verlässt die Insel bald darauf. Drei Jahre später kehrt sie nach Lizzie Island zurück und findet die Tagebücher ihres Bruders...

Das Buch ist unglaublich traurig und gleichzeitig so schön nachdenklich. Die 16-jährige Krabbe, die schon so früh erwachsen werden muss, erlebt alle Momente ihrer einsamen Kindheit aufs Neue, was schockierend, traurig und witzig ist.
An sich ist es ein sehr schönes Buch, wie das Cover bereits verspricht (vor allem ohne den Umschlag!), man läuft nur schnell Gefahr während des Lesens seinen eigenen Gedanken nachzugehen, da teilweise sehr typische Kindheitserinnerungen beschrieben werden. Ich konnte trotzdem nicht genug davon bekommen!

Sehr zu empfehlen für Jugendliche, die gerne und viel nachdenken und phantasievoll sind.

Kathi Heyse


Kannst du küssen?


 Holly-Jane Rahlens,
 Wie man richtig küsst.
 
 Beltz & Gelberg 2005



In 'wie man richtig küsst'
geht es um die 15-jährige Berlinerin Renée und ihren größten Wunsch "es endlich einmal zu tun". In Ich-Form erzählt sie von ihrem Leben mit ihrer Mutter, (die immer in einem ekligen Bademantel herumläuft, Mandel-Riegel isst und als Dr. Mom über die Probleme ihrer Tochter Zeitungskolumnen schreibt), den Kings of Prussia (der besten Band der Welt) und Sammy (einem 744-Seiten-Ratgeber zum Thema Sex).

Ich finde, 'wie man richtig küsst' ist ein supertolles Buch mit einer genialen ersten Seite. Es ist irrsinnig witzig und in einer coolen Sprache geschrieben. Auch in der deutschen Übersetzung kommen immer wieder englische Sätze vor. Es beschreibt die Probleme, mit denen man sich in der Pubertät herumplagen muss, gut.
Der Schluss gefällt mir persönlich zwar nicht so gut, aber sonst ist, 'wie man richtig küsst' wirklich geil!
Ich werde das Buch auf alle Fälle noch einmal lesen!

Lilly Manon Maier


Ein Roman über die Freundschaft


  Gila Almagor,
  Alex, Dafi und ich. Roman über die Freundschaft.
 
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler,
  Hanser 2005



Avner hatte nie
viele Freunde. Er lebte stets in seiner Welt, in der er mit seiner zweiten Stimmte immer das sagte, was er immer sagen wollte, lautlos. Mit ihr sagt er Dafi, dass er sie liebt und seinem Vater, dass er unfair und verletzend zu seiner Mutter und ihm ist. Doch dann lernt Avner Alex kennen. Und zum ersten Mal spricht er alle diese Dinge laut aus. Und Alex hilft ihm, er gibt ihm Ratschläge und hört ihm zu. Doch Alex ist scher krank - Krebs.

Und so beginnt die Geschichte einer wundervollen Freundschaft, die selbst über den Tot hinausgeht.

Sie ist so schön, die Freundschaft zwischen Avner und Alex. Die beiden haben eine so innige Beziehung, die nur mit einer Seelenverwandtschaft zu vergleichen ist. Avner kämpft mit seinem Freund gegen die Krankheit, steht ihm bei, denn Alex ist der beste Freund, den er sich wünschen kann. Er verzaubert alle mit seiner Intelligenz und der einzigartigen Flötenmusik, auch Dafi. Und das ist das einzige Problem...

Das Buch ist gut geeignet für 12-14 Jährige, es fängt die Gefühle in diesem Alter sehr gut ein und ist zu empfehlen.

Kathi Heyse



'Das Schlimmste ist, daß der Krieg den Menschen die Zeit nimmt selbst zu arbeiten.' (Fritz Hartnagel in einem Brief, August 1941)

  Hermann Vinke,
  Hoffentlich schreibst du recht bald.
  Sophie Scholl und Fritz Hartnagel.
  Eine Freundschaft 1937-1943.

  Ravensburger Buchverlag 2006

 

Sophie Scholl und Fritz Hartnagel lernten sich kurz vor Fritz Hartnagels Einberufung kennen – viel Zeit, um da wirklich miteinander vertraut zu werden, hatten sie nicht und doch dürfte etwas Verbindendes zwischen ihnen gewesen sein, denn der Kontakt zwischen Sophie Scholl und Fritz Hartnagel wurde durch die Entfernung nicht weniger, sondern im Gegenteil immer mehr.

Von diesem Annähern und Entfernen, von dem Beginn einer Freunschaft bis hin zur Liebe und dem furchtbaren Ende erzählt dieses Buch.

Sowohl formal als auch graphisch ist dieses Buch wunderbar gelungen. Es ist übersichtlich und verständlich gegliedert, die Texte sind immer wieder durch Fotos unterbrochen, die man, auch wenn man sich schon viel mit der Weißen Rose oder Sophie Scholl beschäftigt hat, noch nicht kennt.
Leider gibt es inhaltlich zumindest von meiner Seite einige Kritik: Der erklärende Text ist mir zu viel, ich hätte mich ‚gefreut’ mehr (vollständige) Briefe zu lesen, nicht nur auszugsweise, ich wäre gerne sowohl Sophie Scholl als auch Fitz Hartnagel durch das Buch näher gekommen. Das zu viel an Text nimmt dem Leser ein bisschen von der Freiheit, sich selbst eine Meinung zu bilden bzw. diese durch eine Diskussion (gedanklich oder auch mit anderen Menschen) erst entstehen zu lassen. Andrerseits muss ich sagen, dass vor allem die Entwicklung von Fritz Hartnagel wahrscheinlich gerade durch den Text so beeindruckend und gut nachvollziehbar ist.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, besonders für Menschen, die sich noch nicht so viel mit Sophie und Hans Scholl, der Weißen Rose und dem 2. Weltkrieg beschäftigt haben.
Gerade weil Meinungen in Briefen in Entwicklung sind, ist dieses Buch eine Bereicherung der Gedanken jeden Lesers!

Lena Samek



'Wenn kleine Kinder wissen, dass sie sterben müssen, dann haben sie keine Angst vor dem Tod, denn sie können sich ihn nicht vorstellen. Kleine Kinder, die wissen, dass sie sterben müssen haben Angst, alleine gelassen zu werden.'


  Mats Wahl,
  Kill.
  Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
  Hanser 2005
  ab 13 Jahren


Als Kriminalkommissar Harald Fors eines Abends von drei Jugendlichen zusammengeschlagen und ausgeraubt wird, wird ihm auch seine Dienstwaffe gestohlen. Einige Zeit später kommt es in einer Schule zu einer Schießerei. Ein unbekannter Täter tötet drei Kinder. Die Ermittler tappen im Dunkeln, bis sie am Tatort Sicherheitsmunition finden. Sicherheitsmunition kann man nicht kaufen und nur die Polizei darf sie verwenden. Da nun feststeht, dass der Täter mit der gestohlenen Dienstwaffe von Fors geschossen hat, tut die Polizei alles, um die drei Diebe zu finden.
Fors hat inzwischen mit seinem Gewissen zu kämpfen, da er sich die Schuld am Tod der Kinder gibt. Auch sonst hat die Polizei einige Probleme, z. B. dass plötzlich die Justizministerin vor der Tür steht oder dass der Chef des Einsatzkommandos Nylander in einem Interview ausländerfeindliche Aussagen macht und dass es daraufhin einen tätlichen Angriff auf Ausländer gibt, macht die Sache auch nicht einfacher. Erst als die Polizei einen der drei Jugendlichen festnimmt, kommt sie der Lösung des Falles ein Stückchen näher. Nach längeren Verhören und einigen Drohungen verrät er seine Komplizen. Doch hat die Polizei mit dem Besitzer der gestohlenen Waffe auch den Mörder der drei Kinder?

Ich finde, dass 'Kill' ein ausgezeichnetes Buch ist und eindeutig der beste Krimi von Mats Wahl. Kommissar Fors erster Fall ('Der Unsichtbare') gefällt mir nicht so gut wie 'Kill', aber vielleicht auch deshalb, weil ich ihn erst nach Band 2 ('Kaltes Schweigen') gelesen habe. Es ist nicht nötig, Band 1 und 2 vorher zu lesen, aber es ist vielleicht ganz gut, weil man dann alle Personen schon kennt. In 'Kill' werden nämlich die schon bekannten Charaktere überhaupt nicht näher beschrieben. 'Kill' kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, denn obwohl ich mir vorgenommen hatte, einmal ein Buch nicht einfach in einem durch zu lesen, war ich schon nach wenigen Stunden fertig, weil 'Kill' so spannend ist, dass man einfach nicht aufhören kann.

Lilly Manon Maier


...weil es sich zu leben lohnt!


  Katrin Bongard,
  Radio Gaga.
  Beltz und Gelberg 2005




Rocco ist 16 und neu in Berlin. Gerne ist er nicht umgezogen und auch sein erster Schultag in seiner neuen Schule macht ihm das Leben nicht einfacher. Zum Glück schenkt ihm sein älterer Bruder Giove ein Radio und als Rocco in seiner Verzweiflung zufällig einen kleinen Piratensender hört, ändert sich sein Leben auf gewaltige Art und Weise.
'Radio Gaga', das sind John, Anna, Bert, Mika und Ramona, die in einem gekaperten Wachturm im ehemaligen Todesstreifen sitzen und ihr eigenes, abgedrehtes, unzensiertes und nicht ganz legales Programm senden.
Rocco verliebt sich in Ramona und sucht immer wieder neue Ausreden, um beim Turm vorbeizuschauen und Ramona zu sehen. Er freundet sich mit der 'Radio Gaga'-Crew an und als er dann selbst eine eigene Sendung bekommt, ist das Leben fast perfekt.
Immer wieder mal tauchen die 'Faschos' (randalierende Neonazis) auf, doch die Freunde nehmen sie nicht ernst - genauso wie Rocoos 'perfekter' Familie nicht klar wird, wie viele Probleme sie eigentlich haben.
Und trotz aller Probleme, auch der bevorstehenden Räumung des Turms, erleben Rocco und seine Freunde die schönste und 'geilste' Zeit ihres Lebens.
'Mika hatte Recht. Das Leben hier war perfekt. Perfekt, weil es jetzt so war, wie es war. Und weil es nicht immer so weitergehen würde, obwohl ich es mir wünschte. Doch nur, weil wir wussten, dass wir geräumt werden würden, dass es eine kurze Zeit war, die uns blieb, wurde unser Leben so intensiv.'

'Radio Gaga' ist ein tolles Buch, das ich jetzt schon zwei Mal gelesen habe und einfach super finde. Es erzählt von Freunden, die Spaß am Leben haben, egal wie schlimm ihre Probleme sind. Und genau das wollen sie der ganzen Welt sagen: dass das Leben toll ist und dass es sich zu leben lohnt. Lesen!

Lilly Manon Meier



Über den Wunsch, etwas zu verändern:

 
 Christian Linker,
 Das Heldenprojekt.
 
 dtv 2005



Magnus, Sebi, Pia, Ebru, T-Bone und Tom sind 'das Projekt' - eine Gruppe Jugendlicher, die sich trifft, um sich selbstgeschriebene Gedichte vorzulesen.
Als Marie dazukommt, fangen sie an, nachts Wahlplakate einer rechtsradikalen Partei mit Magnus' Gedichten zu überkleben. Die Aktion ist ein voller Erfolg und die Mitglieder des 'Projekts' werden als Helden gefeiert. Auch die Presse zeigt sich interessiert und Lehrer, die früher nicht mit Sebi und den anderen umgehen konnten, sind begeistert.
Allerdings bekommt 'das Prokejt' nicht nur positive Rückmeldungen - die Mitglieder erhalten immer wieder Drohbriefe und anonyme Anrufe, die sie allerdings nicht ernst nehmen.
Um Geld für ihre nächste Veranstaltung zu sammeln, organisieren sie eine Party, doch diese gerät außer Kontrolle und ein paar Tage später wird ein Mitglied der Gruppe (Sebi) getötet.

Natürlich geht es in dem Buch nicht nur um die nächtlichen Aktionen. Auch eine CD der Band 'Backyard Poetry' und das 'Arschloch Alex' spielen eine Rolle. Und Marie, in die anfangs nur Sebi und dann auch Magnus verknallt ist, was für einige Probleme sorgt.

'Das Heldenprojekt' ist genial! Es ist derzeit mein Zweitlieblingsbuch. Es ist ziemlich dünn und in einer sehr "gesprochenen" Sprache geschrieben. Es kommen auch ziemlich viele Schimpfwörter vor, aber das passt gut zu diesem Buch. Die Gefühle der einzelnen Personen kommen sehr gut heraus.
Vor allem mit dem Thema von 'Heldenprojekt' kann ich mich super identifizieren: Jugendliche, die etwas verändern wollen, weil sie der Meinung sind, dass endlich einmal etwas passieren muss.
Der Autor Christian Linker beschreibt sehr gut, wie sie das anstellen, was dagegen spricht und wie man es trotzdem schafft an sein Ziel zu glauben, egal was passiert.

Lilly Manon Maier



Zugfahrt voller Gedanken


 Martine Murray,
 Das feuerrote Kleid.
 aus dem Englischen von Kattrin Stier
 Rowohlt Rotfuchs 2005



Inhalt
: Die 17-jährige Mannon beschließt mit dem Zug nach Melbourne zu fahren. Dabei erinnert sie sich immer wieder daran, als ihre Mutter noch nicht in Frankreich lebte, an die Zeit, als Eddie noch lebte und an die Erlebnisse mit Harry.

Meine Meinung: Ich finde, dass die Schreibweise zwar sehr gut ist, doch dem Inhalt fehlt der 'rote Faden' (es ist, als wollte der Erzähler ein Floß ohne Seile bauen). Zu Beginn ist man begeistert von der Erzählweise, doch nach einiger Zeit geht es einem ein bisschen auf die Nerven. Immerwieder wechselt die Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass viele Fragen auftreten. Eine seichte Geschichte, da der Inhalt nicht klar erkennbar ist.

Das Cover ist nicht gut. Es sieht wie ein Buch aus, in dem jemand ermordet wird.

Alter: ab 15

Rica Holer


Nichts für schwache Nerven!

 
  Harald Parigger,
  Es tut fast gar nicht weh.
  Sauerländer Reihe aare 2005




Als die 85-jährige
Ruth Kleinschmidt eines Tages tot in ihrem Zimmer im Haus Sonnenblick aufgefunden wird, ist niemand sonderlich verwundert. 'Herzrhythmusstörung' wird diagnostiziert - 'ein natürlicher Tod im Schlaf'. Doch die Krankenpflergerin Angela ist da nicht so sicher. Die alte Frau war immer gut drauf gewesen und außerdem kommt ihr die Stellung, in der die Tote aufgefunden wird, sehr merkwürdig vor. Sie beginnt nachzuforschen und Fragen zu stellen bis ganz klar ist: Ruth wurde ermordet! Doch wer bringt eine 85-Jährige um?
Angela kommt auf Grund eines uralten Fotos und der Widmung auf der Rückseite einem unglaublich grausamen Verbrechen auf die Spur, das schon vor 60 Jahren begann...

Was sich nach einem 0815-Krimi anhört, ist die grausamste, spannendste und erschreckenste Geschichte, die ich je gelesen habe. Man packt echt nicht, was man liest - so schlimm ist es! Auf keinen Fall etwas für schwache Nerven.
Dass die Geschichte mit dem Holocaust verbunden ist, sollte niemanden abschrecken - glaubt mir, diese Seite des 2.Weltkriegs kennt ihr noch nicht. Und das hat seinen Grund...

Ab 13 Jahren sehr empfehlenswert, wenn auch packend!

Kathi Heyse


...und mitten in der Nacht hörte sie Schritte über sich


 Isabel Abedi
 Whisper.
 Arena 2005




Alt, das vor allem
ist es, das 500 Jahre alte Haus, in dem Noa ihre Sommerferien verbringen soll. Und das mit ihrer weltberümten Mutter, die nichts besser kann, als Aufsehen zu erregen und ihre Tochter zu blamieren!
Doch was als langweiliger Familienurlaub beginnt, entpuppt sich bald als unheimliches Rätsel, das es zu lösen gilt. Denn gerade als Noa den geheimnisvollen David kennenlernt und sich in ihn verliebt, erfährt sie,
dass das neues Ferienhaus, Schauplatz eines ungeklärten Mordes ist!
Doch es kommt noch schlimmer: es scheint, als wäre der Geist des Mädchens immer noch im Haus...

Unglaublich spannend geschrieben, glaubwürdig und packend! Das Leben von Noa und auch ihre Beziehung zu David ist sehr passend beschrieben. Man vergisst fast, dass man liest! Außerdem vermittelt es gewisse Kleinigkeiten besonders gut, sodass man zum Beispiel unglaubliche Lust auf Sommer verspürt.
Nachts konnte ich nicht schlafen, musste einfach weiter lesen und erfahren, was wohl als nächstes passieren würde. Die letzten Seiten waren schrecklich, denn ich zitterte am ganzen Körper vor Aufregeung!

Kathi Heyse


Ein Buch für Thrillerfans


  Jürgen Banscherus,
  Die Warnung.
 
  Arena 2005



Simon Laub ist vierzehn und interessiert sich eigentlich nur für Basketball, seine Freundin Nora und dafür, dass Geld für die Reparatur seines Mountainbikes zusammenzukriegen. Doch dann findet er eine
amputierte Frauenhand vor dam Laden des pädophilen Fotografen Kapitza und schlagartig ändert sich alles. Was soll diese Hand bedeuten? Eine Warnung? Und warum sagt Kapitza Simon ständig, er solle auf seine Mutter aufpassen?

„Die Warnung“ ist ein Buch, das mir im Nachhinein zwar nicht so super gefallen hat, aber während ich es gelesen habe, konnte ich gar nicht aufhören zu lesen, weil es so spannend war.
Weniger gefallen hat mir, dass das Buch so grausig ist (Leichen, amputierte Hände, ...) und, dass Simon erst 14 ist (es wäre wesentlich realistischer, wenn er schon zumindest 16 wäre). Ich kann es aber all denen empfehlen, die gerne Thriller oder einfach nur spannende Bücher lesen.
 
Lilly Manon Maier


Zuerst furchtbar, dann spannend und letztendlich enttäuschend!

 
  L.J. Adlington,
  Gen-Tattoo.
  Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis.
  Sauerländer 2005



Das Buch
wird von einem Menschen (?) namens Toni V erzählt. Er findet ein Tagebuch von einer gewissen Pelly D und fast das ganze Buch besteht aus ihren Tagebucheinträgen.
Die Geschichte spielt auf einem Planeten namens Home for Home, wo es einen Krieg gab. Die Tagebucheinträge stammen aus der Zeit vor dem Krieg und Toni V lebt nach dem Krieg.

Die ersten 80 Seiten sind furchtbar (und das Buch hat nur 180 Seiten!). Pelly D schreibt die ganze Zeit nur davon wie geil sie ist, wie toll ihre Clique ist usw.
Dann wird es langsam spannender und man erfährt die ganze Vorgeschichte des Krieges.
Pelly D findet heraus, dass ein unterdrückter Teil der Bevölkerung, der angeblich in Arbeitslager gebracht werden soll, einfach verschwindet. Das Buch endet damit, dass sie selber auch kurz vor dem Abtransport steht.
Man weiß allerdings nicht, was dann mit ihr passiert und überhaupt endet das Buch ziemlich abrupt.

Ich fand das Buch ziemlich enttäuschend.
Nach den ersten 80 Seiten hat es mir eigentlich ganz gut gefallen, aber es hört so plötzlich auf und hinterlässt so viele Fragen, dass man nach dem Lesen ziemlich enttäuscht dasitzt, weil man sich nicht mehr auskennt.

Lilly Manon Meier



Die Hexe vom Bodmin Moor

  Karel Verleyen,
  Die Hexe vom Bodmin Moor.
  Aus dem Niederländischen von Monika
  Götze

  cbt 2005


Der junge Thomas
findet im Moor ein verletztes Mädchen. Er bringt sie zur Kräuterfrau. Das Problem ist: sie sieht aus wie Mary Finnemore. Letztere wird von Lord Glasworthy gesucht, weil sie seinen Sohn umgebracht hat. Auch Father Downe ist gegen das Mädchen, ja sogar gegen die Kräuterfrau. Er meint, sie seien beide Hexen und deshalb möchte Downe sie verbrennen lassen...

Ein sehr spannendes Buch. Man versinkt in eine eigene Welt mit ihren Geheimnissen, Problemen und Regeln. Genial, aber etwas makaber.

Für Kinder ab 13, aber ich (13) war manchmal ziemlich geschockt.

Rica Holer


Politischer Hickhack im Gemeindereat

K.J. Rowling
Ein plötzlicher Todesfall
O-T..: The Casual Vacancy
Aus dem Englischen von
Carlsen 2012, 576 Seiten
ISBN 978-3-551-58888-3

Als Barry Fairbrother plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Der friedlichen und verträumten, englischen Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche schein Aufregung fremd zu sein. Doch der Schein trügt. Die Wahl für den Sitz im Gemeinderat schafft einen Nährboden voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen.

Die Figuren werden gleich auf den ersten Seiten abgehandelt, sind plump charakterisierrt, wie auch das Buch voller Klisches und Vorurteile steckt. Auch die Handlung kommt nicht richtig in Fluß. Es gibt einen zentralen Konflikt und alles andere gruppiert sich drum herum. Schade, dass der Kinflikt nicht so präsentiert wird, dann man beide Seiten zu sehen bekommt. Leider war ich nie so neugierig, so dass ich weiterlesen wollte. Die Lektüre war anstrengend, depremierend und hat mich runtergezogen, Als Leser ist man in den Situationen gefangen. Von den 15 wichtigen Personen sind fünf halbwegs sympatisch und der Rest sind Monsters. Alle sind unglücklich, es geht nichts weiter.
Leider wird nicht aufgeklärt, was mit dem Viertel passiert, um das es in dem Buch geht und die Figuren interagieren sehr wenig miteinander. Das Ende ist nicht sehr zufriedenstellend, obwohl sich einiges zum Besseren wendet.

Die Autorin hat schon im Harry Potter gezeigt, dass sie Kleinstadtmenschen und Kleinstadtmentalität hasst. Gestört haben mich auch die, in Klammern gesetzten Absätze, die bis zu einer Seite beiinhalten können. Beser wäre gewesen das im Raum stehen zu lassen, denn so wird dem Leser die Möglichkeit genommen, sich selbst Gedanken machen, den Text analysieren und interpretieren zu können.

Für eine J.K.Rowlingstudie ist "Ein plötzlicher Todesfall" sicher interessant, aber empfehlen kann ich das Buch nichrt.

Paola Garcia Sobreira



Macht Geld wirklich glücklich?

  Frank Cotrell Boyce,
  Millionen.
  Aus dem Englischen von Salah Naoura

  Carlsen 2005



Damian, ein sehr gläubiger Junge, findet vor seiner Nase eine Tasche voll Geld. Sein großer Bruder Anthony will das Geld sofort in Immobilien anlegen, doch Damian, der daran glaubt, dass die Scheine von Gott und den Heiligen kommen, verschenkt das Geld an arme Leute. Die beiden haben zwei Probleme: ihr Vater weiß nichts davon und sie haben nur noch 17 Tage Zeit, um alles Geld auszugeben, denn dann kommt die neue Währung ins Land ...

Ein wirklich amüsantes Buch. Oft war es so lustig, dass ich mich am Boden gekugelt habe vor Lachen. Doch am meisten hat mich die Frage beschäftigt: "Was  würde ich mit einer Million Pfund machen und wie kann ich sie in etwas mehr als zwei Wochen ausgeben? Würde ich es wie Anthony oder Damian machen?"
Doch das Lustigste in diesem ganzen Buch sind die Heiligen, wie z.B. Petrus, der Damian erscheint und ihm Ratschläge erteilt. Und wenn ihr denkt, dass ihr wisst wie die beiden das Geld ausgeben, muss ich euch leider enttäuschen, denn: ihr wisst es nicht ehe ihr das Buch gelesen habt. Da wird 100 Pfund bezahlt für das Ausborgen eines Fahrrades oder fürs Bleistift spitzen bis zum Austeilen von Gratis-Chipstüten für alle Kinder. Und die Männer mit schwarzen Anzügen und Aktenkoffer (meiner Meinung nach sehr auffällig)
versuchen auch noch Damian die Tasche zu stehlen, als ob der nicht schon genug Probleme hätte mit dem vielen Geld.

Und da fällt mir am Ende noch dieses schöne Sprichwort ein, das wirklich gut zum Buch passt: "Geld allein macht nicht glücklich!" Stimmt doch, oder?! :)

Rebecca Salat


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